Langerwehe - „Die neunte Stunde“: Stephaton gibt's jetzt auch in Polen

„Die neunte Stunde“: Stephaton gibt's jetzt auch in Polen

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
Günter Kriegers Roman „Die neunte Stunde“
Günter Kriegers Roman „Die neunte Stunde“ ist in Polen erschienen.

Langerwehe. Grundsätzlich hat Günter Krieger schon eine enge Verbindung nach Polen, immerhin ist er mit einer Polin verheiratet. Als aber jetzt die Anfrage eines renommierten polnischen Verlages kam, sein Buch „Die neunte Stunde“ auch in Deutschlands östlichem Nachbarland zu veröffentlichen, war er dennoch überrascht.

„Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagt der 52-Jährige, „aber ich habe mich natürlich sehr gefreut. Für mich ist das eine Ehre.“ Krieger, der gelernter Krankenpfleger ist und auch noch in Teilzeit in diesem Beruf arbeitet, hat schon über 20 Bücher veröffentlicht – alle mit einem historischen Bezug. „Ich habe mich schon als Kind für Geschichte und besonders für die römische Zeit interessiert. Ich kann gar nicht mehr genau erklären, wie es dazu gekommen ist. Aber es reizt mich heute immer noch sehr, Romane mit historischem Hintergrund zu schreiben.“

„Die neunte Stunde“ ist Kriegers erstes Werk mit biblischem Inhalt. „Das Buch handelt von einem Passionsthema“, erzählt der Autor, der im Langerweher Ortsteil Schlich wohnt. Erzählt wird die Geschichte von Stephaton, einem jungen Griechen, der in Tiberias am See Genezareth wohnt und sein Herz an Sara, ein jüdisches Mädchen, verloren hat. Als Mitglied einer Schauspielertruppe lässt der junge Mann sich auf der Bühne zu einer Posse hinreißen, die den römischen Herrscher lächerlich macht.

Zur Strafe muss Stephaton als Hilfssoldat in einer römischen Garnison in Jerusalem dienen. Kurz vor dem Passahfest steht im Palast des Statthalters ein Mann namens Jesus vor Gericht. „Stephaton“, erzählt Günter Krieger, „war der, der Jesus kurz vor dessen Tod einen mit Essig getränkten Schwamm am Kreuz gegeben hat. Über ihn ist aber nur sehr wenig bekannt. Das hat mich an der Figur gereizt.“ „Die neunte Stunde“ sei kein theologisches Buch. „Die Rahmenhandlung ist frei erfunden. Trotzdem kommt natürlich der Inhalt des Evangeliums vor. Und ich habe die historischen Zusammenhänge natürlich genauestens recherchiert.“

In Polen heißt das Buch „Der Zeuge“ und ist Teil einer Serie über biblische Persönlichkeiten. „Alle Bücher dieser Serie sind Romane“, erzählt Günter Krieger. „Da passt meins natürlich gut rein.“ Gerade religiöse Themen, erzählt der Langerweher Autor, seien in Polen sehr beliebt. „Die Menschen dort sind sehr gläubig. Und das Buch ist gleich in einer ziemlich hohen Auflage erschienen.“ Es habe ihn auch überrascht, wie stark das Buch in Polen beworben würde.

„Mein Buch ist schon mehrfach im polnischen Fernsehen besprochen worden. Das zu sehen war sehr spannend. ‚Swiety Wojciech‘ ist schon ein bekannter Verlag, aber ein ziemlich religiös geprägter.“ Seine Frau habe sich die polnische Übersetzung natürlich gründlich angesehen. „Und sie ist sehr angetan. Sie sagt, dass das Buch meinem Stil sehr nahe kommt. Das macht mich natürlich froh.“ Ob er demnächst auf Lesereise nach Polen muss, kann Krieger noch nicht sagen. „Vermutlich aber nicht“, sagt er lachend. „Ich spreche nämlich überhaupt kein polnisch.“

Neues Projekt

Günter Krieger, der hofft, eines Tages ganz von seiner Tätigkeit als Schriftsteller leben zu können, arbeitet schon längst wieder an seinem nächsten Projekt. „Ich beschäftige mich derzeit mit Kurzgeschichten rund um die Abtei Rolduc im niederländischen Kerkrade. Ähnliche Kurzgeschichten-Sammlungen habe ich auch schon über Burg Nideggen und Schloss Merode veröffentlicht.“

Die Ideen gehen Günter Krieger jedenfalls nicht aus – und interessante historische oder biblische Geschichten, die als Grundlage für einen neuen Roman dienen könnten, gibt es auch genug. „Über Mangel an Themen kann ich mich nicht beklagen“, sagt der Autor. „Und wer weiß, vielleicht wird eines meiner Bücher ja sogar noch einmal in eine andere Sprache übersetzt.“

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