Die Nasengitarre ist immer griffbereit

Von: han
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Zur Heiterkeit bereit: Käthe Lachmann trat im Rahmen der Spaß-Gesellschafts-Abende im Komm-Zentrum auf. Foto: Schmitz

Düren. Käthe Lachmann ist eher Komödiantin und Stand up- Entertainerin als Kabarettistin. Ihre stärksten Momente hatte sie bei ihrem Doppelgastspiel im Komm, als sie den Dialog mit dem Publikum suchte. Dann war ihr Nachname mehr als ein dezenter Hinweis darauf, was die Spaßgesellschaftsabende eigentlich bewirken sollen.

Blitzschnell stellte sie sich auf ihre Gegenüber ein, verfiel als Schwäbin in den rheinischen Dialekt, den sie trefflich imitierte. Und aus einem Zwiegespräch gleich zu Beginn der Vorstellung, wurde der „Running Gag” des Abends.

Sanfte Schmunzelwellen

Käthe Lachmann genehmigte sich einen Schluck Wasser, las vom Etikett der Flasche ab, nannte den Herstellungsort, jemand verstand Rölsdorf. Sie verbesserte energisch: „Da gibt es keine Quelle”. Und der Nachbar ergänzte: „Aber den Birgeler Bach”. So übte sie nun ständig die richtige Aussprache, setzte auf das Rinnsal, wenn der Humorfluss ein wenig zu versickern schien. Garantierte Lacher. Ansonsten zogen eher sanfte Schmunzelwellen durch den ausverkauften Saal, wenn sie „höheren Blödsinn” oder glasklare Erkenntnisse über frauliche Verhaltensweisen auf der Bühne zum Besten gab.

Lachmann parodierte und porträtierte zahlreiche Charaktere, nahm mit menschenfreundlichem Humor Zeitgeist und Zeitgenossen auf die Schippe.

Natürlich gab es Seitenhiebe gegen den Mann: Lachmann schilderte Erlebnisse mit einem Exfreund, für den Wäschewaschen zur Lebensaufgabe wird, rechnet in einer „Ode an einen Sumo-Ringer” mit einem Verflossen ab, um schließlich zu der Erkenntnis zu kommen: „Ich bin nur noch hier, weil du auf mir liegst”. Eine Aussage, die allen ein wenig Rückendeckung geben sollte, die kleine oder große Versagensängste mit sich tragen. Ein bisschen Scheitern gehört zum Leben dazu, wusste die Komödiantin.

Ohne Zugabe durfte Käthe Lachmann die Bühne nicht verlassen. Sie griff zur Nasengitarre und entlockte ihrem Riechorgan die Melodie von „Ghost Riders”. Das Publikum war zufrieden.
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