Die Vossenacker Kirche erstrahlt in neuem Glanz

Von: Gudrun Klinkhammer
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Vossenacks Ortsvorsteher Ulli Hallmanns (re.) und Architekt Bernd Matthiesen freuen sich, dass die Bauarbeiten an der Kirche, die im März begannen, Ende September beendet sein werden. Foto: glki

Vossenack. „Von oben, vom Kirchturm aus, kann man bis zum geht nicht mehr gucken“, schmunzelt Bernd Matthiesen. Vossenack liegt 414 Meter hoch. Tatsächlich ist es möglich, bei schönem Wetter bis zum Siebengebirge und zum Kölner Dom zu gucken. Die Kölner Bucht liegt den Vossenackern bei gutem Wetter quasi zu Füßen.

Bernd Matthiesen, Architekt aus Eschweiler, betreut seit 2011 die Sanierungsmaßnahme an der Kirche St. Josef in Vossenack. Vor drei Jahren entschied sich der Kirchenvorstand, das marode Kirchengebäude aufzuarbeiten, neu zu verkleiden und notwendige Erhaltungs- und Schutzmaßnahmen durchzuführen. Mehrere Vorschläge legte der Fachmann vor, darunter Verblendungen mit Tonstäben oder Schieferplatten.

Letztlich entschied sich der Kirchenvorstand für die Variante Schiefer. Ulli Hallmanns, Ortsvorsteher von Vossenack und Mitglied des Kirchenvorstands, sagte dazu: „Das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser Variante war das sinnvollste.“ Rund 250.000 Euro kostete die gesamte Maßnahme. 60 Prozent der Summe übernahm das Bistum, den Rest musste die Kirchengemeinde selber zusammentragen. Der Architekt beschreibt die Probleme, die es an der St. Josef gab: „Immer wieder drang durch die exponierte Lage vor allem am Turm Wasser ein. Wind und Wetter zollten ihren Tribut.“

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde in Vossenack eine Kapelle erbaut, die allerdings schnell zu klein wurde und verfiel. Am 15. Juni 1869 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt. Als Grundstein diente damals der alte Stein der bisherigen Kapelle. Der Kirchturm wurde mehrfach zerstört.

Nach 1870 traf ein Unwetter den Turm, so dass er komplett zusammenfiel. Auch hinterließ der Zweite Weltkrieg starke Spuren am Gotteshaus. Ulli Hallmanns weiß zu berichten, dass deutsche und amerikanische Soldaten sich sogar im Gotteshaus beschossen haben. Die einen feuerten von der Empore aus und die anderen saßen hinter dem Altar.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche zunächst notdürftig geflickt. 1960 erhielt sie eine Verkleidung aus kleinen, braunen Eternitplatten, die Asbest enthielten. Nach 50 Jahren waren diese Platten bröckelig geworden, brachen ab und lösten sich, was eine Gefahr für die Passanten darstellte. Daher wurde 2011 der Plan angegangen, die 450 Quadratmeter Fläche Eternit abzunehmen, zu entsorgen und durch anderes, natürliches Material zu ersetzen. Bernd Matthiesen: „Nun verkleidet Naturschiefer den Turm und die Front, so dass kein Wasser mehr in das Mauerwerk dringen kann.“

Des weiteren wurden aus Brandschutzgründen im Glockenturm die Holztreppen entfernt und durch Stahlkonstruktionen ersetzt. Auch das Dach erhielt eine neue Eindeckung, die Fenster wurden mit neuem Schutzglas versehen und die Turmuhren generalüberholt. Axel Lautenschläger, der Pastor im 2400-Seelendorf, wird bestimmen, ob, wann und wie die im neuen Glanz erstrahlende Kirche eingeweiht und offiziell vorgestellt werden wird.

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