Bergstein/Frankfurt am Main - Dorothée Reul wird von der SEK-Beamtin zur Gejagten

Dorothée Reul wird von der SEK-Beamtin zur Gejagten

Von: Sarah Maria Berners
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In die Ecke gedrängt: Coco un
In die Ecke gedrängt: Coco und Falk Wieland - gespielt von der Bergsteinerin Dorothée Reul und Gabriel Marian Skowerski (Frankfurt) - im Trailer von des Thrillers „Bad Cold”.

Bergstein/Frankfurt am Main. Als einen „philosophisch anspruchsvollen Action-Thriller mit einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte und einem tragischen Verlauf” bezeichnet Dorothée Reul den Film, den sie in Frankfurt am Main drehen wird. Der Trailer von „Bad Cold” ist schon im Kasten, im Sommer sollen die dreimonatigen Dreharbeiten beginnen.

Dorothée Reul lebt in Bergstein, die Liebe hat die 33-jährige Untermaubacherin dorthin verschlagen. Hinter ihrem Namen auf der Internetseite des Filmprojektes steht die Ortsangabe Köln. Das kennt man im Land und dort hat Dorothée Reul nach dem Abitur am Wirteltor-Gymnasium studiert. Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften mit Anglistik und Germanistik.

„Man will ja was Vernünftiges machen”, sagt sie und lacht. Doch das, was die charismatische junge Frau eigentlich machen wollte, war auf der Bühne zu stehen. Sie wollte in Musicals singen, tanzen und schauspielern. Also entschloss sie sich nach dem Studium für „etwas Unvernünftiges”. Nach dreijähriger Ausbildung in Hamburg darf sie sich „Diplomierte Bühnendarstellerin” nennen. Klingt gar nicht so unvernünftig.

Als Hexe Huckla ist sie mit einem Englisch-Lern-Musical für Kinder unterwegs gewesen, hat Lesungen gegeben und unterrichtet. Jetzt wechselt sie vom Live-Auftritt auf der Bühne vor die Kamera.

Kein Applaus, kein unmittelbares Feedback, dafür der kritische Blick des Regisseurs. Für Dorothée Reul ist das eine spannende Herausforderung, vor allem die Action-Elemente des Thrillers. „Von nun an gibt es den Beweis auf Band”, sagt sie lachend. Wenn die Kollegen mit einer Szene zufrieden sind, gibt es keine zweite Chance, nicht die Möglichkeit, es bei der nächsten Aufführung anders und vielleicht besser zu machen.

Dorothée Reul ist neugierig auf die neuen Aufgaben. Eigentlich, sagt sie, sei sie eher der Typ Schauspieler, der zum „underacting” neigt. Das komme dem Spiel vor der Kamera entgegen. Überhöhte Gesten, wie sie auf der Bühne ein Muss sind, brauche man dort nicht.

In dem Film heißt die 33-Jährige Coco und spielt eine ehemalige SEK-Beamtin. Coco trifft auf ihren alten Freund Falk Wieland - einen privaten Ermittler, Kurier und „Problemlöser”. Beide haben eine existenzialistische Weltanschauung, betrachten ihr eigenes Sein als Mittelpunkt der Welt. Falk und Coco entdecken ihre Liebe neu, die sie fortan als Sinn ihres Daseins festlegen. Sie geben sich ganz ihrer mitunter gewalttätigen Leidenschaft hin, doch eine Gang dringt brutal in ihre Zweisamkeit ein und die Jagd auf die beiden beginnt...

„Bad Cold” ist ein Independentfilm. Das bedeutet, dass er nicht von einer großen Filmfirma produziert und finanziert wird, dafür aber künstlerisch unabhängig ist.

Der Film wird ins Englische übersetzt, um ihn dann auf der Plattform iTunes zu verbreiten. Die deutsche Fassung soll in Kinos laufen.

Weil Filme drehen aber Geld kostet und auch Schauspieler, Kameraleute und Cutter ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, bewirbt sich „Projekt 101” um Filmfördermittel und versucht über die Plattform „Indiegogo” um Privatgelder zu werben. Das Spendenziel sind 180.000 Dollar. Bisher sind 480 zusammengekommen. Die Schauspielerei ist kein leichtes Geschäft. Deswegen verlässt sich die Bergsteinerin auch nicht darauf. Im Dürener Atelier für Bühnentanz unterrichtet sie täglich Ballett und Jazz-Dance.

Polizeipraktikum zur Vorbereitung

Bis die Dreharbeiten beginnen, wird Dorothée Reul sich intensiv auf die Rolle vorbereiten, um die ehemalige Polizistin Coco authentisch spielen zu können.

Es ist ihre erste Rolle, die im Hier und Jetzt spielt, die erste, für die sie tief in die Hintergrundgeschichte eintauchen muss und will. Mit einer befreundeten Polizistin hat sie schon ein langes Gespräch über den Beruf geführt, sie hat sich mit Philosophie befasst und überlegt, vielleicht ein wenig Kampfsport-Training zu absolvieren, um sich auf die Action-Elemente im Film vorzubereiten. Und vielleicht gibt es ja sogar noch ein Kurzpraktikum bei der Polizei.
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