„Die Uhr ist kaputt”: Filigraner Schmuck aus alten Teilen

Von: Alexander Barth
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Das Vorher und Nachher ist ers
Das Vorher und Nachher ist erstaunlich: Inge Staebe zeigt ein Schiffsmodell, dass ihr Mann Heinz aus den Teilen alter Uhren gefertigt hat. Foto: Barth

Langerwehe/Eschweiler. „Die geht nicht mehr” - ein Satz, den Besitzer antiker Uhren nicht gerne hören. Aber da gibt es ja noch Heinz Staebe. Er profitiert sogar von dem technischen Ableben. Vielmehr noch, er haucht den alten Zeitmessern neues Leben ein: Der Mann aus Eschweiler fertigt filigranen Schmuck und aufwändige Modelle aus allem, was so eine Uhr hergibt.

Mit seiner Frau Inge ist er am 9. September auf dem Eifelmarkt am Töpfereimuseum Langerwehe vertreten. Dort bietet das Paar die vielen Handwerksstücke an.

Für seine Frau hat Heinz Staebe auch einst das erste Stück gefertigt. Aus dem Einzelwerk wurde im Laufe der letzten Jahre eine beachtliche Kollektion von Halsketten, Broschen und Ringen. Aber auch größere und ausgefallenere Objekte fertigt Staebe in seiner Eschweiler Werkstatt. Längst haben sich so viele Stücke angesammelt, „dass es nur logisch ist, sie auch zu verkaufen”, lächelt Inge Staebe. Zuhause werden die Stücke regelmäßig in die Einrichtung integriert. Da wird arrangiert, umgestellt, eingemottet und wieder hervorgeholt. Und immer wieder eben auch verkauft.

„Das Treiben auf den Märkten macht viel Spaß”, erzählt Inge Staebe. „Der Kontakt mit den vielen Menschen, die Arbeiten der anderen Aussteller - das macht auch den Eifelmarkt so reizvoll.” So zieht es das Paar immer wieder auf die Plätze der Region. Die Aufgaben sind dabei mehr oder weniger klar verteilt. „Meine Frau hat den Geschäftssinn”, sagt Heinz Stäbe lächelnd.

„Und er ist eben für das Handwerkliche zuständig”, ergänzt Inge Stäbe. Umsatzdruck verspüren sie dabei nicht. „Es macht einfach Spaß.” Wie bei so vielen ausgefallenen Hobbys kommt irgendwann die Frage auf: Woher kommt die Leidenschaft für das filigrane Handwerk? Ein bisschen hat Heinz Staebe womöglich den Beruf verfehlt, obwohl ihm sein langjähriger Job als Bauleiter Spaß gemacht habe, wie er versichert. „Ich wäre trotzdem sehr gern Uhrmacher oder Feinmechaniker geworden”, gesteht er. Doch damals, im Jahr 1955 sei dafür kaum bedarf gewesen. Die Nachwehen des Weltkriegs waren noch deutlich zu spüren. Maurer wurden gebraucht, so kam Heinz Staebe ins Baugewerbe. Seine Leidenschaft für die Feinmechanik entflammte noch einmal von neuem, als er in Rente ging.

Die Materialbeschaffung ist dabei kein Problem. In seiner Werkstatt finden sich Unmengen Materialien, die ihm Freunde, aber auch Fremde im Laufe der Zeit überlassen haben. „Die Leute sagen dann: ?Hier, die Uhr ist kaputt, aber Du stellst wenigstens noch etwas Schönes und Sinnvolles damit an”, erklärt Heinz Staebe. Und so sammeln sich die Zahnräder, Uhrengehäuse und Ziffernblätter in vielen Kisten und Kästchen, wo sie einer völligen Umgestaltung entgegensehen.

Die fällt beim kreativen Kopf aus Eschweiler schon mal reichlich ungewöhnlich aus. Das Gehäuse einer Taschenuhr, als Brosche umgearbeitet - durchaus eine nachvollziehbare Metamorphose. Aber bis aus den Ziffernblättern einer Standuhr ein Segelschiff entsteht, braucht es schon etwas mehr Fantasie und vor allem Fertigkeit. Rund eine Woche arbeitet Heinz Staebe an einem Stück. „Dann verliert er sich richtig in seiner Arbeit. Aber ich freue mich jedes Mal auf das Ergebnis”, erklärt Inge Staebe.

Beim Eifelmarkt fährt das Paar seine gesamte „Kollektion” auf. Beim Schmuck und den Modellen bleibt es dann längst nicht. Denn Heinz Stäbe sichert den alten Uhren auch in Mobiles, Windspielen oder Skulpturen ein kunstvolles Weiterleben.

Der Eifelmarkt findet am Sonntag, 9. September, von 10 bis 18 Uhr rund um das Töpfereimuseum in Langerwehe statt. Die Dürener Zeitung stellt vorab einige der Aussteller vor.

Das Angebot stammt überwiegend aus der Eifel und den angrenzenden Regionen. Es werden „alte” Handwerks- und Haushaltstechniken gezeigt. Zudem gibt es ein Unterhaltungsprogramm.
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