Dieter Harf tritt aus der SPD aus

Von: Stephan Johnen
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Düren. Der Dürener Sozialdemokrat Dieter Harf, der bei der vergangenen Kommunalwahl das beste Ergebnis für die SPD in der Stadt eingeholt hat, ist aus der Partei ausgetreten. Am vergangenen Freitag ist der 51-Jährige bei einer Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Düren-Ost nicht mehr in den Vorstand gewählt worden.

„Der von der Fraktion sehr geschätzte Kollege hat daraufhin persönliche Konsequenzen gezogen“, sagte am Dienstag SPD-Fraktionschef Henner Schmidt auf Anfrage unserer Zeitung. „Als Parteiloser wird er aber Mitglied der SPD-Fraktion bleiben“, erklärte Schmidt. Dies sei am Montagabend bei der Fraktionssitzung beschlossen worden.

Auch wurde ein Vertrag unterzeichnet, in dem unter anderem geregelt ist, dass Harf seine bisherigen Aufgaben in den Ausschüssen auch weiterhin wahrnimmt. Dieses Vorgehen sei mit der „Ampel“-Koalition abgestimmt, fügte Schmidt hinzu. Der politische Bruch Harfs mit seinem Ortsverein und sein Parteiaustritt führen also nicht zu einem Verlust der absoluten Mehrheit der „Ampel“ im Stadtrat.

„Die Fraktion und Dieter Harf sind politisch auf einer Linie, es besteht gegenseitiges Vertrauen“, betonte der Fraktionsvorsitzende. Harf wolle „weiterhin als parteiloses Mitglied in der SPD-Fraktion mitarbeiten“, dies gelte auch für seinen Einsatz in seinem Wahlkreis, wird der bisherige stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende in einer Mitteilung der SPD-Fraktion zitiert. Für ein Gespräch stand der 51-Jährige am Dienstag nicht zur Verfügung. Auch die Ortsvereinsvorsitzende Rosemarie Dohmen war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

„Es gab unterschiedliche Ansichten zur Entwicklung der politischen Arbeit der SPD-Fraktion“, antwortete Henner Schmidt auf die Frage, warum es zu einem Bruch zwischen Harf und dem Ortsverein gekommen sei. Der Ortsverein sei „schon zu Oppositionszeiten“ nicht mit der Arbeit der SPD-Stadtratsfraktion zufrieden gewesen. Diese Einstellung habe sich offenbar nach der Kommunalwahl nicht geändert.

„Ich bedauere es sehr, dass Dieter Harf von den Mitgliedern nicht mehr gewählt wurde und seine Konsequenzen gezogen hat“, sagte die SPD-Stadtverbandsvorsitzende Liesel Koschorreck der DZ. „Wenn es unterschiedliche Auffassungen zur Arbeit der Fraktion gibt, ist dies eine Sache des Ortsvereins.“ Offenbar seien einige Parteimitglieder im Grüngürtel und Düren-Ost „mit der Entscheidung, eine ‚Ampel-Koalition‘ zu bilden, nicht zufrieden“.

Sowohl Liesel Koschorreck als auch Henner Schmidt bewerteten die bisherige Arbeit der „Ampel“ im Stadtrat jedoch als Erfolg. In einer „sehr langen und vertrauensvollen Aussprache“ hätten sich Harf und die Fraktion darauf verständigt, die Arbeit gemeinsam fortzusetzen. Die Frage, welche Schlüsse der Stadtverband aus der offensichtlichen „Abwahl“ Harfs in Düren-Ost zieht, ließ Liesel Koschorreck offen. „Wir werden das Thema im Stadtverband am Donnerstag besprechen und bewerten“, sagte sie.

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