Die Fußgängerbrücke wird abgerissen

Von: kin
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Rund 200 aufgebrachte Bürger kämpfen für den Erhalt der Fußgängerbrücke – ohne Erfolg. Foto: Sandra Kinkel

Langerwehe. Die Fußgängerbrücke der Heinz-Emonds-Straße in Langerwehe wird abgerissen. Es wird keine Ersatzbrücke geben. Das hat der Rat in einer außerordentlichen Sitzung am Dienstag Abend entschieden. In geheimer Abstimmung haben 15 Ratsmitglieder für den Abriss der Brücke gestimmt, elf dagegen.

Bereits am 24. März hatte der Rat für den Abriss der Brücke gestimmt, damals gab es 17 Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen (vier Ratsmitglieder fehlten). Weil sich in der Bevölkerung Protest formiert hatte und engagierte Bürger innerhalb kürzester Zeit über 1300 Unterschriften sammelten, hatten die Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen die außerordentlichen Ratssitzung beantragt.

Wichtiger Schulweg

Rund 200 aufgebrachte Bürger waren zu der Sitzung ins Foyer der Kulturhalle gekommen und machten ihrem Ärger gleich zu Beginn in der Einwohnerfragestunde auch deutlich Luft. „Denkt Ihr eigentlich an uns alte Leute?“, fragte eine alte Dame, die betonte, die Brücke regelmäßig zu nutzen, um ins Dorf zu kommen. Jürgen Hüftle aus Jüngersdorf erinnerte daran, dass gerade viele Kinder aus Jüngersdorf die Brücke für ihren Schulweg nutzen würden.

„Natürlich ist ein Umweg möglich“, sagte Hüftle. „Aber dieser Umweg ist für die Kinder sehr gefährlich.“ Wie bereits berichtet, hat ein unabhängiger Gutachter bei einer turnusmäßigen Überprüfung der Brücke festgestellt, dass das Bauwerk marode ist. Die Verkehrssicherheit und Standfestigkeit der Brücke sei nicht mehr gewährleistet, außerdem drohten Teile der Brücke auf die darunter liegende Bahnstrecke zu fallen. Der ersatzlose Abriss der Brücke ist mir 115.000 Euro die kostengünstigste Alternative.

„Die Brücke“, betonte Hans-Jürgen Knorr von Bündnis 90/Die Grünen, „ist eine wichtige Verbindung zwischen Jüngersdorf und Stütgerloch. Beide Ortsteile haben einen gemeinsamen Wahlbezirk, einen gemeinsamen Ortsvorsteher und einen gemeinsamen Sportbezirk.“ Mit dem Abriss der Brücke würde eine wichtige Infrastruktureinrichtung zerstört. „Und zwar unwiderruflich“, unterstricht Knorr.

CDU, SPD und FDP beantragten geheime Abstimmung, nachdem zuvor die Fraktionsvorsitzenden Astrid Natus-Can (CDU) und Hans-Uwe Endrigkeit (SPD) betont hatten, dass der Fraktionszwang für die Abstimmung aufgehoben sei. „Wir haben mehrere Stunden über die Zukunft der Brücke diskutiert“, erklärte Natus-Can. „Jedes Ratsmitglied von der CDU kann heute frei nach seinem Gewissen entscheiden.“ Die Gegner des Brückenabrisses quittierten den Antrag zur geheimen Wahl mit zum Teil wüsten Beschimpfungen. „Feiglinge“ war da noch einer der harmloseren Kommentare aus dem Publikum. Trotzdem sind die Ratsmitglieder in weiten Teilen bei ihrer Entscheidung bei ihrer Entscheidung vom 24. März geblieben.

Wieder Unterschriften sammeln

Elke Cremer, die mit ihrem Mann die Unterschriftensammlung initiiert hat, und ihre Mitstreiter wollen diese Entscheidung nicht kampflos hinnehmen. „Wir werden versuchen, mit einem Bürgerbegehren den Abriss der Brücke zu verhindern“, sagte Cremer. Einen entsprechenden Antrag haben die Gegner des Brückenabrisses am Mittwoch bereits vorbereitet. Cremer: „Wir brauchen mindestens 1060 Unterschriften, um mit einem Bürgerbegehren Erfolg haben zu können.“ Da für ein Bürgerbegehren bestimmte Vorgaben erfüllt sein müssen, müssen diese Unterschriften innerhalb von drei Monaten neu gesammelt und an die Verwaltung übergeben sein. Bürgermeister Heinrich Göbbels wollte sich am Mittwoch zu einem Bürgerentscheid noch nicht äußern: „Wenn mit der Antrag vorliegt, werden wir entsprechend handeln.“

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