Die Frau, die für 300 Denkmale in Düren zuständig ist

Von: Sandra Kinkel
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Heike Kussinger-Stankovic ist Denkmalpflegerin der Stadt Düren. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Rund 300 Denkmale gibt es in der Stadt Düren: Kleindenkmale, Bodendenkmale, Gebäude, Gartendenkmale und ganze Stadtteile wie der Grüngürtel, die als Denkmal gelten. Herrin all dieser Denkmale ist die Architektin Heike Kussinger-Stankovic Denkmalpflegerin der Rurstadt. Und deswegen unter anderem auch für das Pflegen der städtischen Denkmalliste zuständig.

Bauen im Bestand und Baugeschichte waren Dinge, die die 57-Jährige schon während ihres Studiums sehr interessiert haben. „Es war eigentlich nie mein Ziel, mein Traumhaus auf der grünen Wiese zu bauen. Weil wir nicht auf der grünen Wiese, sondern in der Stadt leben. Mir war es immer wichtig, die Qualität der Architketur in einer Stadt zu erhalten und fortzuschreiben. Und genau das kann ich als Denkmalpflegerin tun.“

Düren erlebt die Denkmalpflegerin dabei als eine sehr vielfältige Stadt. „Ganz charakteristisch ist die Zeit der 50er Jahre mit zum Teil sehr qualitätvoller Architektur, wie zum Beispiel der Annakirche. In Nord-Düren und der Holzstraße findet man aber Gebäude aus der Jahrhundertwende, es gibt unzählige Industriedenkmäler und auch bäuerlich-ländliche Bauweise in den Vororten. Dieses breite Spektrum macht meine Arbeit in Düren sehr interessant.“

Heike Kussinger-Stankowic versteht sich darüber hinaus auch als Beraterin für Denkmaleigentümer. „Wer ein Denkmal besitzt, hat Rechte und Pflichten. Natürlich muss das Denkmal mit all seinen baukulturellen Werten erhalten bleiben. Deswegen muss bei allen Arbeiten geprüft werden, ob der Denkmalschutz gewährleistet ist. Gleichwohl stehen die Denkmalpfleger den Fachleuten auch mit Rat und Tat zur Seite.“

Den „Tag des Denkmals“, den es seit 1993 in Deutschland gibt, und an dem am Sonntag allein im Kreis Düren über 20 Denkmäler kostenlos besichtigt werden können, hält Kussinger-Stankovic für eine sehr wichtige Einrichtung. „Die Bürger bekommen an diesem Tag besondere Einblicke, die es sonst nicht so ohne Weiteres gibt. Gleichzeitig hat man die Möglichkeit, mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Der Tag des Denkmals hilft, mehr Bewusstsein für den Denkmalschutz zu schaffen.“

Dass Denkmalschutz längst nicht nur etwas für alte Leute sei, beweise das Engagement der Stadtmauer-AG des Stiftischen Gymnasiums. „Die Schüler sind jedes Jahr dabei – und das mit wirklich großem Interesse.“ Wer denke, Denkmalschutz sei nur etwas für alte Leute, sei absolut auf dem Holzweg. „Das geht uns alle an. Weil es um Eigenheiten, Herkunft und Besonderheiten der Gegend geht. Und dafür sollten sich auch junge Leute interessieren.“

Ein richtiges Lieblings-Denkmal hat Heike Kussinger-Stankovic nicht. „Ich liebe es, wenn Denkmäler weiter leben.“ Als Beispiel nennt sie die Altstadt der Adriastadt Split. „Das ist eigentlich ein alter römischer Palast, der bis heute bewohnt ist. Das finde ich toll.“

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