Düren - Die Stadt Düren sagt den Problemimmobilien den Kampf an

Die Stadt Düren sagt den Problemimmobilien den Kampf an

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
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Das Karlseck ist die erste „Schrottimmobilie“, die von der Stadt angekauft wurde, weitere könnten bis 2025 mit Landesförderung folgen. Foto: ja

Düren. Die Immobiliensituation in Nord-Düren hat sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren kontinuierlich verschlechtert. Dringend erforderliche Investitionen in die Bausubstanz sind in weiten Teilen ausgeblieben; weil die Eigentümer finanziell nicht in der Lage oder aber nicht willens sind, sich adäquat um ihre Immobilien zu kümmern.

So beschreibt die Stadt die Ausgangslage im Entwurf für ein integriertes Handlungskonzept „Problemimmobilien Nord-Düren“, mit dem sich am 30. November der Stadtentwicklungsausschuss (17 Uhr, Rathaus) beschäftigen wird.

Teilweise seien Immobilien von Investoren erworben worden, die mit ihnen zweifelhaften Geschäftsmodellen nachgehen, „die sich in missbräuchlichem Vermietungsgebaren und Überbelegung ausdrücken“, heißt es weiter. Von „Ghettobildung bestimmter Migrantengruppen“ ist die Rede, von Ausnutzung von Hartz-IV-Empfängern, von Vermüllung und erhöhter Kriminalität.

Dem will die Stadt nun gezielt mit einer Vielzahl von Maßnahmen in einer Größenordnung von 9,7 Millionen Euro entgegentreten. Das Handlungskonzept ist dabei Grundlage für die Beantragung zwingend benötigter Fördergelder. „Nur mit finanzieller Unterstützung der Städtebauförderung ist die Stadt Düren in der Lage, aktiv auf dem Immobilienmarkt in Nord-Düren zu agieren und den städtebaulichen Missständen entgegenzuwirken“, heißt es in dem 70-seitigen Papier, das verschiedene Handlungsfelder aufzeigt.

Dabei geht es auch, aber nicht nur um den Ankauf sogenannter Schrott- oder Problemimmobilien, von denen die Stadt aktuell rund 50 ausgemacht hat. Davon sollen in den Jahren 2018 bis 2023 zehn angekauft und abgebrochen oder an Bauträger weiterverkauft werden. 3,8 Millionen Euro würde dies kosten, wobei die Stadt wie auch bei anderen Maßnahmen von einer 80-prozentigen Landesförderung ausgeht.

Finanzieller Zuschuss

Bestandteil des Programms ist aber auch, die Eigentümer betroffener Häuser in die Lage zu versetzen, selbst tätig zu werden. Beratung und Vermittlung von Fördergeldern stehen hier im Mittelpunkt, verbunden mit einem finanziellen Zuschuss. 20 Immobilien könnten auf diesem Weg bis Ende 2022 modernisiert werden. Eine Million Euro sieht das Handlungskonzept dafür vor, weitere 300.000 Euro für ein Fassaden- und Hoferneuerungsprogramm (15 Objekte). Managen soll all dies ein Sanierungsbeauftragter.

Bestandteil des Handlungskonzepts ist aber auch die Verbesserung des Wohnumfeldes und des Stadtbildes. Wichtigste Maßnahme in diesem Bereich ist die Neugestaltung des Grünzuges entlang der ehemaligen Kreisbahntrasse, für die inklusive des Ankaufs von Flächen zwei Millionen Euro veranschlagt werden. Dazu kommen die Umnutzung von Gewerbebrachen und die Gestaltung öffentlicher Flächen.

Wenn der Stadtentwicklungsausschuss „grünes Licht“ gibt, soll der Entwurf in die Öffentlichkeitsbeteiligung gehen, für Anfang 2018 ist die Beschlussfassung geplant. Vonseiten des Landes und der Bezirksregierung Köln sei der besondere Handlungsbedarf in Nord-Düren bei einem gemeinsamen Ortstermin bereits grundsätzlich anerkannt worden, teilt die Bauverwaltung der Stadt mit. Eine Förderung des Konzepts zur Beseitigung der Problemimmobilien sei in Aussicht gestellt worden.

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