Die Stadtpfeiferei aus Köln in St. Katharina

Von: Bruno Elberfeld
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Almut Rux, Naturtrompete, Martin Burkhardt, Barockcello, Tatjana Vorobjova, Cembalo, und Zsuzsanna Czentnar, Barockvioline, spielten ein harmonisches Barockkonzert in der Klosterkirche Wenau. Foto: bel

Wenau. Der „Kunstförderverein Kreis Düren“ präsentierte im Rahmen seines Projekts „Tonspuren“ Barockmusik für Trompete und Oboe. Die Biografien der sieben Komponisten erstrecken sich alle vom 17. bis ins 18. Jahrhundert. Initiatorin und Organisatorin von „Tonspuren“, Darja Großheide, hatte ein außergewöhnliches Ensemble in die altehrwürdigen Mauern von St. Katharina eingeladen: Die Stadtpfeiferei aus Köln.

Stadtpfeifer wurde man vor Jahrhunderten in der Regel, so erklärte eine Musikerin, wenn man vorher als Turmbläser fungiert hatte. Der königliche Turmbläser wurde zum Kammermusikus. Stadtpfeifer wurden bei weltlichen und kirchlichen Festen eingesetzt. Später kamen zu den Bläsern auch Streicher hinzu.

Eingeführt wurde in das Konzert, zu dem zahlreiche Besucher erschienen waren, mit der „Sonata 1 detta del Colloretto“ aus „Modo per Imperare di Tromba“, ein Werk für Trompete und Orgel von Girolamo Fantini (1600-1675).

Tatjana Vorobjova (Orgel) und Ina Stock (Naturtrompete) spielten auf der Empore.

Die Naturtrompete ist die Vorläuferin unserer heutigen Trompeten und kommt ohne Ventile, Klappen und Löcher für den Intonationsausgleich aus. Die Sonata 10 aus „Sonate concertate in stil morderno, libro secondo“ von Dario Castello (1600-1658) brachte neben dem Basso Continuo zwei Violinen und eine Viola zu Gehör. Das Cembalo war der ruhende Pol und wurde von den Streichern umspielt. Die erste Violine übernahm tänzerisch die Führung.

Dass klassische Musik nur geruhsam gespielt werde, widerlegten die Streicherinnen, die temperamentvoll jede Note ganzheitlich durch Mitgehen des Körpers kommentierten.

Beim dritten Konzertstück trat die Naturtrompete mit in den Altarraum. Sie erzeugen länger als heutige Trompeten Töne, die an Verkündigung und Ankündigung erinnern.

Heinrich Franz Ignaz Biber (1644-1704) schrieb mit „Mensa Sonora Pars III“ für Streicher und Basso continuo geradezu ein Paradebeispiel für die höfliche und höfische Auseinandersetzung der einzelnen Instrumente, die schließlich doch in Harmonie zusammenfließen.

Der zweite Teil des Konzerts wurde von der Komposition Georg Philipp Telemanns (1681-1767) beherrscht: „Suite D-Dur“ für Oboe, Trompete, Streicher und Basso Continuo; „Air“; „Sonate e-Moll“ für Oboe und Basso Continuo“; „Sonate D-Dur“ für Violoncello und Basso Continuo; „Conclusion“ aus der Tafelmusik für Trompete, Oboe und Basso Continuo.

Der Abend war ein nicht enden wollendes Musikfest. Der Einfluss Telemanns soll bis heute in der Musik zu spüren sein. So sagen jedenfalls Musiker, die mit Kompositionen des Altmeisters vertraut sind.

Unterbrochen wurde seine Komposition von „Sonata 2 in C-Dur“ für Trompete, Oboe und Basso Continuo des ebenfalls bekannten Komponisten Godfrey Finger (1650-1730).

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