Die SPD-Vorsitzende ist von Stabilität der „Ampel Plus“ überzeugt

Von: Jörg Abels
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Schulpolitik: Liesel Koschorreck kündigt Entscheidungen noch vor der Bürgermeisterwahl an. Foto: ja

Düren. Der Start war ein wenig holprig: Erst gönnten sich die kleinen Fraktionen der neu formierten „Roten Ampel“ im Stadtrat einen größeren Schluck aus der städtischen „Finanzpulle“, so dass ihre Zuschüsse um bis zu 50 Prozent stiegen.

Dann war der ungewöhnlichen Koalition auf Intervention von FDP-Chef Hubert Cremer der Vorsitz im Steuerausschuss, der für die Märkte und die Annakirmes zuständig ist, wichtiger als der in den sicherlich nicht unbedeutenden Fachgremien für Finanzen oder Stadtentwicklung, die wieder an die CDU gingen. Die SPD-Vorsitzende und designierte Bürgermeisterkandidatin Liesel Koschorreck spricht von Kompromissen, mit denen man in einer Vierer-Koalition leben müsse, von Erpressung will sie nichts hören. Im Gegenteil: Sie spricht von einem „respektvollen Umgang untereinander“. Das Klima sei gut. Daher ist sie „fest überzeugt, dass das Bündnis auch sechs Jahre halten wird“.

Inhaltlich hat sich das offiziell unter „Ampel Plus“ firmierende Bündnis aus SPD, Grünen, FDP und Linke in den vergangenen Tagen verständigt, die ersten Akzente in der Stadtentwicklung noch in diesem Jahr zu setzen. Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, soll der Parkplatz an der Schützenstraße in einen Park umgewandelt werden.

Runder Tisch zur Stadthalle

Die SPD-Vorsitzende ist nicht nur guter Dinge, dass die Stadt bei der Umgestaltung mit Städtebauförderungsmitteln des Landes rechnen kann, sondern dass auch die noch privat genutzten Flächen in die Planung miteinbezogen werden können. „Es gibt erste positive Signale der Grundstückseigentümer“, erklärt Liesel Koschorreck. Und die „kleine“ Weierstraße soll noch in diesem Jahr in eine Fußgängerzone umgewandelt werden, damit sich der Wochenmarkt ausdehnen kann. Bis Ende August will die Koalition auch zu einen „runden Tisch“ zum Thema Stadthalle einladen, erklärt Koschorreck, um alle vorhandenen Ideen für eine schnelle Lösung des Problemfalls auf ihre Machbarkeit hin zu überprüfen, auch das von der SPD bereits als Lösung in den Raum gestellte Bebauungskonzept in Kombination mit Einzelhandel im Langemarkpark und im Bereich des heutigen Zentralen Omnibusbahnhofs, das von den Grünen bislang abgelehnt wird.

Ganz wichtig ist der SPD-Vorsitzenden, dass der von der Koalition geforderte Schulentwicklungsplan speziell für die Stadt Düren trotz anfänglicher Widerstände jetzt doch auf den Weg gebracht werden kann. Er soll Aufschluss darüber geben, ob das SPD-Modell zweier Sekundarschulen im Süden und Norden der Stadt oder die von den Grünen geforderte zusätzliche Gesamtschule die bessere Alternative ist. „Wir überlegen derzeit noch, ob eine Elternbefragung sinnvoll ist“, erklärt die SPD-Vorsitzende. Auf jeden Fall erwartet die Koalition vom Planer Aussagen und Handlungsempfehlungen zum Thema Inklusion. Auch wenn konkrete Entscheidungen angesichts des Zeitdrucks vielleicht nicht schon für das Schuljahr 2015/2016 umgesetzt werden können, wolle die „Ampel“ noch vor der Bürgermeisterwahl im Herbst 2015 die Weichen für die Zukunft der städtischen Schullandschaft stellen, kündigt Liesel Koschorreck an.

Apropos Bürgermeisterwahl: Über eine etwaige Unterstützung ihrer Kandidatur seitens der drei Partner Grüne, FDP und Linke sei bislang innerhalb der Koalition noch nicht gesprochen worden, versichert Koschorreck. Ob es Gegenkandidaten aus den Reihen der Koalition geben wird, könne sie nicht sagen.

Ende August wollen die Vertreter der „Roten Ampel“ in einer Wochenend-Klausurtagung über das weitere Vorgehen beraten, die SPD wolle ihrerseits den Kontakt zum Bürger, aber auch zur Industrie und Wirtschaft weiter intensivieren, kündigt die SPD-Vorsitzende an. Derzeit werde ein Besuchsprogramm erstellt.

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