Drei Alphatiere des Jazz begeistern Düren

Von: Gudrun Klinkhammer
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Klaus Osterloh am Flügelhorn, John Marshall (Mitte) und Peter Protschka an den Trompeten begeisterten mit ihrer Rhythmusgruppe das Publikum beim Konzert der Planet-Jazz-Reihe. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Würde es eine „Champions League“, also eine Spitzenliga für Jazztrompeter geben, diese drei wären dabei: Klaus Osterloh, Peter Protschka und John Marshall. Am Samstagabend gaben die drei mit dem Pianisten Simon Seidel, dem Bassisten Christian Ramond und dem Schlagzeuger Silvio Morger im Haus der Evangelischen Gemeinde in Düren ein Jazzkonzert vom Feinsten mit dem Titel „Trumpet Summit“.

Veranstalter war die Initiative „Planet Jazz“, bestehend aus Dürenern Henner Schmidt und Oliver Mark. Zu Beginn erklärten die Veranstalter, dass sie das Konzert den Opfern von Paris widmen. Peter Protschka: „Man fragt sich, was kann man dieser Barbarei entgegensetzen?“ In einem Atemzug erklärte der Ausnahmetrompeter: „Es sind die Musik und die Kunst, die schon seit Jahrhunderten dem entgegengesetzt werden. Wir versprechen dem Publikum in Düren: Wir geben unser Bestes.“

Die absolute Ausnahme

Und das taten sie. Normalerweise spielt ein einziger Trompeter als führende Stimme in einer Jazzcombo mit. Dass sich gleich drei musikalische Alphatiere an die Front stellen, das ist eine absolute Ausnahme.

Bei Osterloh, Protschka und Marshall handelt es sich um weltbekannte musikalische Jazzgrößen. Klaus Osterloh war 30 Jahre lang eine der stärksten solistischen Stimmen der renommierten WDR-Big-Band mit Sitz in Köln, er ist für sein emotionales Trompetenspiel bekannt. In dem Trio empfahl er sich als der Bärbeißigste. Sein Flügelhornspiel beispielsweise ist grundsätzlich weich, wird aber immer auch durchzogen von rauen Passagen, die das ganze Spiel unverwechselbar, unangepasst und maskulin-kernig machen.

Peter Protschka zählt seit einigen Jahren zu den eigenständigsten Trompetenstimmen im jungen europäischen Jazz. Sein Spiel besticht aufgrund einer gewissen musikalischen Sportlichkeit und Leidenschaft. Der gebürtige New Yorker John Marshall, seit Jahren Mitglied der WDR-Big-Band, ist sowohl in Europa als auch in Amerika ein sehr gefragter Spieler, wenn es um energiegeladenen Jazz geht. Sein Spiel ist smart, elegant und weltgewandt.

Traumhaft waren die Interpretationen der Gruppe wie etwa „Bossa Obscura“ aus der Feder von Klaus Osterloh, „Blues in Six“ von Tom Herrell und „Desert Moonlight“ von Lee Morgan. Weiter empfahlen sich die Mitglieder der Rhythmusgruppe. Einfallsreich, sehr versiert und mit großer dynamischer Spannbreite agierend Simon Seidel am Flügel, individuell und flexibel in die Saiten greifend Christian Ramond am Bass und als treibende Kraft und Motor des Ganzen Silvio Morger am Schlagzeug. Mit Applaus wurde an diesem Abend nicht gespart.

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