Dorfgemeinschaft Abenden: Freibad und Festhalle in Eigenregie

Von: Burkhard Giesen
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Die Vorbereitungen für die Öffnung des Freibades in Abenden laufen auf Hochtouren. Die Dorfgemeinschaft will den Betrieb dauerhaft übernehmen. Ein Termin für die Öffnung steht noch nicht fest, zuvor muss noch der Vertrag mit der Stadt Nideggen unterzeichnet werden. Foto: Burkhard Giesen

Abenden. Im letzten Sommer war es eine Rettungsaktion in letzter Sekunde. Weil der vorgesehene Pächter für das Freibad Abenden abgesprungen war, stemmte der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr der Löschgruppe Abenden kurzerhand selbst den Betrieb des Freibades – mit Unterstützung der Dorfgemeinschaft. Die schickt sich nun an, das Freizeitzentrum in Abenden komplett zu übernehmen, inklusive der Festhalle.

„Wenn alles klappt, könnte nächste Woche der Vertrag mit der Stadt Nideggen unterschrieben werden“, erklärte Rainer Graßmann von der Dorfgemeinschaft am Mittwoch. Die Öffnung des Freibades dürfte dann zügig erfolgen.

Das Ziel dabei ist äußerst ehrgeizig. Der dauerhafte Betrieb von Freibad und Festhalle wird dann immerhin von den Vereinen – also auf ehrenamtlicher Basis – gestemmt werden müssen, das alles auch noch kostenneutral für die Stadt. Und natürlich in einer vertraglichen Form, die den Ehrenamtlern nicht später finanziell auf die Füße fällt. Graßmann: „Es ist ja nicht einfach so, dass man sagt ‚jetzt übernehme ich mal die Festhalle und das Freibad‘. Da muss vertraglich alles wasserdicht sein. Wir sind aber auf einem guten Weg.“

Auf einem so guten Weg, dass der Betrieb des Freibades von der Dorfgemeinschaft schon fleißig vorbereitet wird. Das Großreinemachen hat schon vor Wochen begonnen, die Planung für den Betrieb des Freibades steht, inklusive Betrieb des Kiosks im Freibad und des Benefizkonzertes, wie es das schon im letzten Jahr gegeben hat. Gedacht wird zudem an eine Kooperation mit dem Kreuzauer Freizeitbad Monte mare, das technische Hilfestellungen leisten könnte.

Wie sehr die Abendener an ihrem Freibad hängen, macht Graßmann mit einer Anekdote deutlich: „Ich bin in dem Schwimmbad groß geworden, das war quasi meine Badewanne.“ Genau die soll dauerhaft erhalten bleiben: „Wenn das Freibad einmal zugemacht wird, bleibt es dauerhaft zu“, befürchtet er. Das ist auch der Grund, warum mit der Dorfgemeinschaft „eine breite Basis“ zum Betrieb von Freibad und Festhalle gefunden werden soll. Eine einfache Aufgabe wird es dennoch nicht werden. „Die Hauptlast wird bei den Abendener Bürgern liegen, schließlich müssen wir alle Kosten selbst tragen“, erklärt Graßmann.

Soll heißen: Betrieb von Freibad und Vermarktung der Festhalle müssen so viel Geld einspielen, dass die Kosten gedeckt werden können. Bei der Festhalle will die Dorfgemeinschaft künftig als Pächter auftreten. Was die Verhandlungen mit der Stadt so schwierig gemacht hat, ist das Geflecht der Mehrfachnutzung. So besteht das Freizeitzentrum nicht nur aus Freibad und Festhalle, auch eine Kita und die Feuerwehr sind dort untergebracht.

Graßmann: „Da gibt es zum Beispiel bei der Nutzung der Küche Überschneidungen. Um das alles in Einklang zu bringen, mussten einige Hürden übersprungen werden.“ Die zu überspringen hatten allerdings alle Beteiligten ein Interesse. Graßmann: „Ich habe das immer als ein Miteinander empfunden.“ Das ist auch ein Lob an Bürgermeister Marco Schmunkamp und Kämmerin Carola Gläser. Die wiederum wollten auch unbedingt zu einem positiven Ergebnis kommen.

Immerhin war eine Maßgabe des Haushaltssicherungskonzeptes das Ziel, städtische Einrichtungen wie Bürgerhallen und Dorfgemeinschaftshäuser an die Vereine zu übertragen. Das Ziel ist nun greifbar nah. Diesen Punkt sieht Graßmann dennoch grundsätzlich kritisch: „Wegen einem Delta von ein paar Tausend Euro wird ein kleines Dörfchen jetzt in die Pflicht genommen. Ich verstehe nicht, dass es für solche Aufgaben keine Fördertöpfe gibt. Kinder müssen doch schwimmen lernen können.“

Zumal, sagt Graßmann weiter, parallel Millionen in den Ausbau des Rurufer-Radweges gesteckt würden, der direkt neben dem Freibad verläuft – ohne damit den Ausbau kritisch bewerten zu wollen. Im Gegenteil: „Die Erschließung durch den Radweg und den ÖPNV mit der Rurtalbahn kann idealer nicht sein. Es wäre eine Schande, wenn dieses Freibad geschlossen würde.“

So weit wird es dank der Dorfgemeinschaft nicht kommen.

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