Die Stunden im Stau irritieren die Powervolleys nicht

Von: Franz Sistemich
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Gespannte Aufmerksamkeit: Sechs Dürener Volleyballer beobachten nach einem Aufschlag von Tomas Kocian (hinten) die Annahme ihres früheren Mitspielers Eric Mattson. Foto: Rudi Bartgens

Düren. Michael Mücke braucht nicht lange nachzudenken: „Nein, das habe ich noch nicht erlebt.“ Der Trainer der SWD Powervolleys ist schon seit Jahrzehnten als Spieler und Trainer im Volleyball-Geschäft. Doch dass er auf der Fahrt zu einem Auswärtsspiel die Reißleine ziehen und eine Zwischenübernachtung für sich und sein Team einlegen muss – das ist ihm noch nie passiert.

Am Freitag, auf der Fahrt zum Auswärtsspiel bei Aufsteiger SVG Lüneburg, erlebte Mücke die Premiere. Sechs Stunden brauchte der Mannschaftsbus für die Strecke von 81 Kilometern von Rheda Wiedenbrück bis Bad Eilsen. Es war kurz vor 22 Uhr, und Lüneburg noch gut 174 Kilometer entfernt. Eine Besserung der Wetter- und Verkehrsverhältnisse war nicht in Sicht.

„Mal standen wir 35 Minuten, mal fast eine ganze Stunde, dann ging es wieder ein wenig weiter“, erzählt Mücke. Irgendwann musste er eine Entscheidung treffen: „Es blieb nichts anderes übrig, als an der nächsten Ausfahrt von der Autobahn runter und in einem Hotel zu übernachten“, sagt der Coach. Mücke machte telefonisch in einem kleinen Ort einen Landgasthof ausfindig. Der Hotelier fiel fast aus allen Wolken, als ihn der Anruf erreichte.

Zum Glück für die Rheinländer hatte der Gastwirt Platz in seinem Hotel, drei Dürener brachte er in einer Ferienwohnung unter. Dieses Problem war gelöst. Doch den Spielern, dem Arzt, der Physiotherapeutin und natürlich auch dem Trainer und dem Busfahrer knurrte der Magen. Die Hotelküche war kalt, der Pizzaservice wollte Feierabend machen. Die Pizzabäcker ließen sich aber überreden und versorgten die Dürener mit warmer Speise.

Eine optimale Vorbereitung auf ein Auswärtsspiel, das zudem noch die Revanche für das Pokal-Aus bringen sollte, verläuft in der Regel anders. „Weil wir keinen Einfluss auf Wetter und Verkehr hatten, konnten wir nur das Beste aus der Situation machen“, sagt Mücke. Der Dürener Tross ertrug die Widrigkeiten gelassen. Die Rheinländer schliefen gut, standen zeitig auf, bekamen ein sehr gutes Frühstück serviert und setzten die Fahrt nach Lüneburg fort.

Um die Mittagszeit kamen sie am Spielort in ihrem Hotel vor Ort an. Auf die Trainingseinheit mussten sie allerdings verzichten. Nicht aber auf die Punkte. Denn sie nahmen erfolgreich Revanche für das Pokal-Aus. „Wir haben halt unsere Taktik über weite Strecken sehr gut umgesetzt und vor allem gut aufgeschlagen. Da waren wir besser als Lüneburg“, freute sich der Dürener Trainer.

Zur Erinnerung: Bei Dürens Niederlage im Pokal-Halbfinale dominierten die Hausherren mit ihren Aufschlägen. Während die Gäste in den beiden ersten Sätzen mit guten Aufschlägen und sicherer Abwehr überzeugten und die Abschnitte für sich entschieden, dominierten die Gastgeber im dritten Satz mit ihren Blocks. Dass der Satz 17:25 verloren ging, irritierte die Rheinländer nicht: „Wir sind stark zurückgekommen“, sagt Blair Bann, der Libero.

Zwei Spieler stehen denn auch stellvertretend für den Gewinn des vierten Satzes: Jan-Philipp Marks und Sebastian Gevert. Der Außenangreifer war „genervt davon, dass wir im Angriff zuvor ein paar Bälle nicht verwandelt haben. Deswegen hat er so emotional und druckvoll gespielt“, erzählt Mücke. Und der Annahmespezialist, der wegen der Vertragsauflösung von Steven Hunt, mehr Verantwortung übernehmen muss, erwies sich auch als fleißiger Punktesammler.

Das soll auch beim letzten Heimspiel der Hauptrunde so sein: Am Mittwoch empfangen die Powervolleys die VSG Coburg/Grub. Auch hier gilt: Düren will Revanche; denn nach dem Pokalsieg in Coburg erfolgte eine überraschende Niederlage in der Meisterschaft.

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