Nideggen - Die Odyssee der Kinder hat nun ein Ende

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Die Odyssee der Kinder hat nun ein Ende

Von: Bruno Elberfeld
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Große Freude herrschte unter den Kindern und ihren Erzieherinnen nach Wiedereinzug in ihr Gebäude Maria Goretti. Foto: Elberfeld

Nideggen. Ab dem 1. Juli 2016 war in der Kindertagesstätte Maria Goretti nichts mehr so, wie es einmal war. Eine Erzieherin entdeckte an diesem Tag einen Wasserrohrbruch in der Wand des Waschraums. „Nur ein leises Rauschen war zu vernehmen“, sagte die junge Frau.

Bei näherem Hinsehen waren die Folgen des Rohrbruchs aber schnell zu erkennen. Alarmierte Experten stellten Schimmelbildung fest. Die Kinder und ihre Erzieherinnen mussten sofort in andere Gebäude umgesiedelt werden. Zunächst fanden alle vier Gruppen in der Begegnungsstätte in Nideggen-Berg Asyl. Doch der Raum stellte sich für die Menge der Kinder als problematisch heraus. Einmal von der Größe her, zum andern auch von der Hellhörigkeit.

Während einer Dringlichkeitssitzung milderte der parteilose Bürgermeister Marco Schmunkamp das Problem ein wenig. Eine Gruppe durfte in die Bürgerbegegnungsstätte im Nideggener Rathaus umziehen. „Das war für die Kleinen und ihre Erzieherinnen wie ein täglicher Trimm-dich-Pfad“, erinnerte sich die Leiterin der Einrichtung, Iris Kirch, „denn zum Essen mussten die Kinder bei Wind und Wetter vom Rathaus bis zum Seniorenheim der Cellitinnen gehen.“ Im Rückblick sei alles gar nicht so tragisch, meinten einige Erzieherinnen. „Mit Herausforderungen kann man nur wachsen“, schmunzelte Erzieherin Dagmar Schumacher. Auch die umliegenden Kindergärten boten unbürokratische Hilfe an. Am Anfang kamen für drei Tage Kinder in der Turnhalle der Kita Zauberland unter.

Noch lange werden sich die Frauen an die einmalige Willkommenskultur in Nideggen-Berg erinnern. Vor vielen Wochenenden musste die Begegnungsstätte geräumt werden, weil Tische, Stühle und Kartons beispielsweise in Zeiten des Karnevals stören. Mitglieder der Berger Dorfgemeinschaft räumten freitags alles aus, montags wieder ein. Kinder wurden zum Besuch von Kuhställen eingeladen, das Erklettern von Traktoren und sonstigen Arbeitsmaschinen versetzte die Mädchen und Jungen in eine unbekannte Welt.

Nachbarn in Berg spendeten zu Weihnachten Christbäume und ließen sie von den Kindern schmücken. „Also, über Unterstützung und Hilfe brauchen wir nicht zu klagen“, fasste es Iris Kirch zusammen. Bürgermeister Schmunkamp und viele seiner Mitarbeiter hätten die außergewöhnliche Situation erträglich gemacht. Nun sind sie nach mehr als zehn Monaten zurückgekehrt. Den ganz jungen Kindern sind Gebäude und Außenanlagen fremd. Auch die „alten Hasen“ müssen sich wieder eingewöhnen, zumal viele Möbel wie Regale und Spielgeräte nicht mehr brauchbar waren.

Was bleibt – so drückte es Iris Kirch aus – ist die Bitte an Spendenwillige, die Kita wohnlich zu machen, damit sich die Kids wieder wie zu Hause fühlen. Die Renovierung der Räume soll sich – so hört man - auf eine sechsstellige Summe belaufen. Doch die Räume müssen wieder gefüllt werden. Heidi Kümper, „Förderverein Kita Maria Goretti“, bittet um Hilfe. Konto-Nummer DE 98395501100005701461 Sparkasse Düren. Spendenquittungen werden auf Wunsch ausgestellt.

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