Dralle Damenfiguren fordern zum Stadtgespräch auf

Von: ch
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Kunst im Dialog: Irmela Werning (links) und Anne Schary stellen bis zum 3. Mai im Merzenicher Wasserturm aus. Foto: Christoph Hahn

Merzenich. Wer über die Kölner Landstraße von Düren aus ostwärts fährt, kann den Merzenicher Wasserturm kaum übersehen. Und wer das historische Bauwerk, nahe des Restaurants „Schöne Aussicht” an der Mühlenstraße gelegen, erst einmal ins Visier genommen hat, weiß damit schon, wo er die Ausstellungen des Vereins „Kultur & Denkmal Merzenich” findet.

Die Bürger-Initiative präsentiert nun in einem der Wahrzeichen des Ortes zwei Künstlerinnen, deren Werke im Wechselspiel miteinander Begegnungen von einer solchen Spannung erzeugen, dass der Funke auch auf den Betrachter überspringt: Irmela Werning und Anne Schary stellen an den kommenden zwei Wochenenden im Wasserturm aus.

Dass dieses Duett eine solche Intensität ausstrahlt, hat zum einen mit der unterschiedlichen Machart der Werke zu tun: Irmela Werning, die in Vlatten lebt sowie Kunst an Volkshochschulen in Erftstadt und Euskirchen unterrichtet, arbeitet mit bemalter Keramik. Anne Schary aus Moers am Niederrhein, wie ihre Mitstreiterin gelernte Goldschmiedin, hingegen formt und brennt Kopf-Silhouetten. Eine weitere Ebene ihres Schaffens wird von stark symbolisch wirkenden, gemalten Baum-Bildern bestimmt.

Von subtiler Mach- und Denkart zeugen beide Beiträge dieses künstlerischen Zusammenspiels. Irmela Werning (der von ihr geschaffene Dorfbrunnen in Froitzheim wurde 1997 der Öffentlichkeit übergeben) zum Beispiel hat das Thema „Stadtgespräch” gewählt und greift dieses unter anderem mit einer kleinformatigen Gruppe draller Damenfiguren auf, die allesamt auf ganz und gar nicht peinliche Weise Dessous zur Schau stellen und damit gewiss nicht nur in Merzenich für ein „Stadtgespräch” sorgen. Mitunter ergibt sich auch ein stiller Dialog von einer Figur zur anderen, so bei einem von der Form her schon weitgehend abstrahiertem blauen Paar von Skulpturen, deren durchbrochener Sockel im abgedunkelten Raum Schattenwürfe erzeugt. Anne Scharys Kunst wirkt darum nicht minder fein gewebt. Ob plastisch geformt oder mit einem Lötkolben auf textilem Untergrund gebrannt: Stets aufs Neue ergeben sich Durchdringungen und andere Effekte von starker räumlicher Wirkung. Scharys Werke regen die Betrachter zum Gespräch an. Nach Aussagen der Künstlerin kommt diese Facette bei potenziellen Käufern gut an: Kopf-Ensembles der im Merzenicher Wasserturm präsentierten Art seien unter anderem in Arztpraxen und Standesämtern zu sehen.

Die Ausstellung von Irmela Werning und Anne Schary im Merzenicher Wasserturm (Ecke Mühlenstraße/Zum Mühlendriesch; Nähe „Schöne Aussicht” an der B264) wird am Sonntag, 26. April, 16 bis 18 Uhr, eröffnet. Danach sind die Werke der beiden Künstlerinnen noch an einem weiteren Wochenende zu sehen - und zwar vom 1. bis zum 3. Mai von 14 bis 18, am letzten Tag sogar von 11 bis 18 Uhr.
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