Die Sammlung Frerich: In mehrfacher Hinsicht ein Wertzuwachs

Von: Sarah Maria Berners
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„Ein Glücksfall für unser Museum“, sagt Direktorin Dr. Renate Goldmann über die Sammlung Frerich, die ihrem Haus geschenkt wurde. Foto: bugi

Düren. „Unsere Werte“ ist die Ausstellung im Leopold-Hoesch-Museum überschrieben, in der die Selbstporträts vieler berühmter Künstler aus der Sammlung Frerich zu sehen sind. Über den Wert dieser Sammlung von Porträts auf Papier spricht Museumsdirektorin Dr. Renate Goldmann jedoch nicht, zumindest nicht über den finanziellen Wert der Werke, die dem Museum von einem Kölner Zahnarzt geschenkt wurden.

Gleichwohl lässt ein kleiner Auszug aus der Namensliste der Künstler erahnen, dass die Sammlung wertvoll ist: Marc Chagall, Salvador Dali, Otto Dix, Max Liebermann, Emil Nolde, Andy Warhol, Max Beckmann und Ernst Barlach, um nur einige zu nennen.

„Der Kunstmarkt unterliegt großen Schwankungen“, sagt Renate Goldmann. „Aber bei dieser Sammlung handelt es sich für uns in mehrfacher Hinsicht um einen Wertzuwachs, der weit über die Summe hinausgeht.“ Und viel lieber als über den finanziellen Wertzuwachs spricht die Museumsleiterin über den ideellen Wert dieser Sammlung für Düren und die Chancen und Möglichkeiten, die sich damit für das Leopold-Hoesch-Museum eröffnen.

„Dass uns diese Werke übergeben wurden, spricht für die Qualität des Hauses und für das Vertrauen, dass Privatsammler in öffentliche Museen haben“, ordnet Goldmann ein. Allerdings bedeute eine solche Sammlung auch große Verantwortung. Zum einen müssen die Bilder unter den konservatorisch richtigen Bedingungen bewahrt werden, zum anderen müsse die Sammlung aber auch wissenschaftlich aufbereitet und für das Publikum zugänglich gemacht werden.

Die konservatorischen Bedingungen, die ein Museum für eine solche Sammlung auf Papier erfüllen müsse, seien vor Ort bereits erfüllt gewesen, Baumaßnahmen seien mit der Schenkung nicht erforderlich geworden. Und ausreichend Platz für die Werke habe das Leopold-Hoesch-Museum auch gehabt.

Wenn Renate Goldmann über die Sammlung Frerich spricht, sprudeln die Ideen aus ihr nur so heraus. Dass Teile der Sammlung als Leihgaben auch in anderen Häusern zu sehen sein werden, ist nur ein Baustein eines umfassenden Konzeptes.

Bandbreite eröffnet sich

Die Museumsleiterin will die Selbstporträts auf Papier stark in das Museum und dessen zukünftige Ausstellungen einbinden. So könnte es ein Porträt der Woche geben, das in Zusammenarbeit mit Universitäten aufgearbeitet wird. Goldmann plant Schwerpunktausstellungen zu bestimmten Künstlern, will Vergleiche anstellen, wie sich die Künstler auf Papier und wie sie sich in Öl, grafisch oder in Skulpturen dargestellt haben.

„Es eröffnet sich eine Bandbreite von Themenblöcken“, sagt die Museumsdirektorin mit strahlendem Lächeln. So möchte sie die Bilder auch in den historischen Kontext setzen und schauen, welche Bedeutungen und Auswirkungen zum Beispiel die beiden Weltkriege auf die Künstler und ihre Darstellungen hatten. Ausstellungen zu bestimmten Zeiten, Themen und Künstlern sollen auf die Ausstellung der Sammlung folgen. Im Depot versauern sollen die Werke nicht.

„Wir können stolz sein, eine solche Sammlung in Düren zu haben, die so ideal zum Leopold-Hoesch-Museum und zum Papiermuseum passt“, sagt Goldmann. Sie sieht in der Sammlung großes Potenzial. „Ich denke, dass diese Sammlung identitätsstiftend für dieses Haus und die Stadt sein kann“, betont die Direktorin.

Gerade Selbstporträts seien heute – in einer Zeit, in der Jugendliche unzählige „Selfies“, die sie mit Smartphones und Digitalkameras aufnehmen und über Facebook im Internet veröffentlichen würden, – wieder eine wichtige Form. Gesichter hätten großes Potenzial, die Menschen anzusprechen. „Sich selber in der Zeitgeschichte zu dokumentieren, ist ein aktuelles Thema“, erläutert Goldmann. Mit dieser Aussage geht die Hoffnung einher, die Menschen aus Düren und dem Umland in das Leopold-Hoesch-Museum zu locken, sie für die Kunst und für die Sammlung vieler bekannter Künstlergesichter zu begeistern.

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