Die Stadt Düren versteigert Fundsachen mittlerweile auf Online-Auktionen

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Dieser Krankentransportstuhl für schwergewichtige Menschen gehört zu den ausgefallensten Fundstücken, die Beate Ciammello und Matthias Rothkranz vom Amt für Recht und Ordnung der Stadt Düren derzeit im Fundbüro aufbewahren. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Die Stadt Düren setzt bei der Versteigerung von Fundsachen auf Online-Auktionen im Internet. Im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Sandra Kinkel erzählen Beate Ciammello, beim Amt für Recht und Ordnung der Stadt Düren unter anderem zuständig für Fundsachen, und Matthias Rothkranz, stellvertretender Amtsleiter, wie das genau funktioniert und was im Laufe des Jahres alles so abgegeben wird.

Gibt es derzeit viele Fundsachen?

Beate Ciammello: Und wie, Keller und Speicher sind voll. Wir haben im Augenblick sogar Kinderwagen und einen speziellen Krankentransportstuhl für schwergewichtige Menschen, die keiner abholen kommt. Für mich ist das nur schwer zu verstehen, solche Sachen muss man doch eigentlich vermissen.

Und was haben Sie sonst so in Ihrem Fundus?

Ciammello: Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem nichts bei uns im Fundbüro an der Schenkelstraße in Düren abgegeben wird. Wir haben sehr viele Fahrräder, aber auch Kleidung, Schmuck, Werkzeug und sogar Musikinstrumente. Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt. Manchmal werden sogar Gebisse und Glasaugen bei uns abgegeben.

Kleidung - gibt es dafür nicht den Altkleidercontainer?

Ciammello: Das sind meistens keine gebrauchten Anziehsachen. Vielmehr ist es Kleidung, die die Leute gerade gekauft haben, und die dann im nächsten Laden in der Umkleidekabine stehen gelassen werden.

Und die werden dann bei Ihnen nicht abgeholt?

Matthias Rothkranz: Dieses Phänomen erleben wir leider immer häufiger. Auch hochpreisige Fahrräder auch Autoschlüssel von sehr teuren Fahrzeugen werden nicht abgeholt. Dafür Gründe zu finden, ist schwierig. Vermutlich haben viele Menschen nur wenig Hoffnung, dass ihre verlorenen Gegenstände bei uns abgegeben werden und fragen erst gar nicht nach.

Wie lange bewahren Sie die Dinge auf, bevor sie versteigert werden dürfen?

Rothkranz: Sechs Monate. Sachen, die erkennbar Schrott sind, werden aber sofort entsorgt.

Und die Gebisse?

Ciammello: Die werden auch sechs Monate aufbewahrt. Und manchmal kommen auch Leute und fragen, ob sie so ein abgegebenes Gebiss einmal anprobieren können. Nach einem halben Jahr werden die aber auch vernichtet.

Früher gab es auch Fundsachenversteigerungen bei der Volkshochschule.

Ciammello: Das waren reine Fahrradversteigerungen. Es gab aber vor vielen Jahren auch Kleinteileversteigerungen im Papiermuseum. Diese Veranstaltungen werden aber nicht mehr gut angenommen. Wir haben in diesem Jahr noch einmal eine Fahrradversteigerung bei der Volkshochschule gemacht – leider nur mit sehr mäßiger Resonanz. Das ist bei den Online-Auktionen völlig anders. Da machen immer sehr viele Leute mit. Übrigens nicht nur Dürener, wir haben Bieter aus dem gesamten Kreis Düren, aber auch aus Aachen und Köln.

Nach welchen Kriterien suchen Sie die Fundsachen für die Versteigerung aus?

Ciammello: Das machen wir mit dem Unternehmen, mit dem wir zusammenarbeiten, gemeinsam. Die Sachen sollen beispielsweise nur leicht, am besten gar nicht beschädigt sein. Kleidung darf nicht verschmutzt sein. Aber wie gesagt sind die Kleidungsstücke in der Regel sowieso neu, wenn sie zu uns kommen.

Was ist bei den Bietern besonders beliebt?

Ciammello: Schmuck, vor allem hochwertiger, ist immer am schnellsten weg.

Werden auch Mobiltelefone versteigert?

Ciammello: Ja, Handys gibt es auch. Selbstverständlich werden alle Daten, die auf den Telefonen sind, vor der Versteigerung gelöscht.

Wie viel Geld kommt bei so einer Online-Auktion zusammen?

Ciammello: Im vergangenen Jahr waren es 3758 Euro. Das Geld kommt dem städtischen Haushalt zugute, allerdings teilen wir uns den Erlös mit dem Unternehmen, das uns bei der Online-Auktion unterstützt.

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