Die neue „Q-Thek“ in Wohlfühlatmosphäre

Von: Hendrik Buch
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Auf der neuen meterlangen Sitzschlange lauschen die Besucher gemütlich den Worten bei der Eröffnung der neuen Q-Thek. Foto: Hendrik Buch
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Nele Müller hat es sich mit ihrer Mutter Tanja auf den neuen Sitzkissen bequem gemacht. Alexandra Oidtmann und Kuni Nellessen sowie Verena Schlömer als Fördervereinsvorsitzende sind begeistert. Foto: Hendrik Buch

Düren. Nele liest gerne. Die „Sunny Sisters“ von Sabine Zett verschlingt die Zwölfjährige mit großer Freude. Als Bücherwurm will die selbstbewusste Schülerin dann aber doch nicht bezeichnet werden, bei dem Wort verzieht sie ein wenig das Gesicht – es klingt ihr offensichtlich etwas zu spießig.

Für ihr Hobby besucht Nele gemeinsam mit ihrer Mutter Tanja Müller häufig die Stadtbücherei, denn hier findet sie immer Bücher, oft auch CDs und manchmal Filme. Als kleine Stammkundin wollte Sie sich während der „Langen Nacht der Bibliotheken“ am Freitag selbstverständlich nicht die Eröffnung der neuen sogenannten Q-Thek entgehen lassen. Auf der zweiten Etage ist ein neues Konzept umgesetzt worden: die Bibliothek als Lernort und Wohnzimmer.

Es hat sich etwas getan. Das sieht man schon von außen. Eine raumhohe Lichtinstallation strahlt in wechselnden Farben hinaus aus den weiten Fenstern auf den Rudolf-Schock-Platz. Von innen betrachtet verleiht sie der Etage eine warme Atmosphäre. Ansonsten wurde vor allem das Mobiliar verändert: dicke Kissen, eine meterlange Sitzschlange und nicht zuletzt ein – offen gesagt wirklich cooler – „Soundsessel“. Hier können die Besucher Musik und Hörbücher lauschen oder entspannen, auch neue Tische wurden angeschafft.

„Die Erneuerung der Sitzmöglichkeiten wäre sowieso noch einmal nötig“, sagt Verena Schlömer und erinnert daran, dass die zuletzt 2008 umgestaltete Etage wieder etwas in die Jahre gekommen war. Die Kulturausschussvorsitzende der Grünen ist auch Vorsitzende des Fördervereins der Stadtbücherei. Die Institution ist für sie eine Herzensangelegenheit, wie man heraushören kann. „Dass es nun mit einem so tollen Konzept wie der Q-Thek einhergeht, ist ideal“, sagt sie. Schon in den vergangenen Jahren hätten viele Schüler den Weg an die Stefan-Schwer-Straße gefunden, um zu lernen.

Auch viele Geflüchtete nutzten die Räume. Eine Facette der Bibliothek, die mit der neuen Q-Thek gestärkt werden soll. Abgesehen vom Lesen soll insbesondere das Gespräch ein selbstverständlicher Teil des Bibliothekenlebens werden. Seit 2014 verfügen die Räume darüber hinaus über WLAN, künftig kann man sich an der Rezeption Tablets und Laptops ausleihen. „Wissensvermittlung“ sei die natürliche Aufgabe der Bibliothek, sagte Abteilungsleiterin Alexandra Oidtmann bei der Eröffnung. Die Ausleihzahlen seien jedoch rückläufig – Informationsbeschaffung finde heute eben vielfach online statt.

Gedruckte und digitale Wörter

Dass sie als Bibliothekarin auch am klassischen Buch hängt, steht außer Frage: „Was wir hier schaffen wollen, ist ein Nebeneinander von gedrucktem und digitalem Wort. Für viele ist die Bibliothek schon heute ein zweites Wohnzimmer“, berichtet sie, „diese Nutzung wollen wir ausbauen.“ Schließlich sei das Gespräch die traditionellste Form der Wissensübertragung. Die Eröffnung der Q-Thek mit Bürgermeister Paul Larue und Petra Büning vom Landesministerium für Kultur war in diesem Jahr der Höhepunkt der „Langen Nacht der Bibliotheken“ in Düren. Am Freitag gestalteten vor allem die kleinen Besucher ein Bilderbuchkino per App mit, oder sie spielten im Untergeschoss nach Herzenslust.

Für die älteren Besucher las am späteren Abend Sylvie Schenk aus ihrem Buch „Schnell, mein Leben“. Andere fanden spontan den Weg in die Bibliothek und nutzten die neuen Möbel wie Sessel oder Gruppenarbeitstische. Dass die Bibliothek auch ein außerschulischer Lernort sein kann, das war für Nele Müller ein kleiner „Aha“-Effekt. „Bisher war ich immer nur hier, um mir privat Bücher auszuleihen“, sagt sie. Genauso gut könne sie sich vorstellen, hier mit Klassenkameraden zu lernen. „Die Bücherei liegt dafür perfekt in zentraler Lage“, sagt ihre Mutter. „Ich würde es begrüßen, wenn die Kinder sich hier für die Schule treffen würden.“ Schließlich würde dies auch die Eltern entlasten und die Selbstständigkeit des Nachwuchses fördern.

Dass die Kinder dann nur die Arbeitsplätze nutzen und nicht Soundsessel und Sitzkissen, ist selbstverständlich . . .

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