Düren - DORV-Laden: In die Zukunft ohne In Via

DORV-Laden: In die Zukunft ohne In Via

Von: Stephan Johnen
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Der DORV-Laden im Grüngürtel bleibt erhalten, Betreiber ist aber nicht mehr der Verein In Via. Foto: Stephan Johnen
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Sieghild von Gagern, Liesel Koschorreck, Norbert Schommer, Heinz Frey und Werner Vermeegen (v.l.) stellten das neue Konzept vor.

Düren. Von der Idee sind alle Beteiligten weiterhin überzeugt. Doch der Verein In Via hat sich als Betreiberin des DORV-Ladens im Grüngürtel zurückgezogen. „Der Laden war kein Fehler. Aber es sind Fehler gemacht worden. Wir haben die Situation damals falsch eingeschätzt“, bilanziert die Vorsitzende Sieghild von Gagern. Der wirtschaftliche Erfolg des seit 2011 vom gemeinnützigen Vereins betriebenen modernen Tante-Emma-Ladens habe länger auf sich warten lassen als ursprünglich kalkuliert.

In den vergangenen Wochen wurden daher Gespräche mit potenziellen Betreibern geführt. Und die Zukunft des Ladens ist gesichert: Heinz Frey und Norbert Schommer haben ihn übernommen und führen ihn mit der DORV-Zentrum GmbH als ehrenamtliche Geschäftsführer fort. Der Notarvertrag ist unterschrieben.

Damit ist der DORV-Laden in den Händen der Menschen, die die Idee hinter diesem Konzept in Jülich-Barmen entwickelt haben und es seitdem bundesweit voranbringen. Der Barmener Laden stand auch Pate für Düren. Die Abkürzung DORV bedeutet „Dienstleistung und Ortsnahe Rundum-Vesorgung“. Neben der Nahversorgung für die Menschen im Quartier bietet das Geschäft ein Café und soll Zentrum für Kommunikation sowie medizinische und soziale Dienste sein.

„Im Grüngürtel treffen die Grundvoraussetzungen ideal aufeinander“, erklärt Heinz Frey, warum er Laden von In Via übernommen hat. Die Bürger hätten erkannt, dass eine Unterstützung des Nahversorgers „wichtig für die Lebensqualität“ sei, es gebe regionale Partner für frische Produkte und Mitarbeiter, die im Viertel verwurzelt sind. Aus diesem Grund wurde auch das Personal von fünf Ganztagskräften und einem Minijobber weiterbeschäftigt. Die Integration von zwei Mitarbeitern mit Handicap werde weiter vom Landschaftsverband unterstützt.

„Die Lebensmittelbranche ist doch zu weit entfernt vom Kerngeschäft des Vereins“, begründete die Vorsitzende Sieghild von Gagern den Entschluss, sich vom Laden zu trennen. „Die Strukturen des Vereins waren darauf nicht ausgerichtet“, fügt der für kaufmännische Angelegenheiten zuständige Vorstand Werner Vermeegen hinzu. Der Verein, der in sozialen und arbeitstherapeutischen Fragen über Praxiserfahrung verfüge, habe bei diesem Ausflug auf das Feld des Einzelhandels Lehrgeld zahlen müssen. Wie viel? Das bleibt offen. Das vorgesehene Risikokapital sei dem Risiko zum Opfer gefallen. „Wir haben andere soziale Aufgaben, die wir weiter wahrnehmen möchten“, sagt Vorstandsmitglied Liesel Koschorreck. Sie freue sich, dass der Laden als Integrationsunternehmen „in bewährten Händen fortgeführt wird und das Angebot im Grüngürtel erhalten bleibt“.

Die Konzentration auf die Kernaufgabe Wohnungslosenhilfe hat bereits im Januar begonnen. In Via beschloss, den Standort an der Schulstraße aufzugeben und alle Arbeitsmarktprojekte zum 30. Juni einzustellen, elf Mitarbeiten wurde gekündigt (wir berichteten). Die Kürzung der Eingliederungsmittel für Langzeitarbeitslose hätten nicht aufgefangen werden können, der Verein habe die Reißleine ziehen müssen. „Wir werden an einer Konsolidierung und Neuausrichtung arbeiten“, sagte Sieghild von Gagern im Januar. Schon zu dieser Zeit zeichnete sich ab, dass der Laden von In Via im Dürener Grüngürtel nicht wirtschaftlich betrieben werden kann.

Dies mag aus Sicht von In Via an einem etwas holprigen Start gelegen haben, aber auch daran, dass im Verein beispielsweise nicht genug Fachwissen über Präsentation von Waren und Großeinkauf vorhanden war. „Die Mitarbeiter haben einen tollen Job gemacht und sich stets zu 100 Prozent eingebracht“, lobt der In-Via-Vorstand. Eine Einschätzung, der sich auch Heinz Frey anschließt. Beim Personal gebe es deswegen keine Veränderungen. Wohl aber in der Gestaltung des Geschäfts.

Derzeit werden einige Umbauten vorgenommen und das Warensortiment wird umgestellt und erweitert. Frey und Schommer wollen „fünfstellige Beträge“ investieren. „Weil wir von diesem Projekt überzeugt sind“, sagen sie. Im Grüngürtel soll ein Vorzeigeprojekt des sogenannten „Quartier-Zentrums“ für den städtischen Raum entstehen, während die Ursprungsidee eher für den ländlichen Raum steht. Beim zweiten Anlauf soll das Experiment rundum glücken.

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