Die „Königin” zieht alle Register ihrer Klangkraft

Von: Sylvia Dietl
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Würdig hat die neue Orgel in der Annakirche Einzug gehalten. Sie entfaltete bei der Weihe eine grandiose Foto: Dietl

Düren. Die „junge Königin” in der Dürener St. Annakirche zieht sprichwörtlich alle Register, um mit ihrer klanglichen Ästhetik neue künstlerische Maßstäbe zu setzen.

Anlässlich des Festkonzertes zur Orgelweihe konnten die Besucher eine Orgel erleben, die nicht nur als Soloinstrument eine raumgreifende Klangkraft entfaltet, sondern auch im musikalischen Dialog mit einem Orchester überzeugt. Ihr meisterlicher Diener war an diesem Abend kein Geringerer als Daniel Roth, der weltberühmte französische Organist.

Vor Konzertbeginn bedankte sich Hans-Otto von Danwitz, Pfarrer der Gemeinde St. Anna, bei allen, die durch Einsatz ihrer Zeit, ihrer Tatkraft und ihres Geldes dazu beigetragen haben, dass der Traum einer neuen Orgel verwirklicht werden konnte. Besonders hob er Ria Flatten als Vorsitzende des Orgelausschusses und Dr. Marianne Niederau hervor, die das Projekt ehrenamtlich koordiniert und durch immer neue Ideen vorangetrieben haben.

Die musikalische Gesamtleitung des Festkonzertes übernahm Kantor Hans-Josef Loevenich, der sich freute, ein Klangerlebnis in der seltenen Kombination von Orgel, Klavier und Orchester präsentieren zu können. Am Fuße der monumentalen Orgel gruppierten sich das 65-köpfige Dürener Kammerorchester, zwei Posaunisten aus den USA, Heribert Koch am Flügel und der Frauenkammerchor AnnaBells. Als Starsolist war Daniel Roth aus Paris gekommen. Heribert Koch hatte ihn 2007 auf einem Festival getroffen und konnte ihn für ein Gastspiel in Düren begeistern. Der 68-Jährige gehört zu den weltweit bedeutendsten Orgelvirtuosen und hat sich auch durch eigene Werke einen Namen gemacht hat.

Mit seiner dreiteiligen Komposition „Licht im Dunkel” für Orgel, Klavier und Orchester wurde das Konzert eröffnet. Dabei erlebten die Zuhörer der bis auf den letzten Platz gefüllten Annakirche auch noch eine Uraufführung des zweiten, bislang unveröffentlichten Satzes („L´Amour”). Das musikalische Triptychon handelt von der Hoffnung, der Liebe und der Freude. Zwischen den Sätzen rezitierte Martina Rester-Gellhaus aus dem Brief des Heiligen Paulus 1 Korinther 13. Diese Psalmen waren es auch, die Daniel Roth zu „L´Amour” inspiriert haben.

Im zweiten Teil sangen die AnnaBells unter instrumentaler Begleitung die „Messe des pécheurs de Villerville” von Gabriel Fauré (1845-1924) und Andr Messager (1853-1929). Höhepunkt und Abschluss des Festkonzerts war jedoch die berühmte Symphonie Nr. 3c-moll, op. 78 (Orgelsinfonie) von Camille Saint-Saens (1835-1921). Ungewöhnlich an ihr ist die Verwendung der Orgel, die nach einem kämpferischen Allegro zu Beginn des Adagio-Abschnittes fast wie eine sanfte Trösterin wirkt und vor allem im Finale eine grandiose Klangwirkung entfaltet. Mit diesem virtuos gestalteten und imposanten Konzert hat Ihre Majestät, die Orgel, würdig Einzug gehalten und ihren Platz in der Annakirche endgültig eingenommen.
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