Niederzier - Die Klais-Orgel entfaltet wieder ihren vollen Klang

Die Klais-Orgel entfaltet wieder ihren vollen Klang

Von: Jörg Abels
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Nach der Restaurierung durch Mitarbeiter der Firma Orgelbau Wilbrand wird Organistin Ruth Spaltmann die Klais-Orgel in der Pfarrkirche St. Cäcilia heute Abend erstmals wieder erklingen lassen.

Niederzier. Ruth Spaltmann sitzt vor der neuen Klaviatur des Spieltisches und strahlt. Die Organistin ist begeistert vom kräftigen, erhabenen Klang der pneumatischen Klais-Orgel in der Pfarrkirche St. Cäcilia in Niederzier.

Sechs Monate lang haben Mitarbeiter der Firma Orgelbau Wilbrand aus Übach-Palenberg das 1927 erbaute Instrument von Grund auf saniert. Alle 1568 Pfeifen der 33 Register wurden einzeln ausgebaut und mit einem fettlösenden Spezialmittel vom Staub und von der Patina der vergangenen 84 Jahre befreit. Und nicht nur das: Auch die vielen hundert zur Ansteuerung der Ton- und Registerventile benötigten Lederbälgchen wurden erneuert, so dass Tonausfälle und zu niedriger Ventilaufgang ab sofort der Vergangenheit angehören und das Instrument wieder seine komplette Klangfülle entwickeln kann.

Zuletzt hat Ferdi Simon jedes einzelne Register wieder eingebaut und gestimmt. „Allein die Intonierung dauerte rund dreieinhalb Wochen”, erklärt der Fachmann, der zum Glück auf das akustische Vorbild einer ebenfalls in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gebauten Klais-Orgel zurückgreifen konnte. „Wir denken, dass wir die Klangfarben des Originals wieder ziemlich genau hergestellt haben”, sind Ferdi Simon und sein Chef Heribert Coenen überzeugt.

In der Christmette am heutigen Abend wird die Orgel erstmals wieder erklingen. „Tochter Zion ist das erste Lied”, verrät Ruth Spaltmann, die sich in den vergangenen Tagen eifrig mit der restaurierten Orgel vertraut gemacht hat.

Insgesamt 70.000 Euro hat der Kirchenvorstand, unterstützt vom Bau- und Förderverein St. Cäcilia, in die Sanierung der Orgel, aber auch in weitere Arbeiten an der Orgelempore investiert.

Die Restaurierung der Orgel ist der letzte Mosaikstein in einem Zehnjahresplan des Kirchenvorstands. „Wir haben sechs Projekte mit einem Gesamtvolumen von 280.000 Euro umgesetzt”, erklärt Kirchenvorstand Willi Bodden. Der Innenraum der Pfarrkirche wurde in seiner ursprünglichen Farbgebung mit Engeln an der Decke neu ausgemalt, Kreuzweg und Nikolausaltar wurden erneuert. Darüber hinaus wurde die Taufkapelle neu angestrichen und die Heizung erneuert; nur letzteres mit finanzieller Unterstützung des Bistums Aachen. Alle übrigen Maßnahmen finanzierten Kirchenvorstand und Bau- und Förderverein aus eigenen Mitteln sowie aus Spenden der Gemeinde.
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