Dr. Ralf Nolten geht für CDU als Landtagskandidat ins Rennen

Von: Stephan Johnen
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Der Sieger heißt Dr. Ralf Nolten (Mitte): Der 52-Jährige hat sich mit 219 Stimmen gegen Helga Conzen (68 Stimmen) und Jörg Hamel (31 Stimmen) aus Düren durchgesetzt. Die CDU-Mitglieder wählten ihn zum Kandidaten für die Landtagswahl 2017. Foto: Stephan Johnen;

Kreuzau. Der Applaus der Mitglieder nach den Bewerbungsreden war ein guter Gradmesser für das, was später kam: die Wahl des CDU-Landtagskandidaten für den Wahlkreis Düren II/Euskirchen II. Gab es am Montagabend für Helga Conzen und Jörg Hamel aus Düren eher höflichen Beifall der 320 Christdemokraten in der Festhalle Kreuzau, konnte sich Dr. Ralf Nolten schon beim Verlassen der Bühne ziemlich sicher sein, die größte Rückendeckung im Saal zu haben.

Es war nicht zu überhören, dass die Rede des Windeners gut angekommen war. Mit 219 Stimmen hoben die CDU-Mitglieder Nolten auf den Schild, 68 stimmten für Helga Conzen, 31 für Jörg Hamel. Zwei Mitglieder haben nicht mit abgestimmt. Rolf Seel aus Drove stand nach 22 Jahren im Landtag nicht mehr für eine Kandidatur zur Verfügung.

Sollten sich die Dürener Chancen für einen ihrer Kandidaten ausgerechnet haben, klappte dieses Kartenhaus schon beim ersten Wahlgang in sich zusammen. „Lasst uns gemeinsam in den Wahlkampf gehen und die Zeit der rot-grünen Regierung beenden“, stimmte der Wahlsieger die Parteimitglieder ein Jahr vor der Landtagswahl auf den Wahlkampf ein.

Für Nolten war es ein Heimspiel. Nicht, weil der 52-Jährige der Vorsitzende des Gemeindeverbandes Kreuzau ist. Vorstandsbeschlüsse und Wahlempfehlungen hatten am Montagabend keine bindende Wirkung. Die Mitglieder waren frei ihn ihrer Entscheidung. Doch Ralf Nolten war der Kandidat des eher ländlich geprägten Raums, der Eifel. Daraus machte er keinen Hehl. „Ich bin ein heimatverbundener Typ“ sagte Nolten, der damit kokettierte, trotz eines Doktortitels zu wissen, wie Kühe gemolken werden. Der Wahlkreis umfasst das Mittelzentrum Düren und die Kommunen Heimbach, Hürtgenwald, Kreuzau und Nideggen im Kreis Düren sowie die Gemeinden Kall, Schleiden und Hellenthal im Kreis Euskirchen. Die Wahl des Kandidaten war ein Stück weit auch eine Wahl zwischen Stadt und Land.

Bei den Themen der Kandidaten gab es eine große Schnittmenge, im Dürener Kreistag sind sie Kollegen. Wirtschaftsförderung, Verkehrspolitik, innere Sicherheit und eine finanzielle Entlastung der Kommunen, um wieder Handlungsspielräume zu ermöglichen – das hatten sich auch Helga Conzen (52), Leiterin des Katholischen Forums für Erwachsenen- und Familienbildung, und Jörg Hamel (54), Geschäftsführer des Handelsverbandes NRW Aachen-Düren-Köln, auf die Fahnen geschrieben.

Conzen war vom Dürener CDU-Stadtverband ins Rennen geschickt worden, Hamel von der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU (MIT). Blieben seine Mitbewerber eher analytisch in der Argumentation, setzte Ralf Nolten beizeiten auf eine emotionale Ansprache, auf Ausrufezeichen. Er präsentierte sich als Kandidat, der „den ländlichen Strukturen besonders verbunden“ sei, aber auch um die Sorgen der Dürener wisse. „Es kann nicht sein, dass die Stadt bei der Ausweisung neuer Gewerbegebiete benachteiligt wird“, versprach Nolten, genauso die Interessen der Dürener Bürger in Düsseldorf zu vertreten. Er wolle dafür kämpfen, dass auch die Belange der Menschen im „Rurgebiet ohne ‚h‘“ gehört werden.

„Ralf Nolten hat es geschafft, mehr Leute zu mobilisieren“, zog Helga Conzen nach der Wahl Bilanz. Die Frage, ob der Abend ein Wettstreit der Argumente oder der Mobilisierung war, ließ Helga Conzen unbeantwortet. Sie sagte nur: „Ich glaube, dass die Entscheidung der Mitglieder zu 95 Prozent bereits festgelegt war.“

„Ich habe mit mehr Unterstützung gerechnet und bin enttäuscht, dass anwesende MIT-Mitglieder mich offenbar nicht gewählt haben“, sagte Jörg Hamel. Er betonte aber auch, dass nicht jedes Mitglied der Mittelstandsunion automatisch CDU-Mitglied und damit stimmberechtigt sei. „Offenbar war vielen CDU-Mitgliedern die Bedeutung des Abends nicht bewusst“, bedauerte er die eher maue Teilnahme der Dürener. „Nach dem Rückzug Rolf Seels wurden beim Wechsel Pflöcke eingeschlagen“, bilanzierte Hamel. Er ist aber überzeugt, „dass der Abend ein guter Auftritt für die CDU“ war, schließlich hätten drei Kandidaten bereit gestanden.

Ralf Nolten bedankte sich für die „breite Unterstützung“. Er wolle die kommenden Monate nutzen, um „noch mehr vor Ort zu sein“. Nolten: „Ich bin ein Haustürkämpfer.“ Angemerkt

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