Drama aus dem alten Griechenland: Kulturförderung mal anders

Von: Christoph Hahn
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Vorspielen für finanzielle Unterstützung durch die Bürgerstiftung Düren: Auch eine Abordnung aus dem Burgau-Gymnasium präsentierte sich am Samstag bei der Projektbörse im Haus der Stadt. Foto: Christoph Hahn

Düren. Sie musizieren oder referieren, tun alles das, was normalerweise auf der Bühne im Saal oder im Foyer geschieht. Trotzdem ist das nicht eigentliche eine Kulturveranstaltung, was da im Haus der Stadt geschieht. Schüler, Initiativen und Vereine präsentieren sich vor dem Vorstand der Dürener Bürgerstiftung, um Projekte finanziert zu bekommen.

Zwar suchen auch die, die hier ihren wenige Minuten kurzen Auftritt haben, die Aufmerksamkeit des Publikums. Aber das sind in diesem Fall keine Menschen, die an der Kasse das Geld für ihre Eintrittskarten gelassen haben. Es sind die Vorstandsmitglieder der Bürgerstiftung. Und an diesem Nachmittag entscheiden sie über die Vergabe von Fördermitteln an die Initiativen aus dem kulturellen oder sozialen Bereich, die um ihre Kunst und einen Anteil an den Geldern von insgesamt „so zwischen 5000 und 6000 Euro“, wie die Vorsitzende der Bürgerstiftung, Dr. Gisela Hagenau, im Gespräch erklärt, kämpfen.

Als Erster geht Lehrer Christian Reinkober vom Burgau-Gymnasium ins Rennen. Mit zwei Jungen aus der Bläserklasse der Schule, Constantin Cremer und Philipp Mertens, bringt er ein kurzes Stück Musik zu Gehör. Danach verrät der Pädagoge auch, warum er und seine Mitstreiter die Hilfe der Zuhörer so dringend brauchen und formuliert mit Blick auf die Bläserklasse: „Wir rollen jetzt schon im vierten Jahr. Wir hoffen, dass die Reparatur unser Instrumente zu einem gewissen Teil von der Bürgerstiftung übernommen werden.“

Wiewohl die Stiftung regional und nicht nur auf die Stadt orientiert ist, stellen deren Bewohner die Mehrzahl der Auftretenden. Ursula Keppler und die hoch motivierte Truppe des Jungen Theaters liefern einen ähnlich starken Auftritt wie die Abordnung des Burgau-Gymnasiums. Die Akteure reden nicht lange, sondern tun das, was ihre Stärke ausmacht: Sie spielen, und zwar eine Szene aus dem altgriechischen Drama „Die Troerinnen“ des Dichters Euripides.

Auch andere Dürener präsentieren im Haus der Stadt ihre Arbeit. Dr. Achim Jaeger, Lehrer am Stiftischen Gymnasium, bemüht sich um Unterstützung für die Veranstaltungsreihe „Lesung und Gespräch“, die nicht nur Mitglieder der Schulgemeinschaft anzieht. Ebenfalls um eine Geldspritze geht es den Vertretern der Bewohnerinitiative Mariaweiler: Sie suchen noch nach Finanzen für eine Ferienfreizeit, die Kinder aus diversen Kulturen und Milieus zusammenführt. Ebenfalls um einen Anteil am Förder-Kuchen besorgt ist Jochen Hoffmann von der Evangelischen Gemeinde, deren Kantor Stefan Iseke alljährlich zusammen mit Junioren die Aufführung von Kinder-Musicals mit breiter Resonanz beim Publikum vorbereitet. Schließlich werben auch noch Dürener Turnverein und SG Düren 99 um einen Beitrag zu ihren Anfänger-Schwimmkursen, die besonders bei Kindern mit Migrationshintergrund begeisterte Aufnahme finden.

Sie alle muss die Vorsitzende der Bürgerstiftung nach Ende des offiziellen Teils erst einmal um Geduld bitten: „Wir haben die nächste Vorstandssitzung in drei Wochen – danach melden wir uns wieder bei Ihnen“, erklärt Dr. Gisela Hagenau. Und einen Appell an die finanziell besser Gestellten schließt sie an, spricht von den immer weiter aus einander klaffenden Einkommensverhältnissen und schließt ab: „Wir bitten die Leute, die am oberen Ende der Schere sitzen, dass sie die Bürgerstiftung unterstützen.“

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