Düren - Dr. Michael Stankewitz für „Ärzte für die Dritte Welt” unterwegs

Dr. Michael Stankewitz für „Ärzte für die Dritte Welt” unterwegs

Von: Hannes Schmitz
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Vor allem Kinder gehörten zu
Vor allem Kinder gehörten zu den Patienten, die der Gürzenicher Arzt Dr. Michael Stankewitz auf der Insel Mondoro behandelte.

Düren. Reichtum und grenzenlose Armut, Gleichgültigkeit und Engagement: Noch hat der Gürzenicher Allgemeinmediziner Dr. Michael Stankewitz die Eindrücke von seinem zweiten sechswöchigen Entwicklungshilfeseinsatz auf der philippinischen Insel Mindoro nicht ganz verarbeitet.

„Das Augenmerk und die Empathie für die Armut in der Welt gehen immer mehr verloren. Die Menschen lassen sich blenden von einem Zeitgeist, in dem der Reichtum zelebriert wird”, sagt der 54-Jährige.

Er befürchtet, dass viele in den reichen Ländern abstumpfen gegenüber der Not in der Welt. Solche Sinnfragen sind es, die den Arzt nach seiner Rückkehr bewegen und Zweifel säen, ob seine Arbeit nicht nur „der berühmte Tropfen auf den heißen Stein” war.

„Arbeiten in Entwicklungsländern bedeutet oft Stress, da man mit einer fremden Sprache und Kultur, mit schlimmen persönlichen Einzelschicksalen, mit nicht endender Armut, aber auch mit eigenen ungewohnten physischen Einschränkungen konfrontiert wird”, zieht Stankewitz eine nüchterne Bilanz seines Einsatzes.

Anfänglicher Enthusiasmus weiche schnell der Ernüchterung, einem Schock über die ärmlichen Lebensbedingungen der Philippinos und der Erkenntnis, an die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit zu stoßen. Wie schwer es ist, die gerade schier „Unerreichbaren” zu behandeln, hat das Mitglied von „Ärzte für die Dritte Welt” am eigenen Leib erfahren.

Die Insel Mindoro, ein Eiland mit zwei Gesichtern: traumhafte Strände und Taucherparadies auf der einen Seite, auf der anderen die unerforschten Bergketten, wo die Armut zu Hause ist.

Drei einheimische Krankenschwestern und ein Fahrer begleiteten den Arzt auf den „Rolling Clinic”-Einsätzen in der Bergwelt. Ausgangspunkt war Calapan, eine Stadt im Norden der Insel.

Eine abenteuerliche Fahrt folgte bis in die Nähe der abgelegenen Dörfer im Regenwald. Das letzte Stück zum Ziel war oft ein mühevoller Fußmarsch. „Ein Weg in eine andere Welt”, sagt Stankewitz. Erschütternd sei der gesundheitliche Zustand der „fast vergessenen Patienten”. Überwiegend Mütter mit ihren Kindern kamen zur „Sprechstunde”. Viele hatten trotz Fieber lange beschwerliche Märsche auf sich genommen, um Hilfe zu erhalten. Die häufigsten Erkrankungen, die der Gürzenicher Mediziner behandelte, waren Wurminfektionen, infizierte Wunden, Krätze, Infekte der Atemwege, Pilzerkrankungen der Haut, Unterernährung und Tuberkulose.

Und gerade bei der Behandlung dieser schwierigen und aufwändig zu therapierenden Krankheit habe er das Gefühl gehabt, „auf verlorenem Posten” zu stehen, berichtet Stankewitz. Immer mehr breite sich die Tuberkulose aus. Behandlungen seien schwierig, langwierig und man erreiche nur einen Bruchteil der Bevölkerung.

All dies ändere aber nichts daran, dass „Ärzte für die Dritte Welt” für die mit Spendengeldern organisierten Hilfseinsätze hervorragende Konzepte habe. Lobenswert sei auch der unermüdliche Einsatz des einheimischen Personals der „German Doctors”, das trotz aller Unbilden immer engagiert bleibe.

Das will auch Stankewitz. Wenn es zu einem dritten Einsatz für „Ärzte für die dritte Welt” kommt, würde er aber gerne einen anderen Kontinent kennenlernen.
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