Die Geschichte der alten Rennstrecke wieder erlebbar machen

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Packende Rennen: Auf Zweirädern... Foto: Heimat- und Geschichtsverein Nidegggen
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...und in Wagen machten sich die Rennfahrer in den 20er Jahren auf den Rundkurs durch Nideggen und Heimbach. Foto: Heimat- und Geschichtsverein Nidegggen
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In den Ortsdurchfahrten kam es nicht auf das Tempo, sondern die Sicherheit an. Für jeden Ort wurden fünf Minuten von der Gesamtzeit abgezogen. Foto: Heimat- und Geschichtsverein Nideggen
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Mit dem Bau des Nürburgrings wurde der Rennsport in Nideggen zur Geschichte. Foto: smb

Abenden. Enge Kurven, steile Bergetappen und Straßenabschnitte mit rasantem Gefälle – den Rennfahrern der 20er Jahre bot die Eifel rund um Nideggen und Heimbach alles, was ein packender Rundkurs für Zwei- und Vierräder brauchte.

Nicht auf Asphalt, sondern auf Schotter. Kaum gerade Abschnitte, 86 Kurven, 33,2 Kilometer lange Runden, 265 Höhenmeter – das machte den Eifelrundkurs aus. Zur Streckensicherung mussten die Hühner von der Straße.

Die großen Namen: Sie kamen alle. „Die Opel-Brüder sind hier gefahren und 1924 gewann Rudolf Caracciola – eine Rennfahrerlegende - ein Rennen in Nideggen“, erzählt Ralf Heidbüchel. 1926 sollen 70.000 Zuschauer die ADAC-Rennen der verschiedenen Klassen an der Strecke verfolgt haben. Dann wurde der Nürburgring fertig und der Rennsport in Nideggen war Geschichte.

„Leider ist diese Geschichte in Vergessenheit geraten. Die ADAC-Eifelfahrten finden heute zum Beispiel in Luxemburg statt und haben mit ihrem Ursprung hier in Nideggen gar nichts mehr zu tun“, bedauert Ralf Heidbüchel. Und genau das möchten der Abendener Oldtimerfahrer und seine Mitstreiter ändern.

Erinnerungen an die Strecke

Wieder Rennen rund um Nideggen? „Nein, nein, das wäre heute aus Sicherheitsgründen gar nicht mehr möglich“, sagt Heidbüchel. Nicht die Rennen selbst, sondern die Erinnerungen daran sollen wieder ins Leben gerufen und die Strecke für Oldtimerfreunde und Sportskanonen erfahrbar werden.

„Touristisch könnte man aus diesem Thema viel mehr machen. Interessierte sollen von Nideggen über Berg, Wollersheim, Vlatten, Heimbach, Schmidt und Brück wieder nach Nideggen fahren, die Landschaft genießen und in den Gaststätten einkehren“, erklärt Heidbüchel.

Mit ihren Vorstellungen zur Tourismusförderung sind Heidbüchel und seine Mitstreiter auch bei Gotthard Kirch, dem Geschäftsführer des Rureifel-Tourismus, auf offene Ohren gestoßen. Und der hat das Wiederaufleben der Strecke in einem Leader-Förderantrag untergebracht. Ob als Broschüre, mit Schildern oder in digitaler Form – Oldtimer- und Radfahrern sollen künftig Informationen an die Hand gegeben werden.

Das große Projekt ist zwar noch nicht bewilligt und es gibt noch viele Feinheiten zu klären – aber dass die Eifelrundfahrt wieder präsenter werden soll, ist beschlossene Sache. „Das ist ein sinnvolles touristisches Angebot“, sagt Kirch. Er betont dabei angesichts der Debatten um Motorradlärm in der Eifel, dass es nicht um schnelles Fahren geht: „Wir wollen, dass die Geschichte und die Landschaft gemeinsam erlebbar werden. Das passt in unser Leitbild.“

Wer Mitglied im noch zu gründenden Oldtimerclub werden möchte, kann sich unter Telefon 0170/1875153 bei Ralf Heidbüchel melden.

Auch Bürgermeister Marco Schmunkamp freut sich über die Initiative: „Ich sehe aus meinem Büro fast jeden Tag Oldtimer. Manche machen sich sicher auf Spurensuche nach der alten Strecke, es wäre schön, ihnen etwas an die Hand zu geben.“ Die Stadt hat ihre Hilfe zum Beispiel bei Genehmigungen zugesagt.

Schnitzeljagd im Auto

Oldtimer faszinieren den Abendener Ralf Heidbüchel schon seit seiner Jugend. Seine beiden Töchter Julia und Maria teilen diese Leidenschaft. Und so haben die drei Heidbüchels die Initialzündung für weitere Projekte gegeben: Ihr fernes Ziel ist es, zum 100. Jahrestag des ersten Rennens eine große Veranstaltung mit Oldtimertreff und Orientierungsfahrt – eine Art Schnitzeljagd im Auto – auf die Beine zu stellen.

Um das Jubiläum frühzeitig vorzubereiten, soll nun mit dem MS Burgring ein Oldtimerclub gegründet werden. Darin sollen sich Oldtimerfreunde austauschen, über die Technik fachsimpeln und Kontakte pflegen – darüber hinaus aber wollen die Initiatoren auch eine Ausstellung über die Rennen organisieren. Der Eifelverein bemüht sich unterstützend schon um Fördergelder.

Schön fände Heidbüchel, wenn der ADAC bei seinen Eifelfahrten die Region wieder durchfahren und auch bei der Jubiläumsplanung mitziehen würde. Erste Gespräche laufen. Zum 75. Jahrestag hatte der ADAC bereits eine Oldtimerrundfahrt ausgerichtet, eine zweite Auflage blieb jedoch erfolglos.

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