Birkesdorf - Dr. Karl-Josef Eßer im Ruhestand: „Abschied in die Zukunft”

Dr. Karl-Josef Eßer im Ruhestand: „Abschied in die Zukunft”

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
Abschied Dr. Eßer. Foto: John
Abschied Dr. Eßer. Foto: Johnen

Birkesdorf. Der Mensch und Mediziner hinterlässt Spuren: Wohl kaum jemand ist wie Dr. Karl-Josef Eßer mit der Kinderklinik am Birkesdorfer St.-Marien-Hospital verbunden. Mehr als drei Jahrzehnte lang war Eßer dort Chefarzt, seit 2004 zudem Ärztlicher Direktor des Marien-Hospitals.

In seine Dienstzeit fällt die Weiterentwicklung der Kinder-Intensivstation, der Aufbau des Sozialpädiatrischen Zentrums und die Einrichtung einer Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Am Mittwoch wurde Karl-Josef Eßer im Haus der Stadt in einem großen Rahmen, der auch Platz für viele private und ganz intensive Augenblicke ließ, verabschiedet. Allerdings nicht wirklich in den Ruhestand.

Von einem „Abschied in die Zukunft” sprach Karl-Josef Eßer. Zum 1. April übernimmt der 64-Jährige eine neue Aufgabe in Berlin, wo er sich als Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin auch in Zukunft für die Kinderheilkunde einsetzen wird. „Die Zukunft wird spannend. Das ist eine ganz neue Aufgabe”, sagte Eßer. Den Blick in die Vergangenheit und auf das Wirken des Mediziners in Birkesdorf richtete unter anderem Gábor Szük, Geschäftsführer der Caritas-Trägergesellschaft West.

Dass das Marien-Hospital ein anerkanntes Zentrum der Kinder- und Jugendmedizin in der Region ist, ist aus Sicht von Szük und der Trägergesellschaft zweifelsfrei auch ein Verdienst des engagierten Mediziners und seines Kollegen Chefarzt Dr. Frank Wegner. Karl-Josef Eßer wurde zudem als Vorsitzender des Fördervereins 20 Jahre lang nicht müde, mit Spenden „Innovationen einzuführen”. „Diese Leistungen waren und sind für das Haus zukunftsweisend”, sagte Gábor Szük, der Eßer die besten Wünsche mit auf den weiteren beruflichen Weg gab. „Die Kinderklinik ist für die Zukunft sehr gut aufgestellt”, ist Szük überzeugt.

Dürens Bürgermeister Paul Larue dankte Karl-Josef Eßer im Namen „aller Kinder und Familien der Region” für die geleistete Arbeit. Das Hospital habe eine Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus. „Es war Ihr Lebensprogramm, Kinder in die Mitte zu stellen. Und es bleibt Ihr Lebensprogramm”, sagte Larue, der Eßer als „Motor vieler Aktivitäten zum Wohl der Kinder” beschrieb.

„Ich möchte die Zeit nicht missen. Ich bin jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen. Das ist schon fast eine Gnade”, bedankte sich Karl-Josef Eßer bei allen „einfach fantastischen Mitarbeitern” und Wegbegleitern. Gemeinsam - im Team - sei in der Vergangenheit an der Zukunft der Kinderklinik gearbeitet worden. „Wir haben unsere Angebote stets ganz bewusst nach der Notwendigkeit entwickelt”, sagte Eßer. Dass die Klinik dabei nicht alleine unterwegs war, sondern Teil eines Netzwerks wurde, zeigten die zahlreichen Festgäste, die von Universitätskliniken aus der Nachbarschaft nach Düren reisten.

Allen jungen Ärzten, Schwestern und Pflegern wünschte Eßer, „dass sie Zeit genug haben, um mit den Patienten zusammenzusein”. Angesichts einer zunehmenden Bürokratisierung der Gesundheitsberufe müsse es eine Entlastung geben, damit Ärzte, Schwestern und Pfleger ihrer Berufung folgen könnten. Eßer: „Wer sich für einen solchen Beruf entscheidet, tut dies primär, weil er die Menschen gern hat.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert