Düren - Dieter Nuhr ist kein Thema zu heiß

Dieter Nuhr ist kein Thema zu heiß

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Dieter Nuhr hielt gut 2300 Besucher in der Arena Kreis Düren mit seinen weitreichenden Ausführungen gedanklich heftig auf Trab. Er wagt es, auszusprechen, was seine Mitmenschen denken. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Ob Jungfernhäutchenreparatur, die verschwundene Vorhautreliquie, die wahrscheinlich zurückgezogen wurde, Pegida oder Rosetten-Tattoo an pikanter Körperstelle, Dieter Nuhr bewies mal wieder, dass ihm kein Thema zu heiß oder zu dreckig ist.

Mit seinem Programm „Nur Nuhr“ gastierte er in der Arena Kreis Düren vor gut 2300 Besuchern. Locker plaudert er über die brisanten Themen des Alltags. Er kaut auf den Kernen der Themen herum, spuckt sie in die Dunkelheit des Zuschauerraums, um sich unverzüglich die nächste Themenkirsche in den Mund zu schieben. Die Übergänge sind fließend und unterhaltsam, Brüche gibt es in seinem Programm nicht, die Zeit vergeht wie im Flug. „Nazis, AfD und anderer Dreck“ gehen ihm „wahnsinnig auf den Sack“. Er beschreibt, wie er im Münchner Bahnhof die zeitgleiche Ankunft von Fußballfans und Flüchtlingen beobachtete. Die Fußballfans konnte Nuhr nicht verstehen.

Weiter bäumt er sich gegen das Geplärre der Leute auf, die immer wieder betonen, dass sie gegen rechtes Gesindel sind. Nuhr: „Welcher nicht Geistesgestörte ist nicht gegen Nazis, das ist keine unglaubliche Leistung.“ Er bilanziert: „Auf jedem Luxusdampfer sind eben auch Ratten.“

Ideen etwa in Richtung Pegida präsentierte er unverblümt: „Wie wäre es, wenn man den Schleppern mal 5000 Euro in die Hand drückt, damit die nicht immer leer nach Hause fahren?“ Rauschender Applaus. Auch treibt er Merkwürdigkeiten wie etwa die künstliche Gleichschaltung der Geschlechter, auch als „Gender“ bekannt, immer wieder gerne auf die Spitze. Er kommt auf eine Anzeige in Saudi Arabien zu sprechen, in der ein Henker gesucht wird. Nuhr: „Das wäre bei uns völlig verboten. In Deutschland müsste es heißen: Henker/Henkerin gesucht.“

Überhaupt, die reichen Saudis. Hatten sie doch kürzlich folgendes angekündigt: „Wir finanzieren 200 Moscheen in Deutschland.“ Nuhr: „Das sollten wir dankbar annehmen und uns bei Zeiten revanchieren. Wir können ja erst mal mit einer Kirche anfangen und gucken, wie es ankommt.“ Die Lacher hat er mit derartigen Gedankengängen auf seiner Seite.

Auch in der zweiten Hälfte des Programms ging es munter weiter. Radikale Islamisten, die sich selbst umbringen, um ins Paradies zu gelangen, standen im Fokus; Jesus, der am Heiligen Abend an den Weihnachtsbaum genagelt wird und Dank seiner Geburt den Einzelhandel erlöst hat; es ging um den Einschlitztoaster für den Singlehaushalt, die deutschen Mehrwertsteuergesetze und den Straßenverkehr. Nach der abendfüllenden Betrachtung der Menschheit an sich kam Nuhr zwischenzeitlich zu dem Schluss: „Dass der Mensch sich grundsätzlich ändert, das wird man nicht erwarten können.“

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