Die Frage ist: Wer wird denn nun Bürgermeister in Kreuzau?

Von: Franz Sistemich
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Das Kreuzauer Rathaus ist das Ziel dreier Männer. Doch nur einer von ihnen wird als Bürgermeister dort einziehen können. Foto: sis

Kreuzau. Ein Mal maßen Walter Ramm und Rolf Heidbüchel im Wettstreit um das Bürgermeisteramt die Kräfte. Es siegte 2004 per Wählervotum der Christdemokrat über den Sozialdemokraten. Aus dem Zweikampf ist im Jahr 2009 ein Dreikampf geworden. Gegen Ramm und Heidbüchel kandidiert Bernd Becker um das höchste politische und Verwaltungsamt in der Kommune.

Bernd Becker? Ein unbeschriebenes Blatt in der Kreuzauer Kommunalpolitik. Becker ist parteilos, wohnt in Drove, von Beruf Fernmeldehandwerker - und ist unzufrieden mit eben dieser Kreuzauer Kommunalpolitik.

Besonders wegen Ereignissen in seinem Wohnort. Man lässt die Eltern mit ihren Schulwegsorgen allein, sagt er, betrachte Drove wohl als Regenrückhaltebecken für Kreuzau. Kreuzau, sagt er, ist mehr als ein Stausee und Eifelabzeichen, Kreuzau könne mehr.

Er möchte in Zusammenarbeit mit den Bürgern Kreuzau positiv gestalten, er stehe mit seiner Kandidatur für Bürgermeisteramt und Ratsmandat für Neuanfang und Veränderung. Becker will in den ersten drei Jahren je 500 Euro monatlich für einen Jugend- und Familienfond spenden. Er will einen Hochwasserschutzbeauftragten, Jugend- und Senioren-Parlament.

Neuanfang und Veränderungen will auch Rolf Heidbüchel. Kreuzau brauche den Wechsel, nötiger denn je, betont der Genosse. In der Gemeinde werde nicht gestaltet und gehandelt, werde ausgesessen und verwaltet. Heidbüchel sagt: Er wird die Arbeit von Verwaltung und Politik durch Umorganisation und Zusammenegung von Ämter effektiver organisieren. Er will Fachausschüsse zusammenlegen, die Anzahl der sachkundigen Bürger reduzieren, die Bürger mehr zu Wort kommen lassen. Er will ein Jugendforum installieren.

Die Vereinsförderung soll gerechter werden, was nicht zwangsläufig zu höheren Ausgaben führen soll. Statt auf der Straße sollen die Transporte für die Kreuzauer Unternehmen auf der Schiene erfolgen. Dem Gestank in Kreuzau muss ein Ende bereitet werden, fordert er. Und schließlich verlangt Heidbüchel zur Sanierung der Gemeindefinanzen einen Sanierungsausschuss mit Beschlusskompetenz.

Die finanzielle Situation hat auch Walter Ramm fest im Blick. Zufrieden, dass der Etat auch Dank des Neuen Kommunalen Finanzmanagements ausgeglichen ist, weiß er aber auch: „Wir haben zwar auch durch unseren Sparwillen enorm dazu beigetragen, dass wir dieses Jahr zum ersten Mal in meiner Amtszeit einen ausgeglichenen Haushalt haben, aber aus eigener Kraft können wir uns nicht nachhaltig helfen.” So gilt für den CDU-Mann weiter strikte Sparpolitik. Wenn Ramm zurückblickt, blickt er gleichzeitig nach vorne: Das neue Einkaufszentrum in Winden stärkt den Ruf Kreuzaus als interessante Einkaufsadresse. Der Abriss der früheren Hoesch-Gebäude in Friedenau führt zum Bau von Häusern für ein seniorengerechtes Wohnen im Alter. Es entsteht dort ein weiteres Wohngebiet und auch in Stockheim kommt der Bau eines neuen Wohngebietes im ehemaligen belgischen Munitionsdepot in die Gänge, damit auch die Öffnung der Alten Gasse als alte und neue Fußverbindung zwischen Kreuzau und seinem Ortsteil.

Der Amtsinhaber setzt auf Jugendarbeit und Seniorenpolitik, von der Einführung altersgemischter Gruppen und der offenen Ganztagsgrundschule, von der Schulsozialarbeit und Mensa am Schulzentrum über die Unterstützung der Vereine bis zum Jungsenioren, der sich ehrenamtlich in das Gemeinschaftsleben einbringt. Ramm ist froh über die vier großen Unternehmen, auch wenn ihn manchmal ein Grummeln im Bauch beschleicht.

So unterschiedlich die Auffassungen der Kontrahenten sind, einig sind sie sich in einem Punkt: Kreuzau hat eine gute Infrastruktur mit hohem Wohn-und Erholungswert für Jung und Alt und einem breitgefächerten Bildungs-und Arztangebot, eine schöne, abwechslungsreiche Landschaft, viele Arbeitsplätze, ein breitgefächertes Freizeitangebot. Wenn jetzt noch die finanzielle Lage verbessert, die Hochwasserproblematik gebannt werden kann...
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