Düren - Die Ostschule ist „weit mehr als ein Gebäude“

Die Ostschule ist „weit mehr als ein Gebäude“

Von: Stephan Johnen
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Rolf Terkatz hat sich mit der Geschichte der Dürener Ostschule auseinandergesetzt – und eine Datensammlung auf DVD erstellt. Foto: Johnen

Düren. Für Rolf Terkatz ist die Dürener Ostschule „weit mehr als ein Gebäude“. Die Ostschule „ist ein Gefühl, sie steht für eine besondere Atmosphäre“, sagt Terkatz. Die wechselvolle Geschichte der Bildungseinrichtung steht im Mittelpunkt der Gesprächsrunde „Dürener auf der Couch“ im Stadtmuseum, die von unserer Zeitung präsentiert wird. Als Gäste empfängt Moderator Rolf Terkatz die beiden Ostschüler Peter Bönsch und Johannes Veith. Beginn ist am Mittwoch, 20. März, um 19 Uhr.

Errichtet wurde die Ostschule am 16. November 1912 als Preußisches Lehrerseminar. Für die angehenden Pädagogen war sie die Hochschule, für die Kinder- und Jugendlichen der im Osten wachsenden Stadt die Schule vor Ort. Ab 1925 wurde die Ostschule zur Volksschule, auf die zu Hochzeiten bis zu 1000 Schüler gingen. „Den Zweiten Weltkrieg hat neben der Ostschule nur die Evangelische Schule, in der heute das Ordnungsamt der Stadt untergebracht ist, überlebt“, sagt Terkatz. Während der Kriegszeit bildete das NS-Regime dort Lehrerinnen aus, in der Turnhalle wurden nach dem Angriff auf Frankreich kurz Kriegsgefangene einquartiert. Im Jahr 1968 wurde in der Ostschule eine Hauptschule eingerichtet, es entstanden die Neubauten, in denen seit 1987 auch die Heinrich-Böll-Gesamtschule Platz fand. Die Hauptschule lief 1991 aus.

Im Gespräch mit Peter Bönsch (Jahrgang 1927), der zu den Gründern der Musikgruppe „Blue Teddys“ zählt, und dem langjährigen Politiker und Awo-Kreisvorsitzenden Johannes Veith (Jahrgang 1937) möchte Terkatz die Zuhörer mit auf eine Zeitreise nehmen und „das gemeinsame Erleben“ in der Ostschule in den Mittelpunkt stellen. Doch auch das Leben in der Pfarre St. Bonifatius spielt für die Ostschüler Bönsch und Veith eine große Rolle. Das Schicksal der Gemeindekirche wird wohl ebenfalls ein Thema am Abend werden. Die Politik aber bleibe außen vor. Dafür wird Peter Bönsch den Abend musikalisch gestalten.

Im Vorfeld des 100. Geburtstages der Schule hatte Rolf Terkatz vom Stadtmuseum, der von 1966 bis 1979 Lehrer an der Ostschule war, sich intensiv mit der Geschichte des Gebäudes und den dort untergebrachten Schulen beschäftigt. Einem Aufruf in der Zeitung folgten unsere Leser prompt: Es kam soviel Material zusammen, dass Terkatz daraus mit Material aus dem Stadtarchiv und eigenen Bildern und Texten eine DVD zusammengestellt hat, die Klassenfotos, Fotos von Einschulungen und Entlassfeiern und andere Dokumente als Videofilm enthält.

Erinnert wird dabei auch an Teile der Schillingssammlung, die viele Jahre das Gebäude schmückten. Teile davon waren schon im Stadtmuseum zu bestaunen, wanderten aus Platzgründen aber in den Tresor im Keller und warten auf einen neuen Ausstellungsraum.

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