Drei Alternativen für Morschenich Neu

Von: Fred Schröder
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Im Jahr 2024 werden die Schaufelradbagger des Tagebaus Hambach auch Morschenich und die Pfarrkirche St. Lambertus erreichen. Der Ort wird umgesiedelt: Nur wohin? Die Bürger können entscheiden. Drei Standorte (im Bild rot hinterlegt) stehen zur Auswahl. Foto: Abels

Morschenich. Aus fünf „Suchräumen” haben sich drei Standort- Alternativen für „Morschenich Neu” herauskristallisiert. Am 20. Juni haben die Morschenicher nun die Wahl, wo ihr Ort neu entstehen soll.

Westlich von Merzenich in Richtung Düren liegen die Standortempfehlungen „Am Burgpfad” und „An der Elle”, östlich der Landstraße 264 in Richtung Golzheim das Gebiet „Zwischen den Höfen”.

In einer dritten Informationsveranstaltung haben Bezirksregierung und das BKR-Planungsbüro Castro & Hinzen (Aachen) ihre Pläne vorgestellt. Wie immer die Abstimmung auch ausgehen wird, der neue Name steht schon fest: „Morschenich Neu” soll der Ort heißen. Die rund 250 Teilnehmer der Informationsveranstaltung folgten damit einer Empfehlung des Bürgerbeiratsvorsitzenden Bruno Rüth.

Mehr als 20 Hektar

„Möglichst viele Bürger sollten nach Morschenich Neu mitgehen”, wünschte sich Vera Müller, in der Bezirksregierung Köln federführend für den Umsiedlungsprozess.

Drei Standort-Empfehlungen haben sich nach raumordnungs-, städtebaulichen und ökologischen Prüfungen des Planungsbüros als realisierbar herausgestellt. Die drei Flächen haben jeweils weit mehr als die erforderlichen 20 Hektar, bieten also dem künftigen Ort Morschenich Neu noch Entwicklungsmöglichkeiten.

„Zwischen den Höfen” ist eine Fläche nordöstlich der Landstraße 264 in Richtung Golzheim; zwischen Langweiler Hof, Petershof und Schafshof. Die Erschließung könnte über die L 264 erfolgen. Der Fußweg in das Zentrum von Merzenich liegt bei maximal 1600 Metern.

„Hier könnte die Eigenständigkeit durch Einrichtung eines Grünstreifens sehr gut realisiert werden”, erklärte Planer Prof. Dietmar Castro.

Der Standort „Am Burgpfad” liegt an der Händelstraße in Richtung Düren. Auch hier könnte die Distanz zu Merzenich gewahrt bleiben. Die Fußwege zu Schulen und Zentrum in Merzenich sind zwischen 900 und 1600 Metern lang.

Der dritte Standort „An der Elle” wird vom Ellebach durchschnitten, bietet damit die Möglichkeit einer Grünzone mitten im Ort, weist aber einen relativ hohen Grundwasserspiegel auf. „Baulich gesehen kein Problem”, versichert der Planer. Allen Standorten gemein ist die Nähe zu Merzenich, die Möglichkeit zur Tierhaltung und die guten Verkehrsanbindungen an Schiene und Straße.

Wie schwierig die Entscheidung ist, machte die anschließende Diskussion deutlich. Beim Standort „Zwischen den Höfen” werden Sorgen wegen der Querung der viel befahrenen Landstraße 264 geäußert, deren Verkehrsaufkommen mit dem neuen Autobahnanschluss zunehmen wird. Noch sieht die Planung Kreisverkehre vor. Wünsche nach einer Brücke für Fußgänger und Radfahrer stoßen bei RWE-Power-Vertreter Heinen auf wenig Verständnis: „Morschenich hatte bisher keine Brücke. Warum denn jetzt?”.

Eine Haltung, die zur sofortigen Reaktion führte. „Wenn RWE Power nur das ersetzt, was bisher vorhanden ist, bekommen wir ja Kirche, Sportplatz und Schützenheim”, konterte eine Einwohnerin. Wenn dieser Standort gewählt werde, sei „das letzte Wort in Sachen Brücke noch nicht gesprochen”, versprach Bürgerbeiratsvorsitzender Rüth.

Sprechstunden und eine Besichtigung

Bis zur Entscheidung am 20. Juni haben die Morschenicher noch mehrere Gelegenheiten, offen gebliebene Fragen zu klären. Am 26. Mai, 2., 9. und 16. Juni, jeweils 19 Uhr, finden im Schützenheim Sprechstunden des Bürgerbeirats statt.

Beim ersten und dritten Termin sitzen RWE Power, Bezirksregierung und Planer mit am Tisch; den zweiten und vierten Termin nimmt nur der Bürgerbeirat wahr. Für den 29. Mai ist eine Besichtigung der drei Standort-Alternativen für Morschenich Neu vorgesehen.

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