„Die Martinis“ strapazieren die Lachmuskeln der Besucher

Von: Kevin Teichmann
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Die Familie sucht man sich bekanntlich nicht aus: Hubbi (von links), Friedhelm und Willi sowie Schwester Hermine sind sich nicht immer so nah. Bei Friedhelms Steuererklärung wird aber genau nachgehakt. Foto: kte

Schlich. Sie haben es schon wieder getan. Die Wiederholungstäter der Schauspielgruppe „Die Martinis“ verüben derzeit im Schlicher Gemeindehaus mit dem Stück „Seng Fröngde kamme sich ussööke - seng Famelie ävve net“ in schönstem Schlicher Platt einen Angriff nach dem anderen auf die Lachmuskulatur ihres Publikums.

Rudolf Schoenen als Friedhelm Beierle, Josi Bröder als seine Schwester Hermine, Martin Kuckertz als sein Bruder Willi und Wolfgang Mohren als sein Bruder Hubbi sind dabei keine Familie, wie sie im Bilderbuch steht. Friedhelm leidet unter seiner „ungewöhnlichen“ Familie. Hermine hat sich allem Spirituellen hingegeben, Willi hackt sich in die Computer der Bundesregierung ein und Hubbi ist ein stotternder Erfinder, allerdings ohne wirklich bahnbrechende Erfindungen.

Es darf herzlich gelacht werden, wenn er zum Beispiel ein Rührgerät zu einem Achselhaarrasierer umfunktioniert. Das alles passt natürlich nicht zu Friedhelms neuer Freundin Doris Stüber, gespielt von Christina Düren-Schnitzler, die Wert auf geordnete Familienverhältnisse legt. Hinzu kommen Hermines beste Freundin Gundula Strauß (Diana Engelmann), die Hausbesitzerin Gertrud Schlabberschnüss (Adelgunde Düren), Friedhelms bester Freund – der als einziger nicht Platt spricht und dadurch automatisch für Lacher sorgt –, Gerd Hollerbichel (Siegmar Alfes) und Traudel Siebert (Martina Krieger), eine normalerweise sehr seriöse Nachbarin der Familie Beierle, die Friedhelm bei seiner Steuererklärung hilft. Beim kleinsten Tropfen Alkohol jagt Traudel allerdings jedem Mann hinterher und klaut schon einmal Brieftaschen in diesem „Ausnahmezustand“.

Ganz schön was los im neuen Stück. Kein Wunder, dass alle sieben Vorstellungen an zwei Wochenenden restlos ausverkauft sind.

Eine gewisse Euphorie

Martini Wolfgang Mohren erzählt von einer gewissen Euphorie nach nunmehr 13 Jahren: „Am 30. Mai haben wir den Kartenvorverkauf gestartet. Einen Tag später waren bereits über zwei Drittel der Karten verkauft. Da muss einem unsere Kartenverkäuferin schon fast leidtun. Dieser Ansturm ist Wahnsinn!“ An einen Umzug in größere Räumlichkeiten denkt man bei der erfolgreichen Gruppe jedoch nicht: „Das wäre dann auch wieder mit höheren Kosten verbunden. Bei uns soll am Ende immer genügend für einen guten Zweck übrigbleiben.“ Und so bleibt man im beschaulichen Gemeindehaus und spielt in jeder Vorstellung vor 130 Zuschauern.

Bevor man sich für ein Stück entscheidet, werden zunächst viele Stücke gelesen. Hat man sich für ein Projekt entschieden, beginnt erst die richtige Arbeit. Das Umschreiben in Schlicher Mundart übernimmt fast schon traditionell Maria Mayer, die auch später für die Regie verantwortlich zeichnet. Viel Arbeit – denn es handelt sich hierbei immer um rund 50 bis 60 Seiten. „Mittlerweile sind wir abgebrüht genug. Früher haben wir vor manch einem Thema noch zurückgeschreckt“, erklärt Mohren und lächelt, weil im neuesten Martini-Werk auch eine Leiche, die ordentlich „Leben in die Bude“ bringt und von Max Mayer gespielt wird, mit dabei ist.

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