Die Pfarrgemeinde St. Urbanus feiert ihr 150-jähriges Bestehen

Von: Sandra Kinkel
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Die Pfarrgemeinde in Winden wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Seit jeher haben die Menschen sich sehr für „ihr“ Gotteshaus eingesetzt. Erst vor wenigen Jahren ist in dem Ortsteil von Kreuzau ein neues Gemeindezentrum entstanden (kleines Foto unten rechts).
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Die Pfarrgemeinde in Winden wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Seit jeher haben die Menschen sich sehr für „ihr“ Gotteshaus eingesetzt. Erst vor wenigen Jahren ist in dem Ortsteil von Kreuzau ein neues Gemeindezentrum entstanden (kleines Foto unten rechts).

Winden. Dass Winden und besonders die Kirche im Ort Bärbel und Wolfgang Stoff sehr am Herzen liegt, wird schnell deutlich. Bärbel Stoff ist seit Jahrzehnten stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, und im Augenblick hat sie wieder alle Hände voll zu tun.

Die Pfarrgemeinde Winden feiert in knapp zwei Wochen 150-jähriges Bestehen. Bärbel und Wolfgang Stoff haben sich intensiv mit der Historie der Kirche auseinandergesetzt. „Es gibt eine handschriftliche Chronik aus dem Jahr 1943“, sagt Wolfgang Stoff. „Die habe ich in den Computer übertragen. Die Schrift war sehr klein, und ich bin manchmal verzweifelt.“

Winden gehörte seit der Frankenzeit, genauer gesagt ab 750 nach Christus, zur Pfarre Heilig Kreuz und St. Heribert Kreuzau. 1787 wurde die erste Kirche im Ort gebaut, um den Gläubigen den beschwerlichen und vor allem bei Winterhochwasser gefährlichen Weg nach Kreuzau zu ersparen. Ab 1823 gab es Bestrebungen aus Winden, einem Dorf mit rund 280 Einwohnern, den Ort aus der Pfarrei Kreuzau herauszulösen und in eine eigenständige Pfarrei umzuwandeln. Intensiv wurde ab 1856 um eine Loslösung gekämpft, aber es galt, etliche Widerstände zu überwinden.

Erst 1866 wurde Winden eine eigenständige Pfarrei, als König Wilhelm von Preußen am 21. März das Genehmigungsdekret unterzeichnete. Der Erzbischof von Köln bestätigte die Erhebung des Ortes zu einer neuen Pfarre zwei Monate später mit einer Urkunde. Da die Gemeinde schnell größer wurde, begann der erste Windener Pfarrer Gottfried Sénéchaute 1875 mit den Planungen für einen Kirchenneubau. Erst 1887 konnte mit dem Bau begonnen werden, zwei Jahre später, am 8. Dezember 1889, wurde die neue Kirche feierlich eingeweiht.

Wolfgang Stoff: „Aus der Chronik geht sehr deutlich hervor, mit welcher Zähigkeit und Opferbereitschaft die Bevölkerung im Ort und in der ganzen Region den Kirchenbau unterstützt hat.“ Dieses Engagement war auch in den Folgejahren immer zu spüren. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Zerstörungen groß. Stoff: „Wenn man in der Chronik nachliest, waren Grauen und Nöte der Bevölkerung spürbar, aber gleichzeitig auch der unbedingte Wille zum Wiederaufbau.“

Heute ist die Pfarre St. Urbanus in Winden eingebunden in den Pfarrverbund im Rurtal, dem neben Leversbach, Üdingen und Winden noch Unter- und Obermaubach angehören. Pfarrer dieser fünf Gemeinden ist Walter Hütten.

Winden hat heute mit dem Kreuzauer Ortsteil Bergheim rund 2000 Einwohner, rund 1300 davon sind katholische Erwachsene. Ein engagiertes Laienteam hilft bei der Durchführung der Sonntagsmesse und veranstaltete regelmäßig auch Wort-Gottes-Feiern.

Der Arbeitskreis Nachbarschaft hat seine Heimat im neuen Pfarrzentrum, das von 2011 bis 2014 komplett in Eigenleistung errichtet worden ist, gefunden. Die Gruppe setzt Schwerpunkte in der Arbeit mit Menschen mit Handicap sowie in der Seniorenarbeit. Es gibt Sitztanz, außerdem wird für die älteren Gemeindemitglieder ein Erzählfrühstück angeboten, an dem regelmäßig um die 70 Menschen teilnehmen. Auch hierbei gehören Bärbel und Wolfgang Stoff zum Vorbereitungsteam. „Unser Wunsch ist es“, sagt Wolfgang Stoff, „dass die Geschichte unserer Pfarre jüngere Gemeindemitglieder nachdenklich stimmt und sie motiviert, mit Elan am Leben der Gemeinde teilzunehmen, das pfarrliche Leben weiterzuentwickeln und neue Impulse für die Zukunft zu entwickeln.“

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