Dolmetscher: Sie sprechen Ibo, Pashto und Punjabi

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Gudrun Zentis (4.v.r.) informierte sich im Kreishaus Düren über den Dolmetscherdienst des Kommunalen Integrationszentrums. Die 92 ehrenamtlich Tätigen decken insgesamt 44 Fremdsprachen ab.

Kreis Düren. Der Dolmetscherdienst im Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Düren (KI) ist mit seinen 92 ehrenamtlichen Dolmetschern, die 44 Fremdsprachen sprechen, landesweites Vorbild. Die Grüne-Landtagsabgeordnete Gudrun Zentis hat sich im Kreishaus Düren über die erfolgreiche Arbeit informiert.

„Alle Menschen sollen die Chance erhalten, sich in einer Behörde oder einer Beratungsstelle gut verständigen zu können. Damit können sie ihre Anliegen und Interessen besser wahrnehmen, es kommt seltener zu Missverständnissen, und die Berater können schneller und effektiver arbeiten“, begründet Jürgen Fischer, der Leiter des KI, diesen Service.

Missverständnisse ausräumen

Zwei Ehrenamtliche berichteten aus der Praxis. „Ich musste in meiner Familie schon als Kind übersetzen. Dadurch ist mir diese Tätigkeit bereits früh vertraut gewesen. Dieses Ehrenamt macht mir sehr viel Freude. Es gibt ein gutes Gefühl, andere unterstützen zu können“, begründet Kerziban Arslan-Bagci ihr Engagement.

Ali Alibajro fügt hinzu, dass er auch manchmal hilft, Missverständnisse auszuräumen oder Konflikte zu vermeiden. „Wenn die Menschen neu in Deutschland sind, kennen sie die Regeln oft nicht so gut. Wenn ich übersetze, muss ich zusätzlich viel erklären“, erläutert er seine Aufgabe.

Auch das KI selbst profitiert von dem ehrenamtlichen Engagement. „In der Beratung der schulischen Seiteneinsteiger und ihrer Familien ist die Arbeit ohne den ehrenamtlichen Dolmetscherdienst kaum noch vorstellbar. Die Atmosphäre wird direkt viel entspannter und offener. Dadurch können wir unsere Erfahrungen und gegenseitigen Erwartungen besser austauschen“, sagt Nadine Goertz, die als abgeordnete Lehrerin im KI ausländische Schulneulinge berät.

Im Jahr 2016 waren die ehrenamtlichen Dolmetscher in 974 Fällen im Einsatz. Auch seltene Sprachen wie Ibo, Pashto, Punjabi oder Bisaja decken sie ab. Die Ehrenamtlichen helfen zum Beispiel in Schulen, Kindertageseinrichtungen, Arztpraxen, Beratungsstellen und Verwaltungen bei der Verständigung. „Natürlich kann der ehrenamtliche Dolmetscherdienst professionelle Dienstleistungen nicht ersetzen.

Aber er bietet Institutionen Unterstützung bei der Kommunikation an und ermöglicht Migranten damit eine bessere Teilhabe“, betont die pädagogische Leiterin des Dolmetscherdienstes, Antje Bruckschen.

Gudrun Zentis zeigte sich begeistert von der Arbeit und dem Engagement der Dolmetscher und bedankte sich für das außerordentliche Engagement. „NRW ist das einzige Bundesland, in dem flächendeckend Kommunale Integrationszenten eingerichtet wurden. Auch die erfolgreiche Arbeit im Kreis Düren hat dazu beigetragen, dass ich mich für die Aufstockung der Stellen und die erstmalige Zahlung eines Zuschusses für die Projektarbeit von 50 000 Euro mit eingesetzt habe.“

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