Die Weichen für lebenswerte Dörfer stellen

Von: Sarah Maria Berners
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Die Politik wird in den nächsten Jahren aber weitere Weichen für die kleinen Dörfer stellen müssen. Zudem wird das Thema Verkehrsentlastung des Zentralortes, im Bild die sanierungsbedürftige K 29, Diskussionsthema bleiben. Foto: Sarah Maria Berners
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Darüber hinaus geht es um die Entwicklung von Wohnraum und Gewerbeflächen. Foto: Sarah Maria Berners

Kreuzau. Der neue Rat der Gemeinde Kreuzau wird sich mit der Lösung alter Probleme und mit Konzepten für die Zukunft der zweitgrößten Kommune im Südkreis Düren befassen müssen. Ein schwieriges Thema für die Politik ist der defizitäre Haushalt, der den Gestaltungsspielraum der Akteure gewaltig einschränkt.

Die Sanierung des Haushaltes ist allen Parteien wichtig, einen Sparkommissar will niemand in Kreuzau sehen.

Doch wie wird die Politik den Haushalt sanieren, wenn Land und Bund nicht – wie immer wieder gefordert – mehr Geld zur Verfügung stellen? Einnahmen steigern, Ausgaben reduzieren: Diese beiden Optionen gibt es. Im Wahlkampf spricht man nicht gerne darüber. Eines aber ist klar: Steuererhöhungen sind im Haushaltsicherungskonzept eingeplant. Wie hoch sie schlussendlich ausfallen, wird diskutiert werden müssen.

Die Nachbarkommunen Nideggen, Heimbach und Hürtgenwald setzen zunehmend auf den Tourismus als Einnahmequelle. Auch Kreuzau hat zum Beispiel mit Obermaubach eine Perle. Kann der Tourismus in Zukunft stärker in den Fokus gerückt werden?

Schon lange spielt das ehrenamtliche Engagement eine Hauptrolle in der Gesellschaft. Viele Menschen sind in Vereinen und Organisationen aktiv. Angesichts der klammen Kasse wird dieser Einsatz in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen.

Bei allen Sparmaßnahmen wünschen sich Bürger und Politiker, dass die Infrastruktur in der Gemeinde erhalten bleibt. Gerade vor dem Hintergrund der sich verändernden Bevölkerungsstruktur wird sich die Politik mit vielen Fragen befassen müssen: Ist es möglich, auch ohne Auto den Arzt im Zentralort zu erreichen? Gibt es Chancen, die Versorgung mit Lebensmitteln in kleinen Dörfern sicherzustellen? Innovative Antworten sind gefragt – auch, weil die großen Geschäfte ihre Entscheidungen von Fakten abhängig machen und nicht von Wünschen. So konnte die Lücke, die die Schlecker-Schließung hinterlassen, hat, bislang noch nicht geschlossen werden.

Lange Wunschlisten haben die Bürger auch mit Blick auf die Schlaglöcher in den Straßen und die noch fehlende Anbindung an die Datenautobahn in manchen Orten.

Auch neue Wohngebiete und Gewerbeflächen werden in der kommenden Ratsperiode ins Blickfeld rücken. Auf der anderen Seite wird es in Zukunft auch mehr freien Wohnraum in alten Häusern geben, der gefüllt werden will.

Dauerthema Verkehr

Die rückläufigen Schülerzahlen haben auch zur Gründung eines Verbunds der Drover mit der Kreuzauer Grundschule geführt. Mit Blick auf die weiterführenden Schulen hat die Gemeinde Kreuzau die Weichen bereits gestellt. Haupt- und Realschule laufen aus, die Sekundarschule Kreuzau-Nideggen wird gut angenommen. Die Inklusion steht als nächstes großes Thema an, die Förderschule wird es bald nicht mehr geben.

Die Verkehrssituation im Zentralort ist ein Dauerthema. Das Problem ist erkannt, Lösungen lassen auf sich warten – so lässt sich der Sachstand zusammenfassen. Den betroffenen Bürgern passiert zu wenig, sie sind entnervt, wollen schnelle Entlastung, die es nicht geben wird. Ein Teil des Verkehrs hat seine Ursache in den ansässigen Firmen. Die sorgen jedoch nicht nur für ein erhöhtes Lkw-Aufkommen, sondern auch für Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen. Wie immer hat die Medaille zwei Seiten, die Politik wird sich auch in der kommenden Ratsperiode mit beiden befassen müssen.

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