Die Sternsinger geben gleich doppelt

Von: Sarah Maria Berners
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Morgen ziehen Anna und Stefan Rubel als Sternsinger durch die Gemeinde St. Josef, heute sind sie zu Besuch im Bundeskanzleramt in Berlin. Mit dabei sind ihre Sternsingergefährten Gereon Schlicht und David Blume. Foto: Berners/dpa

Düren/Berlin. Schon heute schlüpfen Anna und Stefan Rubel und ihre Freunde Gereon Schlicht und David Blume in die festlichen Gewänder und setzen ihre selbst gebastelten, goldenen Kronen auf. Allerdings ziehen die Sternsinger heute noch nicht durch die Straßen des Dürener Südostens. Heute werden die vier Könige im Bundeskanzleramt von Angela Merkel erwartet.

Weil die Gemeinde St. Josef einen Wettbewerb gewonnen hat, dürfen die vier Messdiener alle Sternsinger aus dem Bistum Aachen in Berlin vertreten. Gestern sind sie in den Zug in Richtung Hauptstadt eingestiegen und haben dort – natürlich als Könige verkleidet – gesungen, mit der Dose geklappert und schon die ersten Spenden gesammelt.

Am Samstag ziehen sie dann – wie Hunderte andere Messdiener in der Region – von Haus zu Haus, um Gottes Segen zu den Menschen zu bringen und um Spenden für Kinder zu sammeln, denen es nicht so gut geht. Mit diesem Anliegen vereinen sie Menschen verschiedener Konfessionen. „Auch Menschen anderer Religionen und Menschen, die nicht an einen Gott glauben, öffnen uns die Türen, um unsere Aktion zu unterstützen“, erzählt Stefan Rubel (12 Jahre).

„Uns geht es doch gut“

Stefan und seine Schwester Anna sind Messdiener und schon lange dabei. Als Anna neun Jahre alt war, hat sie sich den Sternsingern angeschlossen und ihren kleinen Bruder gleich mitgenommen. Die beiden und ihre Mitstreiter ziehen gerne für den guten Zweck durch die Straßen. Auch wenn es manchmal kalt und ein anderes Mal regnerisch ist.

„Uns in Deutschland geht es doch gut“, sagt Anna (14). „Das ist es schön, anderen Menschen etwas zu geben.“ Und die Sternsinger geben doppelt: Mit ihrer Spendensammlung sind sie ein Segen für arme Kinder in aller Welt und zudem machen sie den Menschen an den Haustüren eine Freude, indem sie Gottes Segen an die Häuser schreiben.

„Manche Leute, die nicht Zuhause sind, wenn wir kommen, sprechen uns später an, ob wir noch mal zu ihrem Haus kommen können“, erzählt Stefan. Andere bitten um einen Aufkleber für das Haus der Nachbarn oder Freunde. „Ohne den Segen der Sternsinger fehlt ihnen etwas“, weiß Anna. Schließlich haben die Sternsinger Tradition. 1959 feierte die Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder Premiere.

Zum Dank gibt es von vielen Leuten Süßigkeiten für die engagierten Kinder und Jugendlichen. Es gibt aber auch Menschen, die den Sternsingern die Türe vor der Nase zuschlagen. Aber das passiert zum Glück nur ganz selten.

„Segen bringen. Segen sein. Für Gesundheit in Tansania und weltweit“ ist die Sternsingeraktion in diesem Jahr überschrieben. Bei einem Vorbereitungstreffen haben sich die Sternsinger aus der Pfarre St. Lukas mit der Situation im Beispielland Tansania beschäftigt und dazu auch einen Film gesehen. „Die Kinder sind abgemagert und krank. Das ist wirklich beängstigend“, sagt Anna. Und deswegen wollen sie und ihre Mitstreiter die Situation der Kinder verändern und Geld für Medikamente und Arztbesuche sammeln. 42,4 Millionen Euro haben die deutschlandweit 500.000 Sternsinger im vergangenen Jahr gesammelt.

Bei dem Vorbereitungstreffen haben sie aber auch die schönen Seiten des Landes kennengelernt. Sie haben traditionelle Speisen gekocht und die Spiele gespielt, die Kinder in Tansania gerne mögen. Neben dem Sammeln von Spenden ist es den Trägern der Aktion – dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – wichtig, dass Kinder und Jugendliche die Situation Gleichaltriger in der Dritten Welt kennenlernen.

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