Nörvenich - Die Hauptschule Nörvenich ist Geschichte

Die Hauptschule Nörvenich ist Geschichte

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
5891743.jpg
Wirklich zum Lachen war ihnen nicht zumute: Bürgermeister Hans Jürgen Schüller und Schulleiterin Karin Hennecke schlossen symbolisch die Türen der Hauptschule Nörvenich für immer ab. Foto: Jörg Abels

Nörvenich. Keine Spur von freudestrahlenden Schülern, die mit ihrem Zeugnis in der Hand in die Sommerferien starteten: Stattdessen blickten die letzten verbliebenen Lehrer der Hauptschule Nörvenich am Freitag in der Aula mit ehemaligen Kollegen wehmütig und auch mit der einen oder anderen Träne im Auge auf 37 Jahre zurück, bevor die Türen der GHS für immer geschlossen wurden.

Der Abschlussjahrgang – im Übrigen komplett erfolgreich – hat die Hauptschule bereits vor zwei Wochen verlassen. Zuletzt betreute das neunköpfige, auch bereits an anderen Schulen tätige, Kollegium noch ganze 17 Schüler in einer jahrgangsübergreifenden 7./8. Klasse, nachdem die Schüler der 9. Klasse schon vor Schuljahresbeginn an andere Schulen ausgewichen waren, um nicht erst im Abschlussjahr an eine neue Schule wechseln zu müssen.

Die Gemeinde Nörvenich ist die erste im Südkreis, die den demografischen Wandel mit der Schließung ihrer weiterführenden Schule hautnah zu spüren bekommt. „Keiner hat diese Entwicklung gewollt oder forciert“, verdeutlichte Bürgermeister Hans Jürgen Schüller am Freitag noch einmal. Aber alle guten Ideen, den Schulstandort zu retten, seien am Grundproblem gescheitert: „Wir haben nun einmal viel zu wenig Kinder.“ Eine Erfahrung, die in den kommenden Jahren auch andere Kommunen machen werden.

Schüller dankte Schulleiterin Karin Henneke und ihrem Kollegium, aber auch den früheren Mitgliedern des Lehrkörpers, ausdrücklich für ihr Engagement. „Sie haben die Schüler in all den Jahren gut vorbereitet in das weitere Leben entlassen.“

Karin Hennecke sparte indes nicht mit Kritik am „langen Sterbensprozess“ der Schule. Aus ihrer Sicht wäre angesichts der vielen Abmeldungen eine frühere Schließung sinnvoller gewesen. Schon im Schuljahr 2010/11 konnte eine Eingangsklasse an der GHS Nörvenich nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung eingerichtet werden, die im Sommer 2011 von der Bezirksregierung nicht mehr erteilt wurde. Stattdessen kam die Empfehlung aus Köln, die Schule Ende des Schuljahres 2012/13 zu schließen, die einen Abwanderungsprozess auslöste.

Hoher Bilanzwert

Seit gestern nun ist der Hauptschulstandort Nörvenich Geschichte. Das 1976 fertiggestellte Gebäude aber soll weiter genutzt werden. Angesichts der Lage unmittelbar zwischen Neffelbachaue und Schloss schwebt Bürgermeister Schüller immer noch der Umbau in eine Senioreneinrichtung vor. Schüller denkt an betreutes oder altersgerechtes Wohnen. Und ein erstes Kaufangebot liegt der Gemeinde mittlerweile auch vor. Das Problem: Das Schulgebäude inklusive Grundstück steht mit einem Wert von fast vier Millionen Euro in der Bilanz der finanziell nicht auf Rosen gebetteten Gemeinde. Trotzdem ist Schüller zuversichtlich eine Lösung zu finden, die den Haushalt der Gemeinde und damit die Bürger nicht zusätzlich belastet.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert