Diebischer Vespa-Schrauber stolpert über besonders auffälligen Auspuff

Von: hp
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Mildes Urteil: Die einjährige Freiheitsstrafe gegen den 32-Jährigen wurde zur Bewährung ausgesetzt. Symbolfoto: Colourbox

Düren. Auf weitere Zeugen konnte das Schöffengericht verzichten, denn ein 32 Jahre alter Motorroller-Schrauber aus Düren räumte über seinen Verteidiger ein, dass es in einem Punkt zumindest teilweise so gewesen sei, wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift aufgeführt hatte.

Zum Ende des ersten Prozesstages Anfang Februar hatte ein Zeuge in Düren ein italienisches Kult-Moped gesehen, an dem sich ein besonders seltener Edelstahl-Auspuff befand. Genau so einer war ihm von seinem eigenen Fahrzeug kurz zuvor gestohlen worden. Der Auspuff hatte zudem ein sehr spezielles Wiedererkennungszeichen.

Der Zeuge fragte sich damals durch und traf wenig später auf den Angeklagten, der aber einen Zusammenhang mit dem Diebstahl leugnete. Allerdings stand besagter Motor-Roller am nächsten Tag wieder an derselben Stelle – diesmal mit anderem, weniger auffälligem Auspuff.

Unstrittig für das Gericht war zudem, dass der Angeklagte mit einer Schaufel oder einem Besen einen Pkw erheblich beschädigt hatte. Dazu war es bei einem Streit mit einem Bekannten gekommen, der ebenfalls im Gewerbegebiet im Großen Tal in Düren eine Garage angemietet hatte.

Der Vorwurf der Urkundenfälschung rührte schließlich aus einer Roller-Fahrt mit einem Kennzeichen, das offenbar von einem anderen Kunden-Fahrzeug „ausgeliehen“ war. In diesem Zusammenhang warf die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten auch einen Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz vor.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Verena Neft verurteilte den 32-Jährigen, der nach einigen Einträgen im Bundeszentralregister für die Justiz kein Unbekannter ist, zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird.

Diese Art von „Milde“ begründete die Vorsitzende Richterin damit, dass der Angeklagte derzeit erstmals eine Haftstrafe absitzt und sich dies sicherlich zur Abschreckung dienen lasse. Zu den Bewährungsauflagen gehört unter anderem die Ableistung von 80 Sozialstunden in einer gemeinnützigen Einrichtung.

Das Urteil entspricht dem Antrag der Staatsanwältin, während der Verteidiger auf eine neunmonatige Bewährungsstrafe plädiert hatte.

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