Düren - Die Höhner können es auch ganz klassisch

Die Höhner können es auch ganz klassisch

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
Karnevalistisch, fröhlich und
Karnevalistisch, fröhlich und auch mal melancholisch sind die Hits der Höhner. Auch die Heimatstadt Köln und der 1. FC werden viel besungen. Foto: Schmitz

Düren. „Schenk mir dein Herz” wurde zur tausendfach gesungenen Hymne bei einem ausgesprochenen Wohlfühlabend mit den Höhnern in der Arena Kreis Düren. „Neunzehnzweiundsiebzig” hatten die Karten für das Konzert mit den Höhnern gekostet.

Ein symbolträchtiger Wert - war doch 1972 der neue Kreis Düren nach der kommunalen Neugliederung entstanden und in Köln machte sich eine Band auf, in ulkigen Kostümen zunächst die Karnevalsbühnen der Domstadt zu erobern. Längst ist den einstigen Lokalmatadoren der Sprung geglückt zu landesweit gefeierten Entertainern der guten Laune und gefühlvoller Balladen.

Klassisch kamen die Höhner in der Arena daher. In Schwarz und Weiß gekleidet, betraten sie die Bühne auf der schon die Junge Sinfonie Köln Platz genommen hatte. Ein entspanntes Publikum erwartet die ersten kölschen Töne fürs Herz in einem klassischen Gewand.

Und so startete das Sextett einen mehrstündigen Melodienreigen, der auf Fröhlichem, Karnevalistischem, Melancholischem, ihrer Heimatstadt, Liebesliedern und dem heimischen Fußballclub fußte. Letzteres stieß im Gegensatz zu allen anderen Beiträgen nicht überall in der Halle auf Gegenliebe.

Ein glänzend aufspielendes Orchester unterstützte die Frontmänner. Bekannte kölsche Lieder gewannen in der Interpretation der „Jungen Symphonie” unter der Leitung von Sebastian Hässy eine neue Dimension. Mitreißend, anrührend und temperamentvoll zugleich wurde das Konzert, ein Zusammenspiel von Band und Klangkörper, das faszinierte und überraschte. Wenn dann Uli Gögel den Taktstock übernahm, lernte man das Orchester von seiner ursprünglichen Seite kennen.

Der Walzer Nr. 2 aus der Jazz-Suite von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch, die Ouvertüre zur Komischen Oper Donna Diana von Emil Nikolaus von Reznicek, die auch, wie der Dirigent erinnerte, markante Titelmelodie des Musik-Quiz „Erkennen Sie die Melodie” war oder „Anitras Tanz” aus Peer Gynt von Edvard Grieg erwiesen sich als glänzende Ausflüge in den Klassikbereich. Und als Clou bot das Orchester „Gallina” (lateinisch Huhn), eine Komposition von Günther Hässy, in der hervorstechende „Höhner-Songs” zu einer klassischen Ouvertüre zusammengefasst wurden.

Janus Fröhlich, Henning Krautmacher, John Parsons, Hannes Schöner, Jens Streifling und Peter Werner zielten mit ihren Darbietung auf gefühlvolle, nachdenkliche und lustige Unterhaltung. Es war ein Medley der zwischenmenschlichen Töne bis hin zur ausufernden Fröhlichkeit: von weisen Tönen wie „Ein Freund ist jemand der dich mag, obwohl er dich kennt” bis zu dem Lied „Echte Fründe” auf Türkisch gesungen und die Reminiszenz an Istanbul mit „Ist am Pool noch Platz für mich”.

Perfekt beherrschten die sechs Musiker das Wechselspiel zwischen Besinnlichkeit und Humor. Sie hatten in der Arena ein Heimspiel, das Publikum hing an ihren Lippen und sang mit ausgesprochener Stimmkraft. Es verstand aber auch die leisen Tönen, wenn die Kultband aus Köln zwar immer wieder ihre Herzenswärme zum Leben und zum Feiern kundtat, sich die „Herren im besten Alter” aber auch ein wenig auf die Schippe nahmen und eine durchaus selbstironische Distanz signalisierten. Der Zugabenteil endete mit den Stimmungshits der Höhner und stehenden Ovationen für einen tollen Auftritt.
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