Dominique Horwitz: Intensiv ohne überhöhtes Pathos

Von: kel
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Düren. Sänger oder Schauspieler? Die Frage stellt sich bei Dominique Horwitz nicht. Der Künstler machte seinen Brel-Abend im Haus der Stadt mittels einer genialen Kombination beider Professionen zu einem seltenen Erlebnis.

Dabei wechselte er in der Konversation zwischen den Stücken des belgischen Komponisten und Chansonniers effektvoll zwischen seinen Muttersprachen Französisch und Deutsch. Erweckte er bei der Begrüßung im „...aus der Stadt“ noch den Eindruck, des Deutschen eher weniger mächtig zu sein, bewies er während der folgenden knapp zwei Stunden seine exzellente Rhetorik.

So gab er vor den ersten Tönen eines jeden Chansons einen kurzen Text-Abriss auf Deutsch, wobei er das Publikum durch einen mimischen Vortrag schon auf die jeweilige Stimmung des Liedes vorbereitete. In diesen Szenen stellte er auch Brels Intention beim jeweiligen Stück vor. Horwitz‘ Vortrag der einzelnen Nummern vertiefte die kurzen Einführungen dann noch weiter. Dabei geriet er bei aller Intensität aber niemals in überhöhtes Pathos oder übertriebene Gestik.

Horwitz, der seit über 30 Jahren Brel singt, hat in dieser Zeit eine derart enge Beziehung zum Komponisten und seinen Stücken entwickelt wie kein zweiter lebender Künstler. Während die Texte von Liebe, Krieg, Verzweiflung, dem Weinen eines Freundes und Städten wie Amsterdam und Paris handeln, wechselt die Musik von Musette zum Tango und der Polka.

Unterstützung erhält Horwitz von den hervorragenden Musikern seiner Begleitgruppe mit Andreas Dopp, Jakob Vinje, Jakob Neubauer, Dirk Achim Dhonau und Johannes Hurh an Gitarre, Flügel, Akkordeon, Schlagzeug und Kontrabass. Sie lässt er auch einmal allein auf der Bühne, während er aus den Kulissen singt. Ganz sparsam setzt er die Band auch für wenige auflockernde Showelemente ein.

Am Ende fordert das Auditorium Horwitz und seine Begleiter unter anhaltendem Applaus mehrfach zurück auf die Bühne, ehe Horwitz die letzte Zugabe ohne Begleitung solo vorträgt.

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