Die Friedenstaube reist in die Ukraine

Von: Stephan Johnen
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Für jeden Geschmack war etwas dabei: Die Gruppe „Area 41“ präsentierte am Samstagabend auf dem Marktplatz Pop-, Soul-, Funk- und Rockhits... Foto: Stephan Johnen
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... Folklore gab es mit der Gruppe „Gradačac“... Foto: Stephan Johnen
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... und die Musiker von Spielmannszügen veranstalteten einen sogenannten „Flashmob“. Foto: Stephan Johnen

Düren. Während die Dürener ihr Stadtfest feierten, ist es in der Ukraine zu neuen Feuergefechten gekommen. Es war daher eine umso stärkere symbolische Geste, der ukrainischen Delegation die Dürener Friedenstaube mit auf den Weg nach Stryj zu geben.

Vor vier Jahren wurde das kleine Kunstwerk erstmals auf Reise in die Partnerstädte geschickt, an diesem Wochenende kam es aus Valenciennes zurück an die Rur. Vor einem Jahr erinnerte die Taube an den Élysée-Vertrag und die deutsch-französische Freundschaft. Angesichts der politischen Entwicklungen in der Welt lautete das inoffizielle Motto des Stadtfestes in diesem Jahr „Freundschaft und Liebe“ – besonders gut sichtbar wurde das auf der Partnerschaftsmeile. Im Schatten der Annakirche präsentierten sich alle sieben Partnerstädte Dürens – und feierten gemeinsam ein buntes Fest mit Folklore, Musik und kulinarischen Delikatessen.

Seit 55 Jahren ist Düren beispielsweise freundschaftlich mit Valenciennes verbunden. Delegationsleiterin Geneviève Adam-Larousserie sprach liebevoll von einem „alten Pärchen“. Erstmals zu Gast in Düren war Dr. Hüseyin Uysal, neuer Bürgermeister der türkischen Partnerstadt Ereli (Eindrücke). Wie gelebte Städtepartnerschaft aussehen kann, verdeutlichte Edis Dervisagic, Bürgermeister der Stadt Gradaac. Er bedankte sich für die Hilfe aus der Kreisstadt, die Gradaac in diesem Jahr erreicht hat. Weite Teile Bosniens waren im Frühjahr überschwemmt worden.

Doch auch abseits der Partnerschaftsmeile gab es am Wochenende viel zu entdecken. Die Organisatoren der IG Düren-City hatten ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Bühnen standen auf dem Ahrweilerplatz, auf dem Annaplatz, vor dem Haus der Stadt und auf dem Markt. Bereits am Freitagabend durfte gefeiert werden. Freunde der Rockmusik kamen im Verlauf des Wochenendes ebenso auf ihre Kosten wie Blasmusik-Fans.

Immer wieder standen auch Dürener Tänzer, Sportler und Musiker auf der Bühne, um ihr Können zu zeigen und ihre Vereine vorzustellen. Wer auf der Suche nach Schnäppchen war, durchstöberte die Trödelstände auf dem Schulhof der Peschschule. Sonntag hatten die Geschäfte von 13 bis 18 Uhr geöffnet, viele Gäste des Festes nutzen die Möglichkeit zum Einkaufen.

Eine Überraschung, mit der die Organisatoren nicht gerechnet hatten, war eine sogenannte „Flashmob“-Aktion von rund 160 Musikern. Die Mitglieder von Spielmannszügen hatten ihre Uniformen zu Hause gelassen, die Instrumente aber in die Innenstadt „geschmuggelt“. Am Samstagnachmittag tauchten die Musiker plötzlich auf und überraschten und begeisterten die Menschen mit einem Platzkonzert.

Ein eher unbekanntes Kapitel der Stadtgeschichte schlug das Stadtmuseum Düren auf. Am Stand des Museums erinnerten Sarah Höner und ihre Mitstreiter an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs und die damit einhergehende Lebensmittelrationierung. Zu verköstigen gab es Kriegskuchen und andere Rezepte aus dem „deutschen Sparkochbuch“. „Schon sehr früh wurden in Düren von der Verwaltung Sportplätze und Parks zu Gemüsebeeten umgewandelt“, erklärt Sarah Höner.

Wie knapp Lebensmittel gegen Kriegsende dennoch wurden, verdeutlicht ein Rezept aus der damaligen Tageszeitung für die Zubereitung von Krähen. Auf ein Nachkochen hat das Museum lieber verzichtet.

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