Die Geiermänner sind zu Besuch beim Töpfermarkt

Von: Tobias Röber
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Zu Gast in Langerwehe: Hildega
Zu Gast in Langerwehe: Hildegard Dill-Franke und ihre Geiermänner.

Langerwehe. Wenn fünf Leute vor den kleinen Figuren von Hildegard Dill-Franke stehen, kommt es mitunter vor, dass es fünf völlig verschiedene Sichtweisen gibt. Geiermänner heißen diese kleinen Figuren der Künstlerin aus Kaiserslautern.

Neben den Geiermännern fertigt Dill-Franke abstrakte Objekte, Wandplatten und Plastiken an. Wer Interesse an ihren Werken hat, kann die Künstlerin am Wochenende in Langerwehe besuchen. Dort stellt sie im beim 37. Töpfermarkt aus.

Hildegard Dill-Frankes Arbeitsweise lässt sich wohl am ehesten mit der japanischen Philosophie Wabi Sabi vergleichen. Dabei handelt es sich um ein Prinzip der Ästhetik, in dem die besondere Anmut nicht in der Perfektion, sondern in der Einzigartigkeit liegt.

Ziel ist es, an der Natur orientiert und von der Natur inspiriert, neue Artefakte zu gestalten, Formen und Strukturen zu erschaffen, die auf die Gefühle des Betrachters einwirken und darauf ihrerseits eine inspirierende Wirkung entfalten, etwas bewirken.

Zweckentfremdet

Hildegard Dill-Franke arbeitet mit den verschiedensten Werkzeugen und Geräten, meistens völlig zweckentfremdet. Ihre Ton-Objekte, Wandplatten und Plastiken kommen in unterschiedlichster Färbung und Schamottierung daher.

Seit einigen Jahren arbeitet die Künstlerin freiberuflich in Kaiserslautern. Sie stammt aus Frankfurt und hat in Tübingen Pädagogik studiert. Ihre Diplomarbeit hat sie zum Thema Kunsttherapie geschrieben. Nebenberuflich widmete sie sich intensiv der Bildenden Kunst, belegte Kurse in Bildhauerei, Bronze, Kunstkeramik und Zeichnung. Zahlreiche Studienreisen nach Südostasien und Afrika schlossen sich an und schlagen sich natürlich auch in ihren Arbeiten nieder.

Und dann gibt es da noch die Geiermänner. Es sind winzige Figuren, die menschliche und vogelartige Züge in sich vereinen. Die Geiermänner sind auf das Notwendigste reduziert. Einzig die Haltung von Körper, Kopf und Schulter lösen beim Betrachter etwas aus - und das kann eben bei jedem verschieden sein, auch immer abhängig von der eigenen Stimmung.

„Die Figuren brauchen keine Mimik. Der Betrachter kann viel in sie hinein interpretieren”, erklärt die Künstlerin. Beim Betrachten der Geiermänner drängt sich sofort das Thema Kommunikation auf, von Engagement bis Isolation. Humor spielt ebenfalls eine sehr große Rolle.

Wer also Interesse hat: Der Töpfermarkt im Töpfereimuseum Langerwehe ist am Samstag, 26., und Sonntag, 27. November, von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
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