„Die Verkehrssituation in Kreuzau ist völlig überstrapaziert“

Von: Sarah Maria Berners
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Die Mühlengasse ist eine Engstelle für Laster auf dem Weg zu den Papierfirmen und dem Geschäftszentrum von Kreuzau. Foto: smb

Kreuzau. „Diese Zahlen spiegeln unsere Erfahrung wider, dass die Verkehrssituation in Kreuzau völlig überstrapaziert ist“, sagt Karl-Heinz Kern, der Sprecher der Bürgerinitiative für saubere Luft in Kreuzau. Überrascht haben ihn die Zahlen einer Verkehrsmessung, die auf Anregung der Initiative erfolgte, nicht.

8238 Fahrzeuge hat ein Messgerät vom 8. bis zum 13. Februar, Samstag bis Donnerstag, pro Tag im Nadelöhr Mühlengasse im Schnitt gezählt. Auf die Zeit von Montag bis Donnerstag reduziert, spricht die Gemeinde von 8975 Fahrzeugen pro Tag. 7755 (8532) davon waren zwischen 6 und 22 Uhr unterwegs. Darunter waren 583 beziehungsweise 757 Schwerlaster (länger als zehn Meter).

An der Maubacher Straße wurden zwischen dem 23. Januar und dem 6. Februar täglich im Schnitt 5402 Fahrzeuge gezählt, für den Auswertungszeitraum Montag bis Freitag (27. bis 31. Januar) betrachtet, ergibt dies eine Zahl von 6002 Fahrzeugen. Auch dort waren die meisten Fahrzeuge zwischen 6 und 22 Uhr unterwegs. Die Anzahl an Schwerlastern betrug darin 293 beziehungsweise im zweiten Auswertungszeitraum 390 Fahrzeuge pro Tag.

Um die Verkehrsströme zu den beiden Papierfabriken Metsä Tissue und Niederauer Mühle genau zu erfassen, hat die Verwaltung ihre Mitarbeiter am Donnerstag, 6. Februar, im Schichtdienst zur „visuellen Zählung“ ausgesandt. An der Niederauer Mühle wurden 142 ankommende und 143 abfahrende Lkw gezählt, bei Metsä Tissue 144 und 155. Einschließlich des übrigen Lkw-Verkehrs ergab dies 780 an- und abfahrende Laster.

Der Bürgerinitiative für saubere Luft in Kreuzau sind das zu viele. „In den Genehmigungen gibt es keine Festlegungen zur maximal zulässigen Lkw-Anzahl“, erklärt Siegfried Schmühl, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, auf Anfrage. Gleichwohl sei in den Antragsunterlagen und in Erörterungsterminen stets von rund 100 Lastern bei der genehmigten Produktionsmenge die Rede gewesen.

Auf Nachfrage erklärt Schmühl auch, dass die Zahl der Lkw, die den Betrieb ansteuert, erst dann für eine Genehmigung relevant sei, wenn sie im Verhältnis zum Gesamtverkehr eine bestimmte Grenze überschreite. Das sei bei 140 Lkw nicht der Fall. Der Verkehr habe in den vergangenen Jahren insgesamt zugenommen. Gleichwohl hat die Verwaltung die Bezirksregierung gebeten, sich mit diesem Thema zu befassen.

Dr. Erich Zanders, Berater der Niederauer Mühle sieht „keine Problematik“. Er verweist darauf, dass die Zahl der Laster variiere. Nicht immer sei es möglich, dass Lkw voll beladen an- und wieder abfahren würden. „Es gibt Tage, da kommen 80 und Tage, da sind es 140“, erklärt Zanders. Der Donnerstag sei ein verkehrsreicher Tag, da dann bereits Anlieferungen für das Wochenende erfolgen würden.

Vor allem die Leerfahrten sind der BI ein Dorn im Auge. „Es gibt keinen Königsweg, um das Problem zu lösen“, sagt Kern. „Aber eines ist klar: Mehr Verkehr verkraftet der Ort nicht.“

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