Die Misere ist schlicht der Platzmangel

Von: Fred Schröder
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Die jungen Mädchen aus dem Irak und aus Eritrea haben erste Ziele schon erreicht. Zum Dank helfen sie beim Einpacken von Schulsachen. Foto: fjs

Düren. Die neuen Räume sind schön. Das ist aber auch schon alles. „Mir ist nicht klar, wie es weiter gehen soll“, sagt Ingrid Lensing. Die Geschäftsführerin des Freiwilligen-Zentrums Düren malt ein Szenario, das letztlich niemand will und traurig wäre: „Wir müssen eventuell überlegen, das Projekt Dürener Ranzen einzustellen.“

Ein Projekt, das seit 2007 mit wachsendem Erfolg dafür sorgt, dass auch Kinder aus sozial und wirtschaftlich nicht bestens gestellten Haushalten mit einem schönen und gefüllten Ranzen zur Schule gehen können.

Ursprung der Misere ist schlicht und einfach Platzmangel. Über viele Jahre war das Freiwilligenzentrum an der Arnoldsweilerstraße im ehemaligen Sparkassengebäude untergebracht. Auf der ersten Etage. Mit 180 Quadratmetern und einem 80 Quadratmeter großen Lagerraum. Gleich über den Räumen des im Erdgeschoss befindlichen Stadtmuseums. Und das möchte sich ausbreiten. Mit der Folge, dass das Freiwilligenzentrum weichen musste. „Unser Vermieter Sparkasse hat uns im Rahmen der Möglichkeiten geholfen“, so Ingrid Lensing.

Das neue Domizil an der Tivolistraße 90, einem früheren Sparkassenpavillon, ist zwar frisch renoviert und schön, aber eben viel zu klein. „Jetzt stehen uns 90 Quadratmeter sowie je vier Quadratmeter für Küche und Sanitärraum zur Verfügung.“ Würde das Freiwilligenzentrum „nur“ als Beratungs- und Vermittlungsstelle für ehrenamtliches Engagement agieren, wären die Räume ideal.

Aber das Freiwilligenzentrum ist weit mehr. Die Aktion „Dürener Ranzen“ zählt heute rund 800 Kunden. Tendenz steigend. Angefangen hat man mit knapp 250 Kunden. „Und die Menge der Schulsachen nimmt auch ständig zu“, klagt Ingrid Lensing. Mit der Folge, dass das neue Zuhause des Zentrums aus allen Nähten platzt. „Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter stehen sich buchstäblich auf den Füßen, wenn eingepackt werden muss“.

Ein Lagerraum in der Schule im Stadtteil Gürzenich ist zwar eine Hilfe, „aber die Hin- und Herfahrerei kostet sehr viel Zeit.“ Vergeblich habe das Freiwilligenzentrum versucht, leer stehende Räume im Stadtgebiet anzumieten. „Die Mietpreise können wir nicht bezahlen“, hat die Geschäftsführerin erkannt.

Vom Platzmangel arg gebeutelt ist auch eine andere Maßnahme des Zentrums: die intensive Deutsch-Förderung für Migranten-Kinder. „Unsere ehrenamtlichen Lehrkräfte nehmen die Kinder teilweise zum Unterricht mit nach Hause“, so Ingrid Lensing. Zu einem Zeitpunkt, wo sich die Erfolge der Hilfe einstellen.

Kinder aus dem Irak und Eritrea haben den qualifizierten Hauptschulabschluss erreicht und werden zum Gymnasium wechseln. Ein Erfolg der ehrenamtlichen Arbeit von Doris Wapelhorst und Irene Dichant.

Fazit: Das Freiwilligenzentrum an der Tivolistraße 90 braucht wie bisher Geld- und Sachspenden (Konto Sparkasse Düren IBAN DE90 3955 0110 1200 186 474), aber mindestens ebenso dringend Raum und Platz zur Fortsetzung seiner erfolgreichen Arbeit.

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