Die modernste Jugendherberge der Eifel

Von: Bruno Elberfeld
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Harmonisch wirken die alte Bausubstanz der Villa und die neue der Jugendherberge. Foto: Elberfeld

Nideggen. Der erste Blick des Besuchers fällt auf die alte Villa, in der seit längerer Zeit schon das Nationalparktor seine Pforten geöffnet hat. Dahinter erhebt sich majestätisch die neue Jugendherberge: ein großer Turm neben einem langgestreckten Bauwerk, in dessen Erdgeschoss Versorgungseinrichtungen untergebracht sind.

Diskussion über Form und Farbe

Seit Wochen und Monaten geben Form und Farbe des Bauwerks Anlass für kontroverse Gespräche im Eifelstädtchen. Manche meinen, „da gehöre, wie üblich in der Eifel, ein Dach drauf”. Zudem sei die Farbe nicht passend und im Übrigen hätte die Fassade mit Bruchsteinen verkleidet werden müssen. Die Farbe ist zumindest den Buntsandsteinen der Felsen und mittelalterlichen Gebäuden angepasst.

Eine Schülergruppe, die vor dem Haupteingang steht, dürfte dieses Thema weniger interessieren. Sie gehören zu den ersten Gästen, die die jungfräulichen Zimmer beziehen. Klassensprecher des Städtischen Gymnasiums in Eschweiler sind die Glücklichen, die in die Vierbettzimmer mit Dusche und separatem WC Einzug halten.

Warum haben sie gerade die Jugendherberge Nideggen gewählt? Martin, der Schulsprecher aus der zwölften Jahrgangsstufe: „Unser Lehrer ist immer schon von Nideggen begeistert gewesen. Und als wir dann das neue Haus sahen, haben wir spontan zugestimmt.” Seine Mitbewohner Max, Paul und Florian können das nur bestätigen,

Dem Urteil der jungen Leute über die wohl modernste Jugendherberge der Eifel werden demnächst sicherlich weitere Besucher beipflichten. Große Fenster lassen das Tageslicht überall hereinfluten. Massive Türen, massive Betten, helle Bäder und Toiletten erinnern an gediegene Hoteleinrichtungen. Ein Mehrzweckraum lädt zu Spiel und Tanz ein. Und dann der Speiseraum mit bunten Stühlen, dahinter die einsehbare Küche, in der Köche - nach Aussage der Leiterin - mit garantiert frischen Zutaten das Essen zubereiten.

Eine breite Metalltreppe führt außen im Zickzack zur großen Aussichtsplattform auf den Turm. Der Lohn für das schweißtreibende Klettern: ein grandioser Ausblick nach allen Seiten, getoppt vom Blick auf Burg Nideggen und das Rurtal bis hin zum Krawutschke-Turm in Bergstein.

Die Außenanlagen sind, wie die Straße und der Parkplatz, noch nicht ganz fertig. Die feierliche Einweihung wird auch erst am 29. Mai mit dem Tag der offenen Tür stattfinden. Erkennbar sind aber schon eine Grillhütte im Rohbau, der gepflasterte Platz, wo zwei Tischtennisplatten aufgestellt werden, und das „Kunstrasen-Kleinspielfeld”. Auch der Ort, wo die Street-Basketballkörbe stehen werden, ist gekennzeichnet.

In 52 Zimmern warten 188 Betten auf Besucher aus aller Welt. Unterteilt sind die Schlafräume in zehn Doppelzimmer und 42 Vierbettzimmer, davon vier für Rollstuhlfahrer geeignet. Nicht nur für Schulklassen ist das Gebäude geeignet. Sechs Tagungsräume, die mit einer kompletten Tagungstechnik bestückt werden können, bieten auch anderen Besuchern Möglichkeiten. Ein Aufzug bis ins oberste Stockwerk darf natürlich auch nicht fehlen.

Was das Besondere an der Herberge ist, beantwortet Marion Wagenbach, die Leiterin des Hauses, spontan: „Es gibt Kletterfelsen, die zu Fuß zu erreichen sind. Reiterhöfe liegen in der Nähe. Wassersportler können sich auf der Rur und dem Rursee austoben. Für Wanderer und Fahrradfahrer stehen entsprechende Wege zur Verfügung.” Für alle Altersgruppen werde es Programmangebote geben, betont Wagenbach. Familien werden an den Wochenenden mit Walpurgisnacht, Kanu- und Räuberprogramm unterhalten. Mit dem Burgenmuseum Nideggen besteht eine enge Kooperation.

Marion Wagenbach hat die alte Jugendherberge an der Rather Straße in den zurückliegenden elf Jahren geführt. Ihr Wahlspruch, der für die alte Herberge gegolten hat, gilt auch in der neuen: „Wir sind an Kindern und Jugendlichen interessiert und haben Spaß mit ihnen!” Wen sie, die schon viele Gäste aus ganz Europa und aus Übersee zu Gast hatte, mal gerne im neuen Haus sehen würde? „Ich hätte gerne 1Live zu Gast und Thomas Gottschalk”, erwidert sie ohne Zögern. Na, dann, viel Glück!
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