„Don Giovanni“: Mord, Betrug und so manche Hinterhältigkeit

Von: Bruno Elberfeld
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Leporello (Michael Nagl, r.) und sein Herr Don Giovanni (2.v.r.) „beehren“ mit ihrer Anwesenheit eine Bauernhochzeit. Foto: Bruno Elberfeld

Düren. Wer zur Aufführung von Mozarts „Don Giovanni“ im Haus der Stadt nur in Ehren ergraute Männer und Frauen erwartet hatte, wurde angenehm überrascht. Schüler der Sekundarstufe II der „Kultur AG“ des Gymnasiums Kreuzau waren – freiwillig - mit ihrem AG-Leiter Christian Ebbertz zu Gast, um Mozarts weltberühmte Komposition zu erleben. Ihr Fazit in der Pause und nach der Vorstellung: eine tolle Präsentation.

So sahen es wohl auch die meisten Besucher im Saal. Viele fanden eines der bekanntesten Werke der Opernliteratur so gut interpretiert, dass sie nach nahezu jeder Szene Beifall klatschten, ansonsten während einer Opernaufführung unüblich.

Das Libretto der Oper stammt aus der Feder von Lorenzo da Ponte. Ein Zeitgenosse Mozarts – der Leiter des Dürener Kulturbetriebs, Dieter Powitz, berichtete darüber bei der Einführung in das Werk – muss wohl nach Fertigstellung des Werks öffentlich gefragt haben, warum sich ein hervorragender Komponist wie Wolfgang Amadeus Mozart dieses schlicht gestrickten Textes angenommen habe.

In Don Giovanni geht es um das uralte Thema „Männlicher Verführer kontra verführte Frauen“. Don Giovanni, gespielt von Wolfgang Schwaiger, schreckt weder vor Betrug, Hinterhältigkeiten noch Mord zurück, wenn er eine Frau gefügig machen will.

Sein Diener Leporello (Michael Nagl) hilft seinem Herrn aus manch schwieriger Situation, doch in Sevilla, dem Ort des aktuellen Geschehens, läuft einiges schief. Auf der Strecke bleiben Damen der feinen Gesellschaft und ein Bauernmädchen, das Don Giovanni aus ihrer eigenen Hochzeitsfeier herausholt und verführen möchte.

Selbst am Grabdenkmal des ermordeten Komturs (Hoyong Jung), dem Vater Donna Elviras ((Judith Halasz,) einer verflossenen Geliebten, empfindet der adlige Lüstling keinerlei Reue. Er wird von den Flammen der Hölle verschlungen.

Das Bühnenbild ist dekorativ, bunt, Impressionen einer Gratwanderung zwischen der Zeit Mozarts und dem Heute. Ein Bühnenkarussell dreht sich hier und da im Kreis und verstärkt so das dynamische Geschehen der Figuren. Den schauspielerisch guten Darstellern werden nur wenige Verschnaufpausen gegönnt. Es gelingt ihnen, das Porträt einer wilden Gesellschaft mit überbordendem Egoismus zu zeichnen.

Die Kostüme, oft vor Publikum auf der Bühne gewechselt, wirken beeindruckend bis geckenhaft, betrachtet man die zahlreichen Kostümierungen des morallosen Hauptakteurs.

Die Musik Mozarts wurde von dem kleinen Orchester der „Kammeroper Schloss Schönbrunn“ und der Sängerelite der „Universität für Musik und Darstellende Kunst“ aus Wien mit Bravour rübergebracht.

Die Gäste vernahmen akzentuierte, selbstbewusste, noch junge Stimmen, sowohl in den Soli als auch in den Duetten überzeugend. Für Gäste und Akteure war Don Giovanni im Haus der Stadt ein grandioses Fest.

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