DNA-Spuren überführen Serieneinbrecher

Von: hp
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Einbruch
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, an zehn Einbrüchen zumindest beteiligt gewesen zu sein. Symbolbild dpa

Düren. Unverwechselbare DNA-Spuren, die zwischen November 2010 und Oktober 2012 an Tatorten in Düren und Umgebung sichergestellt wurden, sind einem 30 Jahre alten Mann zum Verhängnis geworden. Beim Abgleich dieses genetischen Profils geriet der Mann in den Fokus der Ermittler.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, an zehn Einbrüchen zumindest beteiligt gewesen zu sein. Der Angeklagte hatte zeitweilig in Düren gewohnt. Wie er vor Gericht mit Hilfe einer Dolmetscherin mitteilte, hatte er privat unter anderem mit gebrauchten Pkw gehandelt, die Fahrzeuge in seine Heimat überführt und dort verkauft.

Bei Verlesung der Anklageschrift listete die Vertreterin der Anklagebehörde zehn Taten auf, von denen acht in Düren sowie jeweils einer in Merzenich und Kreuzau begangen wurden. Addiert ergibt sich aus dieser Aufstellung eine Beute in Höhe von über 5000 Euro Bargeld, knapp 18.000 Euro teuren Schmuck sowie über 6000 Euro in anderen Wertgegenständen. Hinzu kommt erheblicher Sachschaden. Von den zehn vorgehaltenen Taten gibt der 30-Jährige nur fünf zu. Er habe das Geld gebraucht, um die Fahrzeuge für die Überführung ordnungsgemäß zu versichern.

Als die genetischen Spuren auf den Tatverdächtigen hinwiesen, wurde ein internationaler Haftbefehl verkündet. Nach der Festnahme des Mannes in Ungarn wurde er nach Deutschland ausgeliefert und sitzt seit Oktober 2014 in Untersuchungshaft.

Unter Vorsitz von Richterin Verena Neft versucht das Schöffengericht nun, die Geschehnisse detailliert aufzuklären. An Einzelheiten kann sich der Angeklagte nach so langer Zeit – die Taten liegen zwischen zweieinhalb bis viereinhalb Jahre zurück – nicht mehr erinnern. Konkreter waren da schon die Erläuterungen einer Sachverständigen des Instituts für Rechtsmedizin der Uni Köln. Sie erklärte die Ergebnisse ihre Bio-Statistischen Analysen und kam zu dem Ergebnis, dass in zahlreichen Fällen der sichergestellten Asservate die Spuren dem Angeklagten zuzuordnen sind, wenngleich es hinsichtlich der Spurenqualität Unterschiede gebe.

Weitere Aufklärung erhofft sich das Gericht von Zeugenaussagen. Der Prozess wird am Dienstag, 9. April, ab 13.30 Uhr im Großen Sitzungssaal fortgesetzt.

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