Die Volleyball-Akademie: Pritschen und Baggern mit den Profis

Von: Sandra Kinkel
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Lara, Katharina und Rokaya (von rechts) sind seit dem Sommer dabei. Insgesamt trainieren rund 65 Kinder und Jugendliche in der Volleyball-Akademie. Foto: Sandra Kinkel
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Insgesamt trainieren rund 65 Kinder und Jugendliche in der Volleyballakademie. Foto: Sandra Kinkel
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Spielen seit Jahren Volleyball: Sebastian Spölgen (links) und Andre Löwen.
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Thomas Schmidt und Andreas Peterhoff (rechts) betreuen die Volleyballakademie.

Düren. An seine Zeit in der Volleyball-Akademie kann Dennis Barthel sich noch sehr genau erinnern. „Ich muss so zwölf Jahre alt gewesen sein, als ich angefangen habe“, erzählt der heute 20-Jährige. „Damals fand das Training der Volleyball-Akademie noch in der Arena statt, und wir haben dort dreimal in der Woche auf sehr hohem Niveau trainiert. Ich denke, das ist ein sehr gutes Projekt.“

Außenangreifer Dennis Barthel ist bisher der einzige Teilnehmer der Volleyball-Akademie, der heute in der ersten Bundesliga spielt. Nachwuchs für die erste Liga zu bekommen, ist allerdings auch nicht das erklärte Ziel der Akademie. „Natürlich ist das ein schöner Erfolg“, sagt Andreas Peterhoff, Vorsitzender der Volleyball-Akademie. „Unser eigentliches Ziel ist es aber, Kinder und Jugendliche für den Volleyball zu begeistern.“

Darüber hinaus, so der 47-Jährige weiter, sei es wichtig, dass ein Bundesliga-Klub sich auch die Nachwuchsförderung auf die Fahnen schreiben würde. Peterhoff: „Wir möchten Kindern und Jugendlichen den Spaß an unserem Sport vermitteln.“ Es sei wichtig, jungen Leuten früh das Interesse am Volleyball zu vermitteln. „Auch, damit diese Sportart in Düren noch populärer wird.“

Vor zwölf Jahren gegründet

Die Volleyball-Akademie wurde 2005 gegründet – und ist ein eigenständiger Verein, völlig unabhängig von Dürener Turnverein und SWD Powervolleys. Gleichwohl arbeiten alle drei Einrichtungen intensiv zusammen. Thomas Schmidt, Trainer und sportlicher Leiter der Akademie, erklärt das so: „Wir betreuen Arbeitsgemeinschaften an sechs Dürener Schulen. Zusätzlich bieten wir an vier Abenden in der Woche Volleyballtraining für Kinder ab der dritten Klasse an.“ Besonders talentierte Kinder und Jugendliche bekämen die Möglichkeit in einer Mannschaft des Dürener Turnvereins zu spielen.

Das Training in der Volleyball-Akademie beginnt sehr spielerisch. Schmidt: „Anfangs geht es um Ballgewöhnung und kindgerechtes Training mit viel Bewegung. Volleyball spielt eine eher untergeordnete Rolle. Bis die Kinder wirklich richtig Volleyball spielen, dauert es einige Zeit.“ Das, ergänzt Schmidt, liege vor allem daran, dass Volleyball eine sehr komplexe Sportart mit komplizierten Bewegungsabläufen sei. „Gerade für jüngere Kinder ist das sehr schwer. Trotzdem ist es wichtig, dass die Kinder früh mit dem Volleyball anfangen, weil wir sie sonst an andere Sportarten wie Fußball verlieren.“

Lara, Katharina (beide 10) und Rokaya (11) sind seit gut einem halben Jahr bei der Volleyball-Akademie dabei und trainieren immer mittwochs in der Sporthalle des Burgau-Gymnasiums. „Ich mag Ballsportarten“, sagt Lara. „Und weil ich unbedingt Volleyball spielen wollte, bin ich jetzt hier.“ Für Katharina ist Volleyball deswegen die perfekte Sportart, weil man viel mit den Händen machen kann. „Mir macht das Spaß“, sagt die Schülerin. „Vor allem, wenn wir Pritschen und Baggern üben.“

Andre Löwen aus Schlagstein ist 16 Jahre alt und ist seit vier Jahren in der Volleyball-Akademie aktiv und spielt auch im Dürener Turnverein. „Volleyball ist ein schwerer Sport“, sagt er. „Man muss mehr laufen als zum Beispiel beim Fußball, und die Kommunikation ist enorm wichtig. Das reizt mich einfach.“ Sebastian Spölgen (14) ergänzt: „Beim Volleyball kommt es auf jeden Spieler an. Keiner kann sich verstecken. Das finde ich gut.“ Den Jugendlichen gefällt zudem auch der Kontakt zum Bundesligateam. „Ab und zu“, sagt Sebastian Spölgen, „kommen Bundesliga-Spieler zum Training der Akademie. Das ist natürlich etwas Besonderes.“

Den Kontakt zu den Profis hat auch schon Dennis Barthel zu seiner Zeit in der Volleyball-Akademie genossen. „Wir haben damals sogar vor den Profis trainiert“, erzählt er. „Der direkte Kontakt war da.“ Auch Andreas Peterhoff glaubt, dass der Kontakt zu den Erstliga-Spielern viele Kinder motiviert. „Viele Jungen und Mädchen aus der Akademie sind auch als Ballkind bei den Bundesligapartien aktiv. Und natürlich sind die Profis auch Vorbilder.“

Dass gute Nachwuchsarbeit wichtig ist, belegen auch einige Zahlen. Bei den Jungen gibt es in ganz Nordrhein-Westfalen nur 21 U 14-Mannschaften. Thomas Schmidt: „In Düren gibt es Nachwuchsteams in allen Altersklassen. Die nächsten sind dann erst wieder in Aachen und Köln.“ Mehrere Mannschaften des Dürener Turnvereins, zu denen auch viele Kinder und Jugendliche der Volleyball-Akademie gehörten, hätten sich für die Teilnahme an Westdeutschen Meisterschaften qualifiziert.

Auch Norbert Hommes, Lehrer für Sport, Deutsch und Geschichte und Mitglied der Schulleitung an der Anne-Frank-Gesamtschule (AFG) in Mariaweiler, ist von der Arbeit der Volleyball-Akademie überzeugt. Die AFG ist eine der sechs Schulen, die bei der Akademie mitmachen. Hommes: „Bei uns haben die Fünft- und Sechstklässler die Möglichkeit, bestimmte Fächer zu wählen. Sport hat uns in dem Bereich gefehlt, und wir sind froh über die Zusammenarbeit mit der Volleyball-Akademie.“

Der Unterricht mit Thomas Schmidt ist Teil des normalen Schulunterrichtes. Hommes: „Es haben sich genügend Kinder für zwei Kurse gemeldet, und die haben großen Spaß.“ Volleyball, sagt auch Norbert Hommes, sei eine sehr anspruchsvolle Sportart. „Kinder haben grundsätzlich ein hohes Interesse an Ballsportarten“, sagt der Gesamtschullehrer. „Das muss nicht immer Fußball sein.“ Seine Schule, so Hommes. denke darüber nach, die Kooperation mit der Volleyball-Akademie weiter auszubauen. „Wir können uns vorstellen, Partnerschule Volleyball zu werden.“

Unternehmer Andreas Peterhoff ist davon überzeugt, dass die Teilnehmer der Volleyball-Akademie auch viel fürs Leben lernen. „Leute, die eine Mannschaftssportart betreiben, sind teamfähig, haben ein gutes Sozialverhalten. Ich achte bei Einstellungsgesprächen schon sehr stark auf solche Dinge.“

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