Düren - Die zuckende Oberlippe führt zum ersten Platz bei „Kunst gegen Bares“

Die zuckende Oberlippe führt zum ersten Platz bei „Kunst gegen Bares“

Von: Kim Statzner
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Thomas Malirsch setzte sich im Finale von „Kunst gegen Bares“ auch wegen seiner Elvis-Imitation und dem Fakt durch, dass er auf seiner Gitarre jedes Volkslied der Welt spielen kann.

Düren. Es war das Finale der Finale, das am Montag im Keller des „Komm“-Kulturzentrum stattfand. Die Reihe „Kunst gegen Bares“ endete für diese Spielzeit mit den Auftritten der sechs Gewinner der vergangenen Monate. Am Ende staubte der Österreicher Thomas Malirsch den Gesamtsieg und damit den Titel „Master Pig oft he Universe of Düren“ ab.

Bei „Kunst gegen Bares“ treten jeden Monat sechs bis acht Künstler für jeweils zehn Minuten auf. Über ihre Gage entscheidet am Ende der Veranstaltung das Publikum, in dem es Geld in die Sparschweine ihrer Favoriten steckt. Jeden Monat wird so auch das „Kapitalistenschwein des Monats“ gekürt. Die Träger dieses Titels kamen im großen Jahresfinale am Montag zusammen.

Den Anfang machte die Band „Good Morning Yesterday“, die im April gesiegt hatte. Jonas und Adi präsentierten mit Keyboard und Akustikgitarre drei Songs. Die Band aus Mainz besteht eigentlich aus vier Mitgleidern mit Schlagzeuger und Cellist, die aber nicht mitkommen konnten. „Ihr müsst euch jetzt einfach ein fetziges Schlagzeug vorstellen“, lacht Jonas.

Als zweites trat Septembersieger Comedian Mazi auf. Der gebürtige Hamburger hat iranische Wurzeln sieht aber, wie er meint, aus wie ein Inder und hat deshalb den dazugehörigen Akzent perfektioniert. In seinen zehn Minuten witzelte er zum Beispiel über die Probleme, die entstehen, wenn man für einen Flüchtling gehalten wird und dass er sich in der Disco jetzt immer als Latino ausgebe.

Vor der Pause trat dann Thomas Malirsch auf, der nach seinem Sieg im Mai am Ende auch den Gesamtsieg ergatterte. Der Wiener Kabarettist kann dank einer zuckenden Oberlippe perfekt Elvis nachmachen und beherrscht auf der Gitarre jedes Volkslied der Welt. Ganz besonders überzeugte er mit seinem unglaublichen Improvisationstalent, so dass man sich gar nicht sicher sein konnte, was nun geplant und was spontan war.

Den Auftakt nach der Pause machte der Brite Tim Whelan, der im März gewonnen hatte. Er hatte eigentlich ein dreistündiges Musical über Ikea auf die Bühne bringen wollen, der knappen Zeit geschuldet gab es dann aber doch nur Auszüge. Er machte sich außerdem über die Eigenheiten der Deutschen lustig und hoffte, nach der Show keinen Beschwerdebrief zu bekommen. Ein bisschen experimentell wurde der Auftritt außerdem, als er sich aktiv mit seinem Lieblingswort Gemüse auseinander setzte.

Danach folgte etwas ganz anderes mit Mülltrommler Timo Pelstring. Wie der Name schon sagt, macht der Musiker aus Würselen aus alten Blechdosen oder Bratpfannen eine fetzige Show. „Ich spiele auch ein richtiges Instrument, wisst ihr“, lacht er nach dem Auftritt. „Seit vierzehn Jahren Schlagzeug, aber den Müll kann man einfach viel leichter transportieren.“ Er belegte mit seiner beeindruckenden Nummer den zweiten Platz des Abends.

Der letzte Auftritt des Abends gehörte Ralf Senkel. In dieser Rolle sprach der rheinbische Kabarettist über seine „Berufsuntätigkeit“ und das Leid, immer für alle die Post annehmen zu müssen. Voller Wortwitz und mit einigen herrlich trockenen Kommentaren überzeugte er das Publikum und schaffte es auf den dritten Platz des Abends. „Sie haben es ja gleich geschafft“, versichert er. „Jedes Publikum ist unterschiedlich und mansche lachen halt erst ein bisschen später.“

Während die Sparschweine ausgezählt wurden, taten sich „der Österreicher und der Mülltrommler“, wie Moderator Daniel es formulierte, für eine Jam-Session zusammen. Insgesamt spendeten die Zuschauer 912 Euro und 60 Cent und wurden dafür von ihrem Favoriten Thomas Malirsch mit einer Zugabe belohnt. Ab Oktober startet die Reihe erneut mit neuen Künstlern – immer mittwochs.

 

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