Die Lyrik aus ihrem tiefen Schlaf erwecken

Von: Sarah Maria Berners
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Die „Grüne Giraffe” als Sin
Die „Grüne Giraffe” als Sinnbild für Aufmerksamkeit und Neugier erwartet Lyrikfreunde bei „Lass Hören - Lange Nacht der Poesie”. Gerhard Quitmann vom Kunsförderverein und SWD-Geschäftsführer Heinrich Klocke freuen sich schon drauf. Foto: Sarah Maria Berners

Düren. Die Lyrik hat es nicht leicht. In den Bücherregalen wird es eng für sie und auch öffentliche Mittel für Poesie-Veranstaltungen sind nicht gerade einfach zu akquirieren. „Die Lyrik liegt wahrhaftig in einem Dornröschenschlaf”, sagt Gerhard Quitmann, der im Vorstand des Kunstfördervereins des Kreises Düren für die Lyrik zuständig ist.

Und weil die Gedichte - vor allem der Gegenwart - in Gefahr sind, versteht sich der ehemalige Bankier als derjenige, der einen „Rettungsschirm” für die von ihm so sehr geschätzte Lyrik spannt.

Er will aufmerksam machen auf die „konzentrierte Form der Nutzung unserer Sprache”. Schließlich sei jedes Gedicht ein verkleinerter Roman.

Mit „Lass Hören - Lange Nacht der Poesie” schafft der Kunstförderverein in diesem Jahr bereits zum vierten Mal ein Poesiefest, dass der besonderen Wortkunst Raum bietet. Die „Grüne Giraffe”, die überall auf den Plakaten lacht, die für die Veranstaltung werben, steht dabei als Sinnbild für Aufmerksamkeit und Neugier.

Die Verantwortlichen des Kunstfördervereins erwarten Lyrikfreunde zu einem Stelldichein der deutschen Gegenwartslyrik im Haus der Stadt.

Am Samstag, 24. November, lesen sieben Autoren unterschiedlicher Generationen ihre hochkarätigen Werke vor. Die jüngste Poetin ist Jahrgang 1981, der älteste wurde 1929 geboren.

Zwischen 19 und 21 Uhr sind Werke von Nora Bossong, Manfred Peter Hein, Doris Runge und Nancy Hünger zu hören. Von 21.30 bis 23 Uhr lesen Günter Kunert, Marion Poschmann und Jan Völker Röhnert. Michael Braun und Hajo Steinert moderieren die „Lange Nacht der Poesie”. In den Pausen spielt die Gruppe „Jazzaffairs”, es gibt Zeit, mit den Autoren ins Gespräch zu kommen und sich den ein oder anderen Gedichtband signieren zu lassen.

„Es ist uns eine besondere Freude und Ehre, dass wir Günter Kunert als Ehrengast gewinnen konnten”, sagt Quitmann. „Für die einen ist er ein kreuzfideler Pessimystiker, für die anderen ein heiterer Melancholiker.”

In diesem Jahr vergibt der Kunstförderverein zum ersten Mal sein „Stipendium für Junge Lyrik”. Die Preisträgerin Nancy Hünger aus Erfurt wird bei „Lass Hören” ausgezeichnet. Dort wird sie auch einige ihrer Gedichte vortragen.

„Wir werden ?Lass Hören wieder in den weiterführenden Schulen vorstellen, und Einblicke in die zeitgenössische Lyrik geben”, erklärt Gerhard Quittmann. Nora Bassong und Jan Volker Röhnert haben sich zum Dialog mit den Schülerinnen und Schülern bereiterklärt, mit dem sie vor allem Deutsch-Leistungskurse ansprechen wollen.

„Die Lange Nacht der Poesie ist eine tolle Sache”, lobt Stadtwerke-Geschäftsführer Heinrich Klocke die Veranstaltung. Gefördert wird die Lange Nacht der Poesie zudem von der Kunststiftung des Landes NRW und dem Regierungspräsidium in Köln. Der Deutschlandfunk schneidet auch in diesem Jahr die Lesungen wieder mit und sendet sie zum Jahresende in seinem Abendprogramm.

Der Vorverkauf hat bereits begonnen

Eintrittskarten für die „Lange Nacht der Poesie” gibt es ab sofort für zehn Euro (zuzüglich Vorverkaufsgebühr) an der Theaterkasse im Haus der Stadt sowie im Bürgerbüro. Schüler zahlen fünf Euro.
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